Lauda / Königshofen

Hammeltanz Christa und Hermann Zenkert hielten den Blumenstrauß, als der Wecker klingelte

Das neue Konzept ist erfolgreich aufgegangen

Oberbalbach.Bereits seit Jahrzehnten zählt auch in Oberbalbach der Hammeltanz zur Tradition am Kirchweihfest. Nun begingen die Oberbalbacher wieder traditionsgemäß ihr Kärwefest, zugleich war es diesmal anders als sonst gestaltet und es beinhaltete spezielle Neuheiten.

Die Akteure der Balbachtaler Musikanten, die sich diesmal für die Organisation der Kerwe und des Hammeltanzes verantwortlich zeichneten, hatten nämlich entschlossen, aufgrund der zunehmend geringeren Besucherzahlen in den vergangenen Jahren den sonst am Samstagabend üblichen Kirchweihtanz ausfallen zu lassen. Anstelle dessen fand der Hammeltanz am Sonntag gegen Mittag vor einem erstmaligen großen Kärweessen statt.

Traditionell hingegen wurde auch in diesem Jahr am Freitagabend die Kärwe ausgegraben nebst deren Beginn „unter feuchten Bedingungen“ ausgiebig gefeiert sowie am darauffolgenden Montagabend unter Jammern wieder eingegraben, damit sie im nächsten Jahr erneut gebührend gefeiert werden kann.

Am Sonntagvormittag trafen sich unter anderem Organisatoren, die Hammeltanzpaare und weitere Akteure im Gasthaus „Zum Hirschen“. Nach einem Frühschoppen ging es bei einem Festzug, der von der Musik- und Feuerwehrkapelle Oberbalbach unter Leitung von Klaus Weiland angeführt wurde, zum Anwesen des vorjährigen Hammelpaares Erika und Albert Mohr sowie von dort gemeinsam mit diesem weiter zur Turn- und Festhalle. Auf deren Vorplatz fand der Hammeltanz statt, der ebenfalls von der örtlichen Musik- und Feuerwehrkapelle begleitet wurde und an dem insgesamt 18 Paare teilnahmen.

Hammelschäfer, der zudem ebenfalls den Festumzug mit anführt hatte, war zum 51. Mal Otto Hay aus Löffelstelzen. Zum zweiten Mal mit dabei war dessen Hammel Felix. „Bloozknechte“ waren Julius Leber und Paul Retzbach, die an die Teilnehmer und zahlreichen Zuschauer unter anderem Sekt verteilten, während die Paare im Kreis zur Musik marschierten und dabei einen Blumenstrauß weiterreichten. Diesen hielten, als der Wecker läutete, Christa und Hermann Zenkert in ihren Händen, die damit zum Oberbalbacher Hammelpaar 2018/2019 gekürt wurden.

Im Anschluss daran wurde in der dann komplett gefüllten Turn- und Festhalle zum Kärwefest eine Bewirtung mit einer reichhaltigen Auswahl an Spezialitäten und Getränken sowie Kuchen und Kaffee geboten. „Küchenchef“ war der ehemalige Deubacher und seit rund fünf Jahren in Oberösterreich lebende Thorsten Reuther, der seiner Heimat und speziell den Balbachtalern Musikanten weiterhin verbunden ist. Beim Kärweessen und -fest sorgte gleichfalls die Musik- und Feuerwehrkapelle für Stimmung und Unterhaltung.

Ortsvorsteher Christian-Andreas Strube, der unter anderem den ehemaligen Ortsvorsteher und jetzigen Bürgermeister der Stadt Grünsfeld, Joachim Markert, unter den Besuchern willkommen hieß, würdigte insbesondere die „Balbachtaler“ für die Ausrichtung der Kärwe, das etwa 50-köpfige Helferteam für dessen Einsatz sowie die Musik- und Feuerwehrkapelle Oberbalbach für deren musikalische Begleitung.

Erfolgreicher Neustart

„Das neue Konzept, erstmals ein Mittagessen am Kärwesonntag anzubieten und damit am selben Tag den Hammeltanz zu verbinden, ist sehr erfolgreich aufgegangen“, bilanzierten Jürgen Gruber, Vorsitzender der Balbachtaler Musikanten und dessen Stellvertreterin Daniela Dürr, die beide zu den Hauptorganisatoren der Kärwe gehörten, in Anbetracht der vor allem zur Mittagszeit sehr großen Gästezahl.

Am Montagabend wurde die Kärwe beim Gesangsverein „Eintracht“ begraben, der im kommenden Jahr die Organisation der Kärwe und des Hammeltanzes in Oberbalbach übernehmen wird. Sowohl der Hammeltanz als auch das Kirchweihfest und der Festumzug werden im jährlich abwechselnden Turnus jeweils von den Balbachtalern Musikanten, der Musik- und Feuerwehrkapelle Oberbalbach, dem Gesangsverein „Eintracht“ oder dem SV Oberbalbach organisiert. pdw