Lauda / Königshofen

Dorfgemeinschaft Unterbalbach bietet seit dem Wochenende eine kostenlose Buchausleihe in einer ehemaligen Telefonzelle an / Übergabe beim Christbaumfest

„Bücherkiste“ steht allen Bürgern offen

19. Auflage mit einem speziellen Farbtupfer: Seit dem Christbaumfest steht jetzt auch für alle die sogenannte „Bälmer Bücherkiste“ zur Verfügung.

Unterbalbach. Es geht mit großen Schritten auf Weihnachten zu: Wenn in Unterbalbach das Christbaumfest das Programm bereichert, weiß man, dass man sich in der „einstimmenden Phase“ befindet. Die nun bereits zum 19. Mal - und dies dabei immer direkt zum ersten Advent - anberaumte Veranstaltung erwies sich auch in diesem Jahr wiederum als ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Dazu gab es 2017 sogar noch eine zusätzliche Besonderheit, nämlich die Einweihung des öffentlichen Bücherschrankes.

Der Startschuss für den wichtigen Termin im Kalender, ausgerichtet von der „Bälmer“ Dorfgemeinschaft, bestehend aus den örtlichen Vereinen, den lokalen Bildungseinrichtungen und dem Ortschaftsrat, erfolgte wie stets mitten in der Gemeinde. Hier schmückte man den großen Weihnachtsbaum - aufgestellt vom Bauhof - mit den liebevoll gebastelten Päckchen aus der Kindertagesstätte St. Josef, dabei unterstützt von den Floriansjüngern der hiesigen Feuerwehrabteilung. Dass der Nachwuchs nicht nur das Basteln, sondern ebenso das Singen beherrscht, stellte man danach unter Beweis, wobei auch der Unterbalbacher Musikverein diesen Teil in der Ortsmitte entsprechend umrahmte.

Kleine Feierstunde

Vor der Eröffnung des beliebten Festes im Hof der Balbachschule hatten die Verantwortlichen in diesem Jahr noch eine spezielle kleine Feierstunde eingeschoben: Die feierliche Übergabe eines öffentlichen Bücherschrankes in Form einer einstigen Telefonzelle. Wie hierbei Ortsvorsteher Andreas Buchmann in seiner Einleitung betonte, sei es aufgrund vieler helfender Hände in den vergangenen Tagen gelungen, dieses Projekt doch noch bis zum Christbaumfest umzusetzen. Buchmann würdigte hierzu insbesondere die Ortschaftsräte Wolfgang Neißendorfer und Marc Sommerrock für die tatkräftige Mithilfe, Christian Faul für das Lackieren in den Ortsfarben Blau und Gelb, Felix Popp für die Unterstützung beim Aufstellen, Jürgen Ulshöfer für den Einbau des Regals und nicht zuletzt Gerhard Ihl für die Beschriftung.

Die „Bälmer Bücherkiste“, so die Bezeichnung für diesen öffentlichen Bücherschrank, gehe auf eine Anregung aus der Bevölkerung zurück, hob im Anschluss der Ortsvorsteher hervor, der die Meinung vertrat, dass man mit dem Standort vor dem Pfarrzentrum und dem ehemaligen Rathaus sowie in Nähe der Grundschule einen guten Platz für dieses neue Projekt des Ortschaftsrates gefunden habe. Ganz ideal passe dabei außerdem noch die sich unmittelbar dazu gesellende Sitzmöglichkeit, so die weitere Anmerkung.

Danach nutzte Andreas Buchmann die Gelegenheit, zur künftigen Nutzung die folgenden „Spielregeln“ bekanntzugeben: Die „Bälmer Bücherkiste“ sei für alle da, und zwar rund um die Uhr und an jedem Tag im Jahr (aus Sicherheitsgründen jedoch geschlossen an Silvester, am 30. April und am 31. Oktober). Es gelte, einfach ein Buch mitzunehmen, das zum Lesen reize; dies könne man leihen und zurückbringen, aber auch behalten, wenn man dafür ein anderes hineinstelle, das man ebenso für lesenswert erachte.

