Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum Bericht „Idee von Solarpark nach wie vor präsent“ (FN, 25. Juli)

Argumente reine Schutzbehauptungen

Warum und weshalb der freie Mitarbeiter Peter D. Wagner das Bedürfnis hatte, über die Planungen eines Projektentwicklers zu berichten, ist mir vollkommen unverständlich, zumal alle Voraussetzungen zur Realisierung fehlen.

Zwar hat Königshofen nicht, wie Oberbalbach und Heckfeld, einen Ortschaftsrat. Denn der in den beiden Gemeinden von Lauda-Königshofen hatte die gleichen Planungen eines großflächigen Solarparks im vergangenen Jahr abgelehnt.

Die Begründung des Investors, dass „Wir“ in einem „benachteiligten Gebiet“ leben und dies die Voraussetzungen für eine Genehmigungs- und Vergütungsfähigkeit aufweise, verwundert mich nicht, denn wie benachteiligt wir sind, kann man sofort am Kindergarten in Königshofen erkennen, der einmal über 100 Jahre alt und in einem nicht sanierungsfähigem Zustand ist, aber seit 2015 im Notbetrieb läuft und zu allem Übel auch noch saniert werden soll.

Die Argumente, die vom Projektentwickler genannt werden, treffen für das Gebiet „Neuberglein“ überhaupt nicht zu und sind reine Schutzbehauptungen. So behauptet und träumt er davon, dass nach der Errichtung der 4,4 Hektar großen Solaranlage eine Erhöhung der Vielfalt von Pflanzen und Insekten eintrifft.

Der Vogel- und Naturschutzverein Königshofen hat genau angrenzend, nach ungefähr 38 Jahren das 3,5 Hektar große und in Vereinseigentum befindliche Naturdenkmal „Neuberglein“ mit Bienenhaus geschaffen.

Dieses Großbiotop hat nach intensiven Pflegemaßnahmen eine Artenvielfalt an Flora und Fauna und ist landesweit wegen der Seltenheiten bekannt. Selbst nach 30 Jahren intensiver Pflege sind immer wieder positive Veränderungen von Flora und Fauna zu beobachten.

In einer Solaranlage, die regelmäßigen Bodenpflegarbeiten ausgesetzt ist, wo sich zwar Bodenbrüter ansiedeln können, diese aber aufgrund der Pflegemaßnahmen im strengen regelmäßigen Zeitintervallen keine Überlebenschance haben, müsste jedem klar sein – auch bei der Flora und Fauna insgesamt.

Hinzu kommt noch die Tatsache, dass der ohnehin schon zu große Wilddruck im Vereinsbiotop nach einem Bau der dann komplett eingezäunten Anlage noch größer wird, ja eine Bejagung dieses Kessels überhaupt nicht mehr möglich ist.

Hinzu kommt noch die Glaubwürdigkeit der Personen, die an der „Umsetzung“ beteiligt sind.

So wurde ich im März 2018 von Stadträten angesprochen, dass ein Grundstückseigentümer der geplanten Anlage alle Stadträte in Königshofen angerufen hat, um mitzuteilen, dass ich als Vorsitzender des Vogel- und Naturschutzvereins Königshofen, der Anlage zustimmen würde.

Diese Person hatte noch nie einen Kontakt zum Verein, ja sie ist im Verein völlig unbekannt.

Der Vogel- und Naturschutzverein Königshofen bittet deshalb den Bürgermeister und die Stadtverwaltung, auf keinen Fall einen Flächennutzungsplan aufzustellen, da sonst das Vereinsbiotop „Neuberglein“ für den Zeitraum der Anlage, also 20 Jahre, erheblich geschädigt wird.