Lauda / Königshofen

Dampflokdenkmal Am Sonntag, 6. Mai, feiert Lauda die Überführung der 052 908-1 vor 40 Jahren an ihren heutigen Standort unterhalb der Sparkasse

Anziehungspunkt für viele Besucher

Archivartikel

Diesen Tag vergessen die älteren Bürger nicht. Am 4. August 1978 wurde der Dampflok in Lauda ein Denkmal gesetzt. Jetzt, 40 Jahre danach, wird am Sonntag, 6. Mai, das Jubiläum groß gefeiert.

Lauda. Mit dem Fahrplanwechsel zum Winter verlässt am 27. September 1975 die letzte Dampflok vor einem planmäßigen Personenzug den Bahnhof Lauda in Richtung Crailsheim. Der Eisenbahner Rudolf Neugebauer hegt damals bereits kurz nach dieser letzten Planfahrt den Gedanken, in Lauda ein Dampflokdenkmal zu errichten. Gemeinsam mit dem langjährigen Lokführer Josef Umminger aus Oberlauda, den er für eine solche Aufstellung begeistern kann, starten die beiden eine Spendenaktion unter Arbeitskollegen, die sich dann später auf die gesamte Bevölkerung ausweitet, sich zu einer Bausteinaktion mausert und am Ende damals 42 000 Mark für den Kauf einer Dampflok einbringt.

Ende Januar 1976 berufen sie eine Versammlung im Gasthof „Goldener Stern“ ein. Rund 50 Eisenbahner, aktiv und im Ruhestand, Nichteisenbahner, Freunde der Eisenbahn – allen voran der damalige Bürgermeister Jürgen Ansel mit einigen Stadträten und Stadtarchivar Karl Schreck – sowie interessierte Bürger folgen der Einladung, worauf 33 von ihnen die Interessengemeinschaft der Dampflokfreunde Lauda gründen. Mit viel Eigeninitiative, jeder Menge Ideen und Phantasie schaffen sie es, über das Bundeszentralamt in Minden eine 50er Lokomotive, die kleineren waren bereits vergriffen, zum Schrottpreis von 20 000 Mark zu erwerben.

Ende März 1978 brechen die drei Lokführer Josef Stephan, Hans Münzer und Josef Umminger nach Duisburg-Wedau auf, um die 052 908-1 zu ihrer letzten Fahrt abzuholen. Im Schlepptau einer E-Lok kommt das Dampfross in Lauda an. Beim Anblick der verrosteten Maschine sind aber viele Zuschauer bitter enttäuscht. In den nächsten Wochen bis zur Aufstellung unterhalb der Sparkasse steht deshalb viel Arbeit an.

Mit Unterstützung von heimischen Firmen, die Arbeitsgeräte und Material zum Teil kostenlos überlassen, leisten 29 Männer schließlich 1225 Arbeitsstunden, damit das Dampflokdenkmal schließlich termingerecht aufgestellt werden kann.

Viele Schaulustige

Am 4. August 1978 rollt die 052 908-1 schließlich auf einem 32-rädrigen Tieflader vom Schienenanschluss vor der Firma Trafö über die Bahnhofstraße zu ihrem heutigen Standort. Nicht nur viele Laudaer Bürger verfolgen die Verladearbeiten des Spezialtrupps der Deutschen Bundesbahn. Aus dem gesamten Umland reisen Schaulustige an, um dieses einmalige Spektakel „live“ mitzuerleben.

In einem Festakt einen Tag später übergibt der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Dampflokferunde Lauda, Adolf Deißler, die Dampflok mit einer Schenkungsurkunde an Bürgermeister Jürgen Ansel, die damit in den Besitz der Stadt Lauda-Königshofen übergeht.

Zahlreiche Grußredner würdigen dabei die Verdienste und das Engagement der Dampflokfreunde, aber auch der Bevölkerung und vieler Firmen. Die Festansprache hält Gymnasialprofessor und Geistlicher Rat Hans-Hubert Spönlein.

2012 beschließt der Vorstand der Dampflokfreunde, die Lok, 34 Jahre nach der Aufstellung, grundlegend zu sanieren, nachdem bereits 2003 unter der Federführung des damals frisch gewählten Vorsitzenden Reimund Braun, ein Dach über die Lok gebaut wurde. Die errechneten 150 000 Euro für dieses Projekt reduzieren die Dampflokfreunde durch 1650 unentgeltliche Arbeitsstunden und gute Beziehungen auf rund 25 000 Euro.

Bei der 2013 schließlich begonnenen Generalsanierung fertigen die Dampflokfreunde um Reimund Braun alle defekten Stahl- und Blechteile neu an und schweißen sie ein. Die Lackierungsarbeiten werden rechtzeitig vor dem Winter 2015 abgeschlossen, so dass sich die Lok nun wieder in einem hervorragenden Zustand präsentiert.

Bis heute, 40 Jahre nach der Aufstellung, ist die 052 908-1 ein Anziehungspunkt für viele Besucher, gilt sie doch mittlerweile als schönstes im Freien stehende Dampflokdenkmal Deutschlands. Aber auch viele Bürger sind nach wie vor stolz auf „ihre“ Lok. Sie können ihren Enkeln dort noch zahlreiche Geschichten rund um die Dampflokzeit im Taubertal und speziell in Lauda erzählen.