Landwirtschaft und Natur

Unbekannte Gartenschätze Nerinen und Amarinen ab April pflanzen

Ein sonniger Standort wird bevorzugt

Nerinen gehören zu den Amaryllisgewächsen und kommen ursprünglich aus Südafrika. Trotzdem sind sie vielen eher als Guernseylilien bekannt und das, obwohl sie weder zu den Liliengewächsen zählen, noch von der Ärmelkanal-Insel stammen. Diesen Namen verdanken sie einer netten, wenn auch nicht mit Fakten belegbaren Geschichte.

Es wird erzählt, dass 1659 ein Schiff mit einer großen Zahl der Zwiebeln auf ihrem Weg von Afrika in die Niederlande Schiffbruch erlitt und an die britische Insel gespült wurde. Dort herrschten ideale klimatische Bedingungen und so begannen sie zu wachsen und zu blühen.

Seit dem 19. Jahrhundert werden Nerinen erfolgreich auf Guernsey kultiviert, vermehrt und von dort exportiert. Mittlerweile ist die Zwiebelpflanze sogar die Nationalblume des Eilands. Auch den botanischen Namen der Pflanze könnte man übrigens auf die Anekdote zurückführen: Nereïden sind in der griechischen Mythologie Meeresnymphen, die Schiffbrüchige beschützen.

Die ersten Guernsey-Lilien, die nach Europa kamen, blühten im Garten leider nur sehr unzuverlässig. Relativ schnell wurden sie daher von anderen, exotischen Exporten vom Markt verdrängt. Wenn überhaupt, dann bot man die Exotin als Schnittblume an.

Als Gartenpflanze etabliert sie sich erst seit Kurzem, und das auch nur sehr zögerlich. „Im Internet liest man meistens, dass Nerinen nur bedingt winterhart sind und besser vor dem ersten Frost aus der Erde geholt werden sollten. Das schreckt viele Gartenbesitzer ab“, erklärt Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek. „Mich persönlich hielt das auch davon ab, ihre Zwiebeln auf meinem Webshop anzubieten – bis ich vor einiger Zeit auf die Nerinen von Kitty de Jong aufmerksam wurde. Die niederländische Züchterin aus Roelofarensveen hat es tatsächlich geschafft, Nerinen zu züchten, die winterhart sind und im Garten hervorragend wachsen. Daneben begeisterte sie mich mit ihren Amarinen: Eine ganz neue, sehr robuste Kreuzung der Nerine bowdenii mit der Amaryllis belladonna.“

Nerinen – und auch Amarinen – erinnern entfernt an Schmucklilien (Agapanthus): Ein weiterer Grund für ihre Bezeichnung als Guernsey-Lilien. Ihre zierlichen Blüten stehen in lockeren Dolden auf langem Stiel und haben eine elegante Sternenform mit gewellten Rändern. Es gibt sie in Weiß, Rosa und Pink. Als besonderes Highlight scheinen sie im Sonnenlicht ganz dezent zu glitzern. Zudem verwöhnen ihre Blüten von Mitte August bis weit in den Oktober mit einem herrlichen Duft.

Setzt man die Pflanzen mit einem Mindestabstand von 25 Zentimetern in eine Staudenrabatte oder weit verstreut ins Beet, kommt ihr Blütenkranz am besten zur Geltung. Ideal ist ein sonniger Standort mit durchlässigem Boden, denn Nerinen mögen es zwar feucht, Staunässe vertragen sie aber gar nicht. „Die Zwiebeln kommen nur flach in Erde, so dass ihre Nase noch circa zwei Zentimeter herausragt“, so van der Veek.

„Im Anschluss sollten sie gut gegossen werden, um das Wurzelwachstum anzuregen. Denn würde die Nerine bereits Blätter bilden, bevor sie ausreichend gewurzelt hat, würde sie vertrocknen.“

Gepflanzt werden die Zwiebeln der Nerinen und Amarinen im April - bestellt werden können sie schon jetzt. flu