Lauda / Königshofen

Bürgersprechstunde Thomas Maertens stellte in Oberbalbach verschiedene Projekte und Planungen vor / Neubaugebiet „Herbstwiesen“ wird ab Frühjahr erschlossen

Bauherren stehen in den Startlöchern

Ein Rückblick auf das bisherige Jahr, ein Ausblick bis 2019 und eine Aussprache zu lokalen Themen standen im Mittelpunkt einer Sprechstunde mit Bürgermeister Thomas Maertens in Oberbalbach.

Oberbalbach. „Ein bewegtes Jahr liegt bislang hinter uns, zugleich blicken wir ebenfalls mit Optimismus auf das kommende Jahr und in die Zukunft“, betonte Oberbalbachs Ortsvorsteher Christian-Andreas Strube in seiner Begrüßung des Bürgermeisters sowie der Ortschaftsräte und Bürger bei der Grillhütte oberhalb des Dorfes. Maertens hob eingangs die sehr zuverlässige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ortsvorsteher, Ortschaftsrat, Gemeinderat und Stadtverwaltung hervor.

Sehr Erfreuliches hatte er über den Sachstand zum geplanten Neubaugebiet „Herbstwiesen“ am westlichen Ortsrand von Oberbalbach zu berichten. Zum einen sollen seinen Angaben nach für die Erschließung des Areals im Haushalt 2019 der Stadt Lauda-Königshofen Finanzmittel eingestellt werden, zum zweiten werde der Baubeginn voraussichtlich im Frühjahr erfolgen. Die Ausschreibung für die Erschließungsarbeiten sei laut Maertens noch für das laufende Jahr geplant.

Bewerbungen von Interessenten für eines der Neubaugrundstücke wären bereits möglich, allerdings könne die Stadtverwaltung noch keine konkreten Aussagen über die Grundstückspreise treffen. „Im Herbst 2019 können die ersten Grundstückseigner mit ihrem Neubau beginnen“, versicherte der Bürgermeister in seiner Prognose. Wir müssen Anfang nächsten Jahres im Gemeinderat über Preise für die Bauplätze sprechen, die angemessen sind“, betonte der Oberbalbacher Gemeinderat Marco Hess.

Wegen eines defekten Karussells auf dem Kinderspielplatz berichtete Maertens, dass das funktionsuntüchtige Lager aus Sicherheitsgründen nicht von Mitarbeitern des kommunalen Bauhofs ausgewechselt werden dürfe, da diese keine entsprechende Zertifizierung aufzuweisen hätten, sondern ausschließlich nur von ausgewiesenen Fachexperten. Jedoch schien dies nicht mehr rentabel gewesen, da das Karussell bereits ein Alter von rund 35 bis 40 Jahre gehabt habe, so dass es inzwischen abgebaut worden und eine Neuanschaffung erforderlich sei.

Sanierung der Ortsdurchfahrt

Über die Planungen zu einer Sanierung der Ortsdurchfahrt in Oberbalbach berichtete der Bürgermeister, dass die Maßnahme von der Stadtverwaltung und auch von dem noch amtierenden Baudezernenten des Main-Tauber-Kreises, Benjamin Schneider, befürwortet werde. Das hierfür inklusive Sanierung der Wasser- und Gasleitungen kalkulierte Investitionsvolumen bezifferte er auf etwa 1,5 Millionen Euro.

Auf eine Anfrage hin, ob Rückstellungen im kommenden Haushalt möglich seien, wenn der Baubeginn erst später geschehen sollte, stellte er klar, dass dies aus kommunalrechtlichen Gründen nicht zulässig sei. „Die beste Rückstellung ist eine niedrigere Verschuldung“, betonte Maertens. „Wir sind auf einem guten Weg, so dass die Verschuldung der Stadt Lauda-Königshofen bis zum Jahresende weiter zurückgehen wird“, teilte er zuversichtlich mit.

Eine mögliche zukünftige Nutzung der Alten Schule sei zwar nach wie vor ungeklärt, allerdings gebe es keine Pläne für einen Abriss, sagte der Bürgermeister zu. Bislang habe die Verwaltung das Gebäude nicht auf dem Verkaufsmarkt ausgeschrieben, da die Diskussionen über eine eventuelle Weiternutzung noch am Laufen seien. „Bis jetzt ist kein einziges ehemaliges Schulgebäude im Stadtgebiet abgerissen worden“, unterstrich er am Beispiel der Alten Schule im Nachbarort Deubach, die nach Verkauf an einen Investor saniert wurde.

Auf die insbesondere von Strube seit längerem vorgebrachte Idee eines Biotops mit See im Balbachtal als mögliche ökologische Kompensation für Baumaßnahmen äußerte Maertens, dass einerseits der Bedarf an neuen Ausgleichsflächen im Stadtgebiet nicht sonderlich hoch sei, andererseits die Förderfähigkeit aus dem Leader-Programm eines derartigen Projektes gegeben wäre.

„Es bräuchte eine Institution in Oberbalbach, die eine Pflege und die Folgekosten übernehme, dann würde ich eine Zusage für ein solches Vorhaben geben, auch wenn die Umgebung von Oberbalbach an Biotopen reichlich gesegnet ist“, meinte der Bürgermeister. „Wir kümmern uns derzeit vornehmlich um eine flächendeckende Erschließung mit Glasfaserkabeln“, räumte Maertens auf Anfrage nach einer Verbesserung des Mobilfunknetzes ein. Die Deutsche Telekom habe jedoch die Zusage gegeben, dass ab 2019/2020 ein ausreichender Mobiltelefonempfang gewährleistet werden könne.

Die Absicht, mit dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, MdB Steffen Bilger, bei dessen Besuch Mitte November in der Stadt Lauda-Königshofen über das mangelhafte Mobilfunknetz zu sprechen, bekräftigte Stadtrat Hess.