Lauda / Königshofen

Martin-Schleyer-Gymnasium Jahrgangsstufe 11 beim Schülerwettbewerb „econo=me“ holte ersten Platz beim Publikumspreis

Das Bargeld soll nicht abgeschafft werden

Der Frage, ob das Bargeld abgeschafft werden soll oder nicht gingen Schüler des Martin-Schleyer-Gymnasiums nach und gewann bei einem Wettbewerb den ersten Preis.

Lauda-Königshofen. An der Supermarktkasse, beim Onlineshopping oder beim Herunterladen von Musik: Immer öfter kann man im Alltag bargeldlos bezahlen. Im digitalen Zeitalter geraten Münzen und Geldscheine als Zahlungsmittel zunehmend ins Hintertreffen. Soll also angesichts dieser Entwicklung das Bargeld gleich ganz abgeschafft werden? Dieser Frage widmeten sich einige Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Martin-Schleyer-Gymnasiums in einem außergewöhnlichen Projekt.

Aufwendig erstellte Homepage

Die aufwendige Recherche rund um Münzen und Moneten hat sich gelohnt: Der Beitrag, der auf einer eigens errichteten Homepage ausführlich beleuchtet wurde, konnte beim Schülerwettbewerb „econo=me“ unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die meisten Stimmen in der Online-Abstimmung für sich verbuchen. Damit war den Teilnehmern der erste Platz beim Publikumspreis der Sekundarstufe II sicher. Die glücklichen Gewinner dürfen sich nun über ein Preisgeld in Höhe von 1000 Euro freuen.

Glückwünsche

Bürgermeister Thomas Maertens überbrachte den prämierten Schülern, dem betreuenden Fachlehrer Stefan Nagelstutz und Schulleiter Dr. Jürgen Gernert die besten Glückwünsche und drückte den Preisträgern seine große Wertschätzung aus.

„Soll das Bargeld denn nun tatsächlich abgeschafft werden?“ Das wollte das Stadtoberhaupt wissen. Die Antwort fiel einstimmig aus: Nein, denn in der Gesellschaft sei Bargeld weiterhin ein beliebtes Zahlungsmittel. Zwar gebe es auch Nachteile wie zum Beispiel die Ausnutzung der Anonymität des Bargelds von Kriminellen oder die langsamere Abwicklung von Zahlungsvorgängen im Vergleich zu technisierten Zahlungsmethoden.

Doch insgesamt überwögen die Vorteile. Dazu zählten beispielsweise die direkte Kostenkontrolle („Was man im Geldbeutel hat, das hat man“), die einfache Handhabung ganz ohne technische Infrastruktur oder die Funktion einer Wertaufbewahrung.

Pro und Contra

Bei der Ausarbeitung ist den Schülern aufgefallen, dass beispielsweise Groß- und Kleinunternehmer oder Banken sehr unterschiedliche Meinungen darüber haben, ob Bargeld abgeschafft werden sollte. Um deren Haltung zu veranschaulichen, wurde der Versuch unternommen, sich in die Rolle der unterschiedlichen Personen zu versetzen und das Ganze in Form einer Debatte darzustellen. Dabei führten die Elftklässler zahlreiche Interviews – unter anderem mit einem Mitarbeiter der Bundesbank, dem Geschäftsführer der Gartencenter-Kette Dehner und einem Bäcker aus Lauda.

Kryptogeld ist wenig beliebt

Auch eine Umfrage über die Bedeutung von Geldmünzen und -scheinen wurde von den Schülern in Eigenregie durchgeführt. Auf die Frage, ob man sich vorstellen könne, eine Woche ohne Bargeld zu leben, antworteten zwar 65,8 Prozent aller Teilnehmer mit „Ja“. Doch nur 21,9 Prozent fänden es sinnvoll, Bargeld abzuschaffen. Die Meinungen zu digitalen Währungen, den sogenannten bitcoins, fällt ebenso klar aus: 58,9 Prozent lehnen es strikt ab, Kryptogeld zu erwerben. Ihr Argument: Pseudo-Währungen sind mit einem gewissen Risiko verbunden, da sie rein virtuell sind und weil ihr Wert schwankt.

Die Schüler zogen daraus den folgenden Schluss: „Alles in allem haben wir gemerkt, dass die Jahrgangsstufe des Martin-Schleyer-Gymnasiums eher eine Abneigung gegen eine Bargeldabschaffung hegt und viele Schüler dafür sogar gute Argumente liefern können. Des Weiteren ist uns jedoch aufgefallen, dass sehr wenige Schüler eine Vorstellung davon haben, was eine Kryptowährung ist, weshalb sie sich keine klare Meinung darüber bilden können, ob es eine sinnvolle Alternative zum herkömmlichen Geld ist.“

Als Kompromiss würden die Preisträger aber vorschlagen, den 500-Euro-Schein abzuschaffen oder eine Obergrenze für Barzahlungen einzuführen. So könnte man die Kriminalität maßgeblich einschränken. Alles in allem sei jedoch für einen Großteil der Bürger nur Bares tatsächlich Wahres. stv