So sei immer genügend Material für alle da, wobei die Bücher allerdings in einem guten Zustand und von allgemeinem Interesse sein sollten.

Was gehört in die Bücherkiste?

Weiter hieß es: „Was nicht in die ‚Bälmer Bücherkiste’ gehört, sind stark beschädigte und verschmutzte Werke, Zeitschriften, Prospekte, DVDs, Kassetten, Landkarten und ähnliches sowie Bücher mit extremistischem beziehungsweise jugendgefährdendem Inhalt. Wenn die ‚Bücherkiste’ voll ist, nichts mehr hineinstellen, nur noch rausnehmen und keinesfalls davor etwas einfach abladen.“

Der Hinweis, dass man für das Projekt noch ein oder zwei Paten zur Betreuung suche, bildete dann die Überleitung zu Pfarrer Ralph Walterspacher, der die Organisatoren für ihr Engagement lobte. Der Geistliche, der den Zeitpunkt der Einweihung mit dem Advent als Phase der Besinnung als gut gewählt betrachtete, hatte darüber hinaus etliche Bände aus seiner Sammlung für den Bücherschrank mitgebracht, ehe er die neue Einrichtung für Unterbalbach offiziell einweihte.

Im Anschluss an diesen kleinen Akt fanden sich dann alle zur Eröffnung des 2017er-Christbaumfestes im Schulhof ein, in dem schon zahlreiche Verkaufsstände auf die Besucher warteten. Bei „mitspielender“ Witterung eröffneten hier die Kinder des Bildungshauses mit ihren weihnachtlichen Liedbeiträgen den durchweg gut frequentierten übersichtlichen Markt, bevor der Ortsvorsteher in seiner kurzen Begrüßung alle Beteiligten für ihren Beitrag und ihr Engagement würdigte, hätte man doch wieder sehr viel Mühe auf ein Gelingen der Veranstaltung verwendet. Nach einem dicken Lob an die Stadtverwaltung und den Bauhof für die Unterstützung ging ein besonderer Dank noch an Wolfgang Weis, der zum Fest den großen Baum im Hof der Balbachschule spendete.

Danach konzentrierten sich dann die einheimischen und auswärtigen Gäste voll und ganz auf das bunte Angebot im Schulhof. Während die Feuerwehr, der Kirchenchor, die Kindertagesstätte, die Schule im Taubertal, das Deutsche Rote Kreuz, die DJK, der Heimat- und Kulturverein sowie der Jugendclub eine abwechslungsreiche kulinarische Auswahl unterbreiteten, rundeten darüber hinaus vier Buden mit unterschiedlichen Bastelarbeiten und Dekorationsgegenständen sowie selbstgefertigten Geldbörsen die farbenfrohe Mixtur ab.

Während der Förderverein der Balbachschule im heimeligen Bürgersaal einen reichhaltigen Kaffee- und Kuchentisch gedeckt hatte, entwickelte sich draußen im Hof ein umfangreiches Festprogramm, eingeleitet vom örtlichen Musikverein mit weihnachtlichen Klängen. Nicht fehlen durften auch diverse Beiträge der Flötengruppe der Schule für Musik und Tanz im Mittleren Taubertal sowie einstimmende Lieder seitens des Chores der Balbachschule. Auf viel Zuspruch beim Nachwuchs stieß auch in diesem Jahr wieder die Märchenerzählerin Sabine von der Schule im Taubertal, die in den Räumen der Grundschule die Kleinen mit ihren Geschichten in den Bann zog.

Zum „Stammgast“ beim Christbaumfest zählt natürlich längst ebenso der Nikolaus, der zum Ende der 19. Auflage am Abend wieder in Begleitung seines Gefährten Knecht Ruprecht die bereits gespannt ausharrenden Unterbalbacher Kinder jeweils mit einer Kleinigkeit bedachte; ein Auftritt, mit dem die gelungene Veranstaltung endgültig in eine gemeinsame und gemütliche Atmosphäre mündete. bix