Lauda / Königshofen

Jubiläum Martin-Schleyer-Gymnasium Die Schule ist hinter Wertheim inzwischen das zweitgrößte Gymnasium im Main-Tauber-Kreis

50 Jahre gewachsene Schulgemeinschaft

Im Rahmen eines Festakts blickten Lehrer, Schüler und weitere Beteiligte auf 50 Jahre Martin-Schleyer-Gymnasium in Lauda zurück.

Lauda. Im Rahmen des Jubiläumsjahres „50 Jahre Martin-Schleyer-Gymnasium Lauda (MSG)“ fand noch im alten Jahr 2018 ein Festakt mit allen am Schulleben Beteiligten statt, den aktuellen Schülern und Lehrern des MSG – „mit den Personen, um die es eigentlich geht“, betonte der Schulleiter Dr. Gernert in seiner Begrüßung in der voll besetzten Aula.

Beim großen Festakt im Oktober hätten von den Schülern leider nur die Klassen- beziehungsweise Kurssprecher eingeladen werden können, jede andere Lösung hätte den Rahmen gesprengt. Das Gründungsjahr des Gymnasiums Lauda, das Jahr 1968, sei ein besonderes Jahr gewesen, die Neugründung von Gymnasien eine Antwort auf die viel beschworene Bildungskatastrophe.

Einziges G9-Gymnasium

Das jüngste und zunächst kleinste der fünf allgemeinbildenden Gymnasien im Main-Tauber-Kreis sei inzwischen hinter Wertheim auf den zweiten Platz vorgerückt. Das Laudaer Gymnasium als einziges G9-Gymnasium im Taubertal hätte darüber hinaus einen entscheidenden Vorteil: man könne mit mehr Zeit und weniger Druck und Stress die allgemeine Hochschulreife erreichen.

In seinem Rückblick auf fünf erfolgreiche Jahrzehnte MSG, „50 Bilder aus 50 Jahren“, gelang es dem Abteilungsleiter Roser mit launigen Kommentaren wunderbar, Geschichte anhand von Personen, die mit dem Gymnasium Lauda zu tun hatten, vor Augen zu führen. So war etwa bei der feierlichen Einweihung des neuen Schulgebäudes im Jahr 1976 mit dem Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer eine bekannte Persönlichkeit anwesend, der bereits im folgenden Jahr 1977, im sogenannten Deutschen Herbst, Opfer eines Attentats der RAF wurde. Nicht nach ihm, sondern nach seinem Großonkel, dem 1831 in Oberlauda geborenen Prälaten Johann Martin Schleyer, wurde das Gymnasium benannt.

Dessen Bemühen um das Ende der babylonischen Sprachverwirrung, letztlich um Völkerverständigung und Weltfrieden, durch die Konstruktion einer Kunstsprache, des „Volapük“, passt dann auch gut zu einer Schule, die gemäß ihrem Leitbild gegenseitigen Respekt und Toleranz zu fördern sucht.

„Geschichte vor Ort“ wurde dann für alle sichtbar in dem Wandel der Schüler- und Abiturientenfotos, angefangen beim Einschulungsfoto von 1968. Zwölf Jahre später, im Jahr 1980, waren die Abiturienten „cool“ und zum Teil fast schon hippiemäßig mit langen Haaren unterwegs, im Jahr 2016 waren sie vor allem schick, man hatte sich dem Anlass entsprechend in Schale geworfen.

Ein vergleichbarer Wandel ließ sich natürlich auch an Fotos von Lehrerkollegien (1974, 1993, 2011) nachvollziehen. Darüber hinaus habe sich der Frauenanteil vervielfacht, die männlichen Kollegen in der Minderzahl. Dies hinderte sie aber nicht am großen Auftritt: Zum Beispiel anlässlich der Feier des 60. Geburtstags des ehemaligen Schulleiters Wolfgang Goericke, bei dem sich der frühere Kollege A. Maimer als schwäbischer Asterix verkleidete.

Vielen weiteren, in den letzten acht Jahren pensionierten Kollegen und Kolleginnen war der Applaus der Schüler sicher, wenn sie auf Fotos erkannt wurden. Angesichts der Bedeutung der Bigband für die Schüler galt dies dann natürlich auch für den legendären Bigbandgründer und inzwischen schon langjährigen Pensionär Volker Funiok und seinen Nachfolger Peter Leicht. Wolfgang Bautz, nach Günther Walter und vor F. Rößler Leiter der Theater-AG, kannten und schätzten wiederum noch sehr viele Schüler, war er doch erst vor zwei Jahren in Pension gegangen.

Schülerfotos der diversen Aufführungen und Konzerte von Bigband, Orchestern, Chören und Theater-AGs der letzten Jahre, aber auch von Arbeitsgemeinschaften, Exkursionen, Landschulheimaufenthalten, Partnerschaften, Studienfahrten und Sporttagen erwiesen sich als beliebte Suchbilder, so dass H. Roser hier nochmals Bilder nachlegen konnte.

Familiäre Atmosphäre

So entstand eine fast schon familiäre Atmosphäre, die Schüler durften sich als Teil einer seit 50 Jahren gewachsenen Schulgemeinschaft erleben – als Teil einer Welt, die immer wieder junge Menschen und neue Ideen braucht, um eine bessere Welt für alle Menschen zu werden, wie es in dem Klassiker von 1985, „We are the world, we are the children“, zum Schluss des kleinen Festakts gesungen wurde. msg