Lauda / Königshofen

20. Klein-Kunst-Bühne Kabarettist Frederic Hormuth begeisterte im Weinhof Ruthardt / Politisches Kabarett „Bullshit ist kein Dünger“

Beißender Spott über die Pkw-Maut

Archivartikel

Lauda.Nach dem Auftritt von Horst Fyrguth und Freunden am Freitag (wir berichteten in unserer gestrigen Ausgabe) begeisterte am Samstag Frederic Hormuth mit astreinem politischen Kabarett auf der Klein-Kunst-Bühne im Weinhof Ruthardt in Lauda. Über 150 Gäste zeigten sich begeistert von Hormuths Programm „Bullshit ist kein Dünger“. Der Kabarettist hält dem Weinhaus Ruthardt schon seit Jahren die Treue. Zum ersten Mal trat er bereits im Jahr 2000 auf und gastierte nun bereits zum siebten Mal.

Grundsätzlich stehe jeder unter Bullshit-Verdacht, führte Hormuth in sein Programm ein. Auch er. Allein schon von Berufswegen her. Er hinterfragt auch die Herkunft des Wortes Bullshit. Auch wenn es ein englisches Wort sei, hätten die Briten Bullshit zwar nicht erfunden, aber viel Erfahrung darin. Das habe schon mit BSE angefangen und gehe mit seinem direkten Nachfolger, dem Brexit, weiter.

In den folgenden zwei Stunden Programm haute Hormuth ordentlich auf die politische Klasse ein. Von rechts bis links bekamen fast alle ihr Fett weg. Von der AfD mit Beatrix von Storch und Alexander Gauland, über die CSU mit Alexander Dobrindt und Horst Seehofer bis hin zur SPD, die jetzt über eine Doppelspitze mit Kevin Kühnert und Gesine Schwan nachdenke.

Obwohl Beatrix von Storch oft gegen Homosexuelle wettere, hätten ihr viel etwas zu verdanken: „Viele sind wegen solchen Frauen erst schwul geworden“, scherzte Hormuth. Verkehrsminister Alexander Dobrindt habe dagegen mit der Pkw-Maut sein Jodel-Diplom abgelegt. Über 50 Millionen Euro habe er trotz Ablehnung durch den Europäischen Gerichtshof bereits verjodelt. Und die SPD mit der Doppelspitze Kevin Kühnert und Gesine Schwan? Das sei so etwas wie betreutes Regieren. Wobei man nicht wisse, wer wen betreue.

Kritik übte er auch an den hohen Militärausgaben Deutschlands. 37 Milliarden Euro könnten auch für gut bezahlte Lehrer, Pflegekräfte oder Ähnliches ausgegeben werden. Doch stattdessen habe die Bundeswehr jetzt fünf Drohnen von Israel geleast.

„Wenn Amazon schon Drohnen hat, brauchen wir das auch“, habe man sich im Verteidigungsministerium wohl gedacht. Und weiter: „Wenn uns jemand bis 18 Uhr den Krieg erklärt, können wir noch am Folgetag zurückschlagen.“

Immer wieder setzte Hormuth auch zu lustigen Liedern am Keyboard an. Da trällerte er etwa Songs wie „Wir haben Rüdiger verloren“, „Guerilla-Liking“ oder aber auch „Könntest du nicht etwas mehr sein, wie mein Rasenmähroboter“. Später verballhornte er sogar noch ein bekanntes Zitat von Ex-Fußballer Andreas Möller in einem Musikstück: „Vom Feeling her habe ich ein gutes Gefühl“ kam sehr gut bei den Besuchern an.

Als Zugabe gab Fredric Hormuth dann noch das Lied „Honigbrot“ zum Besten. Teilweise mit den Melodien von „Oh, Tannenbaum“ und „Tage wie diese“. Dem Publikum gefiel´s und würdigte den gelungenen Abschluss mit frenetischem Applaus.