Lauda / Königshofen

Soiree in der St.-Jakobus-Kirche Passionskonzert als Einstimmung auf die Kar- und Osterwoche

Besinnlich und emotional tiefgehend

Archivartikel

Zu einer besinnlichen und emotional tiefgehenden Passionskonzertsoiree als Einstimmung auf die Kar- und Osterwoche rief die ökumenische Kirchenmusik Lauda in die St.-Jakobus-Kirche auf.

Lauda-Königshofen. Auf dem Programm standen unter dem Motto „Seht, Menschenkinder, seht“ Chor- und Instrumentalwerke verschiedener Komponisten zur Passion Jesu. Ausführende waren der katholische Kirchenchor St. Jakobus Lauda unter der Leitung von Christian Abelein und der evangelische Kirchenchor Lauda-Königshofen, geleitet von Volker Ernst, sowie ein Kammerorchester, teilweise begleitet von Abelein an der Orgel. Als Gesangssolistinnen wirkten Susanne Oehm-Henninger (Mezzosopran) und Alexandra Wagner (Sopran).

Oratorisches Werk

Den musikalisch konzertanten Hauptteil bildete die Markus-Passion des deutschen Komponisten Reinhard Keiser (1674 bis 1739). Dieses wahrscheinlich in den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts entstandene Werk zählt zu den so genannten oratorischen Passionen, bei denen der Evangelientext der Passion bei seiner Vertonung unverändert beibehalten wurde. Auch Johann Sebastian Bach beschäftigte sich sehr häufig mit dieser Passion und fertigte verschiedene Versionen mit unterschiedlich einschneidenden Veränderungen an. Nach heutigem Forschungsstand sprechen gewisse Indizien dafür, dass die Originalversion der Markus-Passion vermutlich aus der Feder von Nicolaus Bruhns stammen muss, der von 1685 bis 1718 Musikdirektor am Hamburger Dom war.

Zudem kamen Wolfgang Carl Briegels Kantate zum Palmsonntag „Stimmet Hosianna an“ und Melchior Franks Chormotette „Also hat Gott die Welt geliebt“ sowie Instrumentalmusik zur Passion zur Aufführung. „Herzliebster Jesu“ nach einem Text von Johann Heermann und der Musik von Johann Crüger wurde als Gemeindechoral gemeinsam mit den zahlreichen Besuchern gesungen. Der Choral „Vater unser“ nach einer Vertonung von Nikolaj Rimskij-Korsakov sowie Mozarts berühmtes „Ave Verum“ waren besonders faszinierender Abschluss dieser insgesamt sehr stimmungsvollen und beeindruckenden Passionssoiree.

Verschiedene Sprecher

Zwischen den Musiken präsentierten unterschiedliche Sprecher „Augenzeugenberichte“ der Passion zu „Verrat“, Verhör“, „Verspottung und Urteil“, „Tod“, „Kreuzabnahme“, ergänzt von Lesungen. Vortragende waren Leonore Herschlein, Birgit Kaiser, Roswitha Lotter, Annika Müller, Alexander Unser und Reinhold Vierneisel.

Gegen Ende der Passionsmusik erfolgte ein Gebet und ein Segen durch Ralph Walterspacher, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen, der zu Beginn des Konzertes nach dem Eingangschor der Markuspassion „Jesus Christus ist unser Missetat“ sowohl die vielen Zuhörer als auch die zahlreichen musikalischen Akteure begrüßt hatte.

Die besinnliche Passionsstimmung rundete nach dem Schlussakkord bei Mozarts „Ave Verum“ ein längeres andächtiges und äußerst stilles Verweilen ab, das von abendlichem Glockenläuten begleitet wurde.

Dass die Zuhörer ebenso zuvor in nachdenklicher, innerer Ruhe und Stille die eigene Besinnung fanden, dazu trugen die musischen Mitwirkenden mit ihren beeindruckenden und tiefgehenden Darbietungen ebenso bei wie der liturgische Teil von Pfarrer Walterpacher. Sowohl die beiden Kirchenchöre und das Kammerorchester als auch die Solistinnen Susanne Oehm-Henninger und Alexandra Wagner boten zudem nicht nur Besinnliches, sondern ebenso stilvoll und glänzend gekonnt Musikalisches vom Feinsten.

Besinnlicher Anlass

Dem besinnlichen Anlass gemäß weder zwischen den Stücken noch unmittelbar nach Konzertabschluss zu applaudieren, wurde das Publikum eingangs im Namen aller Mitwirkenden aufgefordert. Nach der Stille und dem andächtige Innehalten, das vom Läuten der Abendglocke begleitet wurde, würdigten die zahlreichen und begeisterten Zuhörer anschließend die mitwirkenden Akteure mit stürmischem Applaus nebst stehenden Ovationen, die sich diese aufgrund ihrer musikalischen Leistungen reichlich verdient hatten.

Der Spendenerlös aus dem Passionskonzert kommt der Arbeit beider Kirchenchöre zugute.