Landwirtschaft und Natur

Jetzt handeln Wichtig ist nun, den Rasen nicht zu kurz zu schneiden, damit der Boden beschattet bleibt

Wie der Garten nach dem Sommer grün wird

Archivartikel

Für viele Pflanzen war der sonnige und trockene Sommer eine Belastung. Aber es ist noch nicht zu spät für einen bunten Herbst: Was man jetzt tun kann.

In den letzten Monaten hat die Sonne die Bürger reichlich verwöhnt; Regen blieb dafür weitgehend aus. Auf den Äckern und Wiesen, in den Beeten und auf den Terrassen vertrockneten viele Pflanzen, oftmals kam man mit dem Gießen einfach nicht mehr hinterher. Jetzt, gegen Ende des Sommers, sehen solche braunen Stängel natürlich nicht besonders gut aus. Doch so schlimm steht es um den Garten wahrscheinlich gar nicht. Die Experten von „Blumen – 1000 gute Gründe“ haben dazu einige Tipps für alle Bereiche.

Noch Leben im Boden

Der Rasen mag zwar eher einer braunen Steppe gleichen, doch in den Wurzeln im Boden ist im Zweifel noch genug Leben – im mediterranen Raum überleben die Gräser ja auch. Wichtig ist es jetzt, den Rasen nicht zu kurz zu schneiden, damit der Boden beschattet bleibt. Die Gartenexperten empfehlen, den Mäher etwa 1,5 Zentimeter höher einzustellen als sonst.

Eventuell kann es auch sinnvoll sein, kurzen Rasenschnitt liegen zu lassen, damit der Boden bedeckt ist. Unkraut und Moos sollten allerdings ausgeharkt werden, sie konkurrieren sonst um Wasser und Nährstoffe. Wo die Grünfläche etwas schütterer geworden ist, kann man im September nachsäen. Und bevor der Winter wirklich kommt, benötigt der Rasen dann noch die letzte Herbstdüngung.

Viele Blumen bereits verblüht

In den Beeten wiederum sind viele Blumen bereits verblüht. Für die Einjährigen ist die Saison damit beendet, aber im Zweifel haben sie ihre Samen fleißig verteilt und werden uns mit neuen Sämlingen im nächsten Jahr wieder erfreuen. Oder man sammelt die Samen jetzt ein und verteilt sie später nach Wunsch; trocken gelagert in einer Papiertüte halten sie sich gut. Ansonsten kann man das Verblühte aber einfach aus den Beeten entfernen – oder für die Tiere und Insekten stehenlassen.

Mehrjährige Pflanzen, die ihre Blüte hinter sich haben und vertrocknet aussehen, kann man jetzt zurückschneiden. Wichtig ist dabei allerdings laut den Experten von „Blumen – 1000 gute Gründe“, dass es in den Tagen zuvor gut geregnet hat. Gärtnermeister Tristan Heinen-Bizjak von der Initiative erklärt dazu: „Wenn die Erde genug Wasser und Nährstoffe hat – bis Anfang September darf man noch etwas düngen – treiben viele Stauden nochmals grün aus.“ Bei Sträuchern kann man sogar auf eine kleine Nachblüte hoffen, wenn man rechtzeitig Verblühtes zurückschneidet, zum Beispiel bei öfterblühenden Rosen und bei Hortensien.

Akzente setzen

Nach diesen Aufräumarbeiten sieht wahrscheinlich so manches Beet oder mancher Topf erstmal ganz schön leer aus. Hier können pflegeleichte einjährige Herbstblüher wie Mädchenaugen oder Zinnien mit ihren schönen Herbstfarben schnell Akzente setzen. Im Fachgeschäft gibt es jetzt eine reiche Auswahl vorgezogener Pflanzen.

Zur Hochform laufen jetzt auch spätblühende Stauden auf, wie zum Beispiel die hohen Sedum-Arten, auch bekannt als Fetthenne oder Fettblatt. Sie vertragen dank ihrer dicken Blätter, die Wasser speichern können, auch trockene Zeiten. Astern dagegen benötigen etwas mehr Wasser; sie gehören mit ihren farbintensiven Sternblüten aber unbedingt ins späte Blumenbeet. Je früher man sie einsetzt, desto besser können sie sich vor dem Winter einwurzeln, allerdings sollte man anfangs regelmäßig gießen. Einem bunten Spätsommer steht dann nichts mehr im Weg! pm