Lauda / Königshofen

Imkerverein Kälteperiode bremst Trachteintrag / Experte für wöchentliche Durchsicht

Die Bienenschwärme in den Griff bekommen

Archivartikel

Lauda-Königshofen.In seiner aktuellen Monatsbetrachtung stellte der Vorsitzende des Imkervereins im Schulungsraum des Lehrbienenstandes bei Heckfeld fest, dass – im Gegensatz zu 2018, das von außergewöhnlich warmen Frühjahrestemperaturen geprägt war – der Trachteintrag 2019 durch eine längere Kälteperiode in den letzten Tagen gebremst wurde.

Hoffnung auf warme Tage

So nutzten die Bienen die derzeitige Rapsblüte nicht ausreichend. Hier und da geht die Blüte schon zur Neige und es bleibt zu hoffen, dass noch einige warme Tage zum Trachteintrag zur Verfügung stehen. Ansonsten haben sich die Völker gut entwickelt und brauchen nun ausreichend Platz für Brut und Nektareintrag.

Anscheinend neigen die Völker verstärkt zum „Schwärmen“, der natürlichen Vermehrung der Honigbiene durch Volksteilung. Die alte Königin zieht mit der Hälfte der Tiere aus dem Stock aus und sucht sich eine neue Unterkunft. Das zurückbleibende Volk zieht sich eine junge Königin nach. Die ersten Schwärme sind schon Ende April, Anfang Mai abgegangen, wie einige Imker berichten. Allerdings hat das „Schwärmen“ in der heutigen Bienenhaltung große Nachteile.

Das ausrückende Volk ist für eine gute Honigernte verloren und ein Schwarm findet kaum noch geeignete natürliche Nistmöglichkeiten (Baumhöhlen, größere Spalten und trockene Höhlen in bestehenden Gebäuden) zum Überleben. Außerdem können die „abgeschwärmten“ Bienen nicht mehr gegen die Varroatose behandelt werden.

Eine Überlebenschance hat der Schwarm, wenn er vom Imker eingefangen wird. Aber auch da sollte man keine großen Risiken eingehen. Deshalb empfiehlt der Vorsitzende nun entsprechende Maßnahmen zur Schwarmverhinderung einzusetzen wie wöchentliche Durchsicht der Völker, um rechtzeitig Schwarmzellen zu entdecken und auszubrechen, Drohnenrahmen kontrollieren, rechtzeitiges Schröpfen (Entnahme von Brutwaben) in Verbindung mit Ablegerbildung oder auch geeignete Maßnahmen zu einer Vorwegnahme der Volksvermehrung. Die Ablegerbildung ist nicht nur günstig zur Schwarmvorbeugung, sie ist auch eine wichtige Maßnahme um den Bestand an Bienenvölkern mit jüngsten, einjährigen Königinnen für das nächste Jahr zu gewährleisten. Wer selbst neue Königinnen ziehen will, tut dies mit einem Sammelbrutableger, der mit gutem Zuchtmaterial versorgt werden sollte.

Wer diesen Aufwand scheut, kann auch drei bis fünf Waben-Ableger aus seinen Völkern bilden und am Lehrbienenstand abstellen, wo sie mit entsprechenden Königinnenzellen versorgt werden. Wichtig hierbei ist, Waben mit viel gedeckelter und wenig offener Brut auswählen, möglichst keine Drohnen mitgeben und den Ableger mit ausreichend Bienen und Futter versorgen.

Da bis zur nächsten Versammlung Mitte Juni die Frühtrachternte schon abgeschlossen ist, ging der Vorsitzende nochmals kurz auf die Honigernte und -verarbeitung ein. Wichtig ist dabei nur „reife“, gut gedeckelte Waben, dessen Honig einen geringen Wassergehalt aufweisen zur Schleuderung zu verwenden. Am sichersten ist dabei, den Wassergehalt mit einem Refraktometer zu messen. Nach der Schleuderung wird der Honig mehrmals abgeschöpft und gut verschlossen, damit er keine Fremdgerüche aufnimmt. Um Rapshonig gut vermarkten zu können, ist es dringend notwendig, ihn vor dem Abfüllen cremig zu rühren.

Bericht vom Imkertag

Im weiteren Verlauf der Versammlung berichtete Bernd Weckesser noch ausführlich vom Badischen Imkertag in Konstanz und dem in Weissach. Die Rückmeldungen über die Winterverluste sind vom Bieneninstitut in Mayen inzwischen ausgewertet. So lagen die Völkerverluste 2018 zwischen zehn und 15 Prozent (mit einigen regionalen Unterschieden). Die Behandlungsmittel können erst zur nächsten Monatsversammlung am 14. Juni ausgegeben werden oder nach vorheriger Anmeldung direkt beim Vorsitzenden.

Am Samstag, 25. Mai, treffen sich interessierte Mitglieder und Freunde des Imkervereins zu einer kleinen Frühjahreswanderung rund um Gerchsheim. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Sportheim in Gerchsheim.