Landwirtschaft und Natur

Im Herbst Die meisten Tätigkeiten dienen dazu, bereits die kommende Saison vorzubereiten

Wenn im Garten noch einmal Hochbetrieb herrscht

Archivartikel

Im Herbst herrscht im Garten noch einmal Hochbetrieb: Der Rasen wird gedüngt und ein letztes Mal vor der kalten Jahreszeit gemäht, nicht winterharte Knollen kommen zum Überwintern aus dem Boden, Topfpflanzen in die Garage oder den Keller, Pumpen und frostempfindliche Wasserpflanzen werden aus dem Teich genommen und wurzelnackte Gehölze sowie Blumenzwiebeln von Frühlingsblühern gepflanzt. Die meisten Herbstarbeiten dienen dazu, schon jetzt das nächste Gartenjahr vorzubereiten.

Nicht zuletzt bittet auch das herabgefallene Laub der Bäume um Aufmerksamkeit. Schon allein, weil Haus- und Grundstücksbesitzer dazu verpflichtet sind, Gehwege und Eingänge regelmäßig von Laub zu befreien.

Die meisten Bäume, Sträucher und Stauden haben spezielle Mechanismen entwickelt, um sich vor Frost, Eis und Schnee zu schützen. Aufgrund der Kälte ist flüssiges Wasser im Winter Mangelware. Die Pflanzen- und Tierwelt geht mit dieser Knappheit ganz unterschiedlich um. Sommergrüne Laubpflanzen werfen beispielsweise ihre Blätter ab, denn über ihre Oberfläche verdunstet die meiste Feuchtigkeit. So wären sie im Winter gefährdet, zu vertrocknen, da der Nachschub fehlt.

Im Vorfeld entnehmen sie ihrem Laub aber noch wichtige Nährstoffe und lagern diese als Reserve für den Winter ein. So entsteht als schöner Nebeneffekt die herbstliche Rot-, Orange- oder Gelbfärbung. Anschließend bildet sich zwischen Blattstiel und Ast eine Korkschicht, mit der die Versorgung der Blätter unterbunden wird: sie vertrocknen und fallen ab. Am Boden wird das Laub nun von Mikroorganismen zu wertvollem Humus verarbeitet, der als natürlicher Dünger den Garten mit Nährstoffen anreichert.

Im Garten sollte man das Laub nicht einfach liegenlassen, jedoch ist es hilfreich zu wissen, wo das Laub gut tut und wo es doch aufgesammelt werden sollte „Es ist besser, die Blätter vom Rasen zu entfernen“, erklärt Andreas Stump vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), „denn dieser braucht Licht und Luft, damit er gut trocknen kann, sich keine Pilze unter den Blättern bilden und die Halme nicht gelb werden. An anderen Stellen übernimmt das Laub dagegen eine wichtige Aufgabe, zum Beispiel als Mulch für Pflanzen, deren natürlicher Standort im Wald oder an dessen Rand liegt. Auf Beeten, unter Sträuchern oder rund um frostempfindliche Pflanzen ist Falllaub ein guter Winterschutz und hält die Feuchtigkeit länger im Boden.“

Laub ist jedoch nicht gleich Laub. Die Blätter von Obstbäumen, Ahorn, Hainbuchen und Linden verrotten zum Beispiel sehr schnell, Eichen- und Walnusslaub dagegen benötigt relativ viel Zeit. Außerdem enthält es einen hohen Anteil Gerbsäure, was den ph-Wert des Bodens senkt. Manche Pflanzen mögen das gar nicht, andere blühen dadurch erst richtig auf. Landschaftsgärtner verteilen Eichenblätter daher unter Sträuchern, die einen Boden mit geringem ph-Wert bevorzugen, wie Rhododendron. Weiterer positiver Effekt: Auch Unkraut mag den hohen Säureanteil nicht und wächst deshalb nur schwach oder gar nicht.

Tiere und Insekten freuen sich ebenfalls über die herbstlichen Blätter. Denn im Innern eines Laubhaufens herrschen angenehme Temperaturen. Zudem bietet er Schutz in einer Zeit, in der Rückzugsorte aufgrund kahler Sträucher rar sind. Daher empfehlen Experten für Garten und Landschaft, an einer Stelle im Garten etwas Laub anzusammeln.

Ideal ist ein abgelegener, sonniger Standort. Dort ist der Laubhaufen nicht im Weg und die tierischen Gartenbewohner können den Winter ungestört verbringen. Übrigens sollte man aus Rücksicht auf Insekten auch auf Laubsauger im Garten verzichten. Die Geräte saugen die Kleinlebewesen zusammen mit den Blättern ein und werden für sie zur Falle. Aber auch die Nachbarn sind dankbar, wenn die Sauger nicht zum Einsatz kommen, denn in der Regel sind diese sehr laut.

Abhängig von der Anzahl laubabwerfender Gehölze kann sich im Laufe des Herbstes eine große Menge Laub ansammeln. Wohin damit, wenn alle Beete gemulcht und frostempfindliche Pflanzen geschützt sind? Das Verbrennen ist verboten, die grüne Tonne schnell voll. Praktisch ist das Angebot der Landschaftsgärtner: Sie sammeln die Blätter ein, verteilen sie bei Bedarf im Garten und entsorgen das restliche Laub auch fachgerecht. bgl