Landwirtschaft und Natur

Orchideen (I) Sie sind für viele nicht ohne Grund die Königinnen der Pflanzenwelt

Lieber weniger gießen als zu viel

Die Orchideen werden nicht ohne Grund immer wieder als die Königinnen der Pflanzenwelt bezeichnet. Ihre außergewöhnlichen Blütenformen, -farben und -größen sind bezeichnend für diese Pflanzenfamilie und ziehen seit Jahrzehnten immer mehr Menschen in ihren Bann.

Recht geringes Alter

Trotz ihres geringen Alters von etwa 85 Millionen Jahren, man könnte sie gemeinhin als die „jungen Schönen“ bezeichnen, bietet die Familie eine unglaubliche Vielfalt von ungefähr 30 000 Arten. Dies umfasst aber nur die natürlichen Arten. Rechnet man noch die Hybriden, also durch Menschen gekreuzte Arten, hinzu, vergrößert sich die Zahl enorm.

Orchideen sind alles andere als schwierig zu kultivieren – und gelten zumeist als wahre Überlebenskünstler. Weil für jahrelange Blüherfolge jedoch die richtige Pflanzenauswahl entscheidend ist, sollte man Orchideen möglichst in einer Fachgärtnerei erwerben, wie die Deutsche Orchideen-Gesellschaft (D.O.G.) mitteilt. Hier erhält man gesunde, kräftige Pflanzen und darüber hinaus auch sachkundigen Rat.

Grundsätzlich gilt für sämtliche Orchideen: Besser zu wenig gießen als zu viel. Bei hohen Temperaturen verbrauchen sie viel Wasser, in kühlen Räumen und während der Ruhezeit wenig. Der Pflanzstoff muss nach dem Gießen wieder abtrocknen können, es darf kein Wasser im Übertopf oder Untersetzer stehen bleiben. Nässe sowie kalte Füße (Wurzeln) verträgt keine Pflanze, genau so wenig trockene Heizungsluft. Abhilfe schafft in dieser Hinsicht mehrmaliges Übersprühen am Tag.

Gedüngt wird im Übrigen mit Orchideendünger während der Wachstumsphase. Das Umpflanzen erfolgt am besten mit dem Triebbeginn (nur Orchideenpflanzstoff verwenden).

Auch Winterhartes im Angebot

Außer den warum zu haltenden können viele Arten den Sommer im Freien an einem vor Wind und greller Sonne geschützten Platz verbringen. Einige Gärtnereien, so lässt die D.O.G. weiter wissen, bieten auch winterharte Gartenorchideen an.

Als anpassungsfähige Zimmerpflanzen haben sich Phalaenopsis-Hybriden erwiesen. Die Arten der Gattungen stammen aus Südostasien. Sie blühen sehr lange und lieben einen warmen, vor direkter Sonne geschützten Platz und stets gleichmäßig feuchtes Substrat.

Die Deutsche Orchideen-Gesellschaft ist in vielen Orten präsent. In den D.O.G.-Gruppen ist jeder willkommen und findet kompetenten Rat. Sie ist übrigens die größte und älteste Vereinigung von Orchideenfreunden Europas. Ziel des Vereins ist es, die Orchideen in all ihrer Vielfalt zu erhalten und das Wissen über diese Pflanzen zu verbreiten. Dazu veranstaltet die D.O.G. Ausstellungen, organisiert sich in regionalen Gruppen zum Austausch und zur Weiterbildung und veröffentlicht regelmäßig eine Zeitschrift.