Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum momentanen Stand der geplanten Aufbereitungsanlage

Der Widerstand geht nach wie vor weiter

Es ist ruhig geworden rund um das Thema Abfallaufbereitungsanlage in Gerlachsheim. Mich interessiert, und vielleicht auch andere Gerlachsheimer, wie es um diese Abfallaufbereitungsanlage nun steht.

Gerlachsheimer Bürger haben rechtliche Schritte auf den Weg gebracht, sprich ihren Widerspruch bei der Genehmigungsbehörde fristgerecht eingereicht. Gemeinsam haben sie eine Normenkontrollklage beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim initiiert, die den Bebauungsplan „3. Änderung Pfützenäcker“ der Stadtverwaltung Lauda-Königshofen auf den Prüfstand stellen wird. Eine Petition liegt seit dem 1. August dieses Jahres im Landtag vor. Noch gibt es keine öffentlichen Reaktionen. Die Verfahren brauchen Zeit.

Am 24. September haben 350 Menschen bei einer lautstarken Demonstration und Kundgebung auf dem Rathausplatz in Lauda ihrer Wut und Empörung Ausdruck gegeben und in der nachfolgenden Gemeinderatssitzung die Bürgerfragestunde im Beisein der Medien genutzt, um Bürgermeister Thomas Maertens zur Rede zu stellen.

Erinnern wir uns: Am 5. Oktober 2015 wurde der Gerlachsheimer Bevölkerung bei dem von Stadtverwaltung und Firma Konrad Bau gemeinsam veranstalteten Informationsabend das Vorhaben des Unternehmens am Standort Gerlachsheim vorgestellt. Unter anderem sprach die Geschäftsführung von Konrad Bau von „Boden“ und von 50 000Tonnen Umschlagskapazität „Bodenverbesserung“.

Zu diesem Zeitpunkt war der Stadtverwaltung längst (seit Juli 2015) bekannt, welche Abfallarten in Gerlachsheim umgeschlagen werden sollen. Die Werbereden, die Bürgermeister Maertens für die Firma an diesem Abend hielt, ließen für uns Bürger klar erkennen, hier soll auf Biegen und Brechen ein Vorhaben durchgezogen werden.

Das ganze Prozedere im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens haben aktive Gerlachsheimer genutzt, ihre Widersprüche und Belange im Rahmen der Auslegung einzureichen. Die eingebrachten Anregungen hatten keine Chance, so dass der Bebauungsplan im Gemeinderat verabschiedet wurde.

Als dann Mitte Juli dieses Jahres ein Gerlachsheimer Bürger im Gemeinderat die erfolgte Genehmigung der Abfallaufbereitungsanlage mit der verdreifachten Abfallmenge und mit über 30 zugelassenen Abfallarten bekanntmachte und nachfragte, wie diese Erhöhung zustande kam, fielen die Gemeinderäte aus allen Wolken.

Die Stadtverwaltung hatte sie im Laufe des Genehmigungsverfahrens von allen Informationen ferngehalten. Auch wir Bürger fühlten uns missachtet und gingen in den Widerstand. Wie fern sind die Verantwortlichen von der Bevölkerung, dass sie ein solches menschenfeindliches Vorhaben befürworten und durchzudrücken versuchen?

Am Montag, 5. November, um 15 Uhr sah ich im Vorbeifahren ein Kinderfahrrad auf der Fahrbahn in Höhe der Würzburger Straße 21 liegen. Menschen standen herum, ein weinendes Kind in den Armen der Mutter, ein parkender schwarzer Pkw mit Warnblinkanlage, eine Frau die völlig erschrocken zurück zum parkenden Auto läuft. Ich weiß nicht was geschehen war, jedenfalls schien das Kind Glück gehabt zu haben, dass der PKW ausweichen konnte als es auf die Fahrbahn gestürzt ist. Es ist gefährlich geworden in Gerlachsheim!

Zurzeit tagt der Runde Tisch, von dem möglicherweise einige die Hoffnung hegen, dass er in der Suche nach einer Alternative scheitert. Egal welches Ergebnis der Runde Tisch bringen wird, wir Bürger von Gerlachsheim werden niemals akzeptieren, dass die mit Hilfe von Bürgermeister Maertens voreilig vom Landratsamt genehmigte Abfallaufbereitungsanlage der Firma Konrad Bau am vorgesehenen Standort direkt hinter Gerlachsheim gebaut wird. Auch wenn derzeit die Lage ruhig (beruhigt) scheint: der Widerstand geht weiter.