Lauda / Königshofen

Kunst Günther Hollerbach präsentiert im Juli in der Galerie „das auge“ eine außergewöhnliche Ausstellung / Vernissage mit rund 100 Besuchern

Bilder von einer „Reise nach innen“

Eine außergewöhnliche Ausstellung präsentiert der Kunstkreis im Juli in der Galerie „das auge“. Zur Eröffnung kamen über 100 Besucher.

Lauda. Drangvolle Enge herrschte in der Laudaer Kunstkreis-Galerie „das auge“, als der Vorsitzende Norbert Gleich zusammen mit Laudator Bernd Schepermann, Musiker Erich Sittinger und – last not least – Aussteller Günther Hollerbach die Juli-Ausstellung beim Kunstkreis Lauda-Königshofen eröffnete; knapp 100 Besucher zeigten Interesse an der außergewöhnlichen Ausstellung.

Frühere Begegnungen mit Günther Hollerbach bei Kunstkreis-Ausstellungen und gemeinsamen Projekten, erwähnte Gleich bei der Begrüßung der Gäste, seien Anreiz zum Vorschlag einer Ausstellung beim Kunstkreis gewesen, die nun verwirklicht wurde.

Musikalisch setzte Erich Sittinger zum Auftakt erste Akzente, ehe Bernd Schepermann in seiner ganz und gar eigenen Art des Vortrags durch die Ausstellung führte – angefangen mit einer kurzen, prägnanten Vorstellung des Künstlers, der „mit Bildern und Plastiken aus den letzten drei Jahren von seinen Reise- Erlebnissen nach innen berichtet“.

Schon die Ballerina, die kleine „Prinzessin“ im Eingang, lässt Schepermann „zwischen Himmel und Hölle“ rätseln, doch an das Schöne glauben. Günther Hollerbach nennt er einen kunstgestaltenden Poeten und seine Kreationen „sichtbare Gedanken, Empfindungen“. Und diese Gedanken und Empfindungen ordnet er – selbst kreativ – den Gemälden zu, sei es der (gar nicht so siegreiche) Erzengel Michael oder die Madonna mit dem Kind, die von Schepermann „auf die vom Künstler gewünschte – meist andere Ebene gebracht wird.

So sieht der Laudator im Bild der Madonna „Maria mit dem Kind“ Günthers Mutter (sie trägt nach Aussage des Sohnes wirklich ihre Züge) - und das Kind auf ihrem Arm, schon von der Mutter wegstrebend, ist Günther selbst „geschickt in eine Welt, in der du als Kind der Straße, deiner Straße zwischen kleinen und großen Städten ... unterwegs sein wirst“ - und hier kommt Günther, der Maler, wieder ins Bild.

Ein besonderes Kapitel widmet Bernd Schepermann danach den kleinen kunstvoll gegossenen Figuren, sei es nun Iris als Mittlerin zwischen der Götterwelt und den Menschen, aber auch weiteren Göttergestalten der Antike, unter denen selbst die männermordende Sphinx nicht fehlen darf. Auch Adam und Eva kommen im Reigen der eigenwillig Charakterisierten nicht zu kurz – und kaum ein Werk fehlt beim imaginären Rundgang des Laudators, das an einigen prägnanten Stellen von musikalischen Intermezzi Sittingers unterbrochen wird.

Kleine Runden der Gäste, Gespräche mit dem Künstler über Bildmotive, Techniken, Farben – langsam klingt die Eröffnung in der Galerie aus; bereits am Nachmittag ist wieder geöffnet. irg