Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum Leserbrief „Thema verfehlt: Note 6, setzen“ (FN, 19. Mai)

Chance einer Überplanung des Südfleisch-Areals nicht entgehen lassen

Kurz vorausgeschickt, die Pulizer-Preis verdächtigen Überschriften der Leserbriefe und Artikel entstehen oft in den zuständigen Redaktionen dieser Zeitung und liegen somit nicht in meinem Einflussbereich.

Vielleicht hätte es Herr Sperner wirklich geholfen, meinen Leserbrief noch ein weiteres Mal zu lesen. Es ist absurd zu behaupten, ich würde seine Meinung nicht achten. In meiner Betrachtung lege ich lediglich auf völlig andere Punkte wert, als er es tut. Dies ist durchaus legitim und hat nichts mit Missachtung zu tun. Es ist Teil eines konstruktiven Diskurses, der nicht nur eine Seite beleuchtet.

Zu behaupten, ich würde die Person des Leserbriefautors verspotten und diesen respektlos behandeln, weise ich ebenso entschieden zurück. Das sind Fake-News! Diese Vorhaltung geht eher zurück an den Verfasser des Leserbriefs vom 19. Mai, wenn er zum Beispiel sehr plump versucht, sinnentleerend und falsch zu zitieren, verschiedene Sachverhalte zu mixen und somit einen Strauß an Fake-News zu produzieren. Es scheint eher so, als hätte ich einen wunden Punkt getroffen.

Zu den Schulterklopfern; der Begriff kommt von Herrn Sperner. Ich zitiere aus seinem Leserbrief vom 5. Mai: „Bei Gesprächen mit Bürgern … wurde mir auf die Schulter geklopft, gut gemacht, endlich sagt mal einer was. Die da oben machen doch eh was sie wollen.“

Um eines auf den Punkt zu bringen, und das betrifft nicht primär Herrn Sperner, sondern die Gemeinde an Wutbürgern und Kümmertanten: dieses ewige Gefasel von ‚denen da oben’ nervt mich zusehends. Das ist eine Pegida-Rhetorik, welche man sich, als auf dem Boden des Grundgesetzes stehender Mensch, nicht unbedingt aneignen sollte. „Die da oben“ sind wir alle! Jeder hat die Möglichkeit der Teilhabe an der Politik. Jeder kann mitreden, mit verändern und mitmachen.

Auch wenn Herr Sperner es vielleicht nicht wahrhaben will, ersetzt man in den Parolen dieser Wutbürger das ‚Wir’ durch ein ‚Ich’, sieht man, dass meine These nicht ganz falsch ist. Es reden viele Menschen von ‚Wir’. Gemeint ist damit jedoch nur der eigene Vorteil oder die eigene kleine, bescheidene Komfortzone. Und nur weil eine aufschreiende Masse eine Ansicht ständig wiederholt, wird sie deswegen nicht automatisch richtiger.

Herr Sperner, Sie können gerne noch diverse Male die Beantwortung ihrer Fragen einfordern. Von meiner Seite werden Sie hierzu nichts Weiteres erfahren, als dass für mich persönlich eine Erschließung des Bahn-Areals eine übergeordnete Rolle spielt. Sich hier die Chancen, einer Überplanung des gesamten Bereichs zwischen Tauber und Bahn, entgehen zu lassen, wäre aus meiner Sicht fahrlässig und kurzsichtig.

Nur nochmal, um es auch für jeden hier klarzustellen, es ist meine persönliche Ansicht, die ich hier vertrete. Weder bin ich Sprachrohr oder Pressesprecher einer Seite, noch lasse ich mich dafür instrumentalisieren. Dies dürfen andere tun. Es mag sein, dass ich bei einigen allgemeinen Positionen ähnliche Ansichten vertrete, wie die von Herrn Sperner ins Spiel gebrachten Personen. Dies würde ich jedoch nicht unbedingt als verwerflich bezeichnen wollen.

Ganz ehrlich stelle ich mir auch die Frage, warum gerade ich ein Gespräch mit den Herren Maertens, Groß und Dr. Reinhart anbahnen sollte. Weder Herr Reinhart, Herr Groß, noch meine Person sind Beteiligte des Streitverfahrens. Was hier ein Gespräch unter Unbeteiligten in der Streitsache bringen soll, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn, dann obliegt es den Klägern selber, solche Gespräche zu organisieren und zu führen.

In mir keimt zusehends die Vermutung, dass es sich bei Ihnen lediglich um eine Art nachkarten alter Dinge geht, die Ihnen keine Ruhe lassen. Dies sollten Sie jedoch persönlich erledigen und nicht hier lösen. Alte ‚Laudemer-Gschichten’ gehören ins Provinztheater oder ins Museum.

Vielleicht sprechen Sie zum Beispiel den Eigentümer der Parkplätze mal persönlich an. Dann bekommen Sie sicherlich die erste Antwort auf Ihre Fragen.