Landwirtschaft und Natur

Rosenpflege im Frühjahr Für eine üppige Blumenpracht und ein gesundes Wachstum

Mit dem richtigen Schnitt Verjüngung einleiten

Die Sommermonate sind für Rosenliebhaber die schönste Zeit des Gartenjahrs, denn dann zeigt sich die „Königin der Blumen“ in ihrer ganzen Pracht. Damit man sich über einen reichen Blütenflor freuen kann, sollte man allerdings im Frühjahr schon aktiv werden.

Nun stehen der Rückschnitt und das Düngen an. „Jetzt ist aber auch ein guter Zeitpunkt, neue Rosen zu pflanzen“; erklärt Gartenbauingenieurin Judith Bircher. „Vor allem Wurzelnackte – also solche, die ohne Erdballen gekauft werden – müssen bis spätestens Ende April ihren Platz im Garten gefunden haben. Anders sieht es aus mit Rosen, die in Töpfen angeboten werden. Diese können auch noch später im Jahr eingesetzt werden, selbst dann, wenn sie bereits Blätter und Blüten tragen.“

Ob Beet-, Strauch-, Bodendecker- oder Kletterrose – die meisten dieser Ziergehölze benötigen viel Sonne und Luft. Ein Standort an der Südseite des Hauses ist daher ideal. Als Tiefwurzler bevorzugen Rosen einen mittelschweren, sandig-lehmigen Boden mit einem hohen Humusanteil. Der pH-Wert sollte dabei im neutralen bis leicht sauren Bereich liegen.

Wer keinen Garten hat, muss auf die sommerliche Blütenpracht übrigens nicht verzichten. Klein wachsende Beet- oder Zwergrosen entwickeln sich auch in Töpfen und Kübeln auf dem Balkon oder vor dem Hauseingang gut. Vorausgesetzt, die Gefäße sind ausreichend groß und mindestens 50 Zentimeter tief.

Winterschutz entfernen

Sobald nicht mehr mit starken Frösten zu rechnen ist, können Erde, Laub, Rindenmulch oder Tannenzweige, die den Rosen im Garten als Winterschutz gedient haben, entfernt werden. In den meisten Regionen Deutschlands ist das ab Ende März bis Anfang April der Fall.

Nun ist auch der richtige Zeitpunkt, um beherzt zur Schere zu greifen und die Ziergehölze zu verjüngen, denn ohne Schnitt „vergreisen“ sie und verlieren in nur wenigen Jahren ihre Blühfreude. „Die Schnitttechnik variiert je nach Rosenklasse“, erläutert Bircher. „Grundsätzlich werden aber alle abgestorbenen und schwachen Triebe entfernt sowie Wildtriebe gekappt, die unterhalb der Veredelungsstellen aus dem Boden schießen.“

Beet- und Edelrosen schneidet man zudem auf circa 15 Zentimeter zurück, so dass drei bis fünf Augen stehen bleiben.

Bei älteren Trieben von Strauchrosen wird ähnlich verfahren, während die jungen Triebe lediglich um etwa ein Drittel gekürzt werden. Kletterrosen sollte man dagegen nur leicht bearbeiten und auch Rosensorten, die nur einmal im Jahr blühen, werden bloß bei Bedarf etwas ausgelichtet, da bei ihnen die Knospen an den Trieben des Vorjahres erscheinen.

„Wichtig für all diese Arbeiten ist eine scharfe Schere. So vermeidet man Quetschungen und erhält möglichst glatte Schnittstellen“, sagt Bircher. „Es empfiehlt sich, das Schnittgut anschließend immer gründlich von den Beeten zu entfernen. Bleibt es liegen, kann es zur Brutstätte für Krankheiten und Schädlinge werden.“

Den Nährstoffbedarf decken

Rosen gehören zu den so genannten Starkzehrern. Deshalb müssen sie während der gesamten Wachstumsperiode mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden.

Im Fachhandel sind verschiedene Produkte erhältlich, die speziell für die Bedürfnisse der Pflanzen entwickelt wurden.

Mit Dünger versorgt werden Rosen grundsätzlich im zeitigen Frühjahr direkt im Anschluss an den Schnitt. Unmittelbar nach der ersten Blütenphase kann dann noch einmal mit einer reduzierten Menge nachgedüngt werden.

Besonders Rosen, die auf kleinen Flächen etwa im Vorgarten oder in Kübeln und Töpfen stehen, benötigen für ein bestmögliches Wachstum und eine lange Blütezeit regelmäßige Düngergaben. Denn das begrenzte Erdreich kann nur eingeschränkt Nährstoffe speichern und bereitstellen.

„Wer seinen Rosen etwas Gutes tun will, sollte sich bei der Anwendung von Düngemitteln immer genau an die Dosierungshinweise auf den Produktverpackungen halten“, rät die Expertin. „Eine Überdüngung wirkt sich auf die Vitalität der Pflanzen genauso negativ aus, wie es eine Unterversorgung mit Nährstoffen tut.“ hau