Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum ehemaligen Südfleisch-Gelände in Lauda

Die Fragen wollen beantwortet sein

Das Vorverkaufsrecht der Stadt Lauda-Königshofen für das ehemalige Südfleisch-Gelände wurde vom Verwaltungsgerichtshof Mannheim der Stadt zugesprochen. Sind durch dieses Urteil alle Planungen und Vorhaben der Stadt Lauda-Königshofen automatisch sehr gut und im Interesse der Bürger? Hier wird einem regionalen Nahrungsmittelanbieter die Arbeitsgrundlage entzogen. Der Stadtverwaltung erscheint es wichtiger und sinnvoller zu sein, mit Hilfe eines Investors die städtebauliche Entwicklung zu sichern und einen schönen Stadteingang herzustellen.

Was ist ein Investor? Info aus der Betriebswirtschaftslehre: „Investoren haben an ihre Investitionen allerdings Bedingungen geknüpft. So ist mit einem Investment häufig eine Beteiligung am Unternehmenserfolg oder an Unternehmensanteilen verbunden. Viele Investoren wollen zudem ein Mitspracherecht und möchten Prozesse beeinflussen.

Bei Verhandlungen mit Investoren sollte der Rahmen klar abgesteckt werden. Mitspracherecht und Einfluss des Investors sollten vertraglich festgehalten werden, andernfalls kann es zu Problemen bei der Verwirklichung der eigenen Idee kommen.“ Ende Info Betriebswirtschaftslehre.

Die nachfolgenden Fragen sollten, der Ordnung halber, von der Stadtverwaltung Lauda-Königshofen beantwortet werden.

Warum benötigt die Stadt Lauda-Königshofen einen Investor, um die städtebaulichen Maßnahmen im Sinne der Bürger durchzuführen? Welche Interessen hat der Investor? Wann und wie wurde Einfluss und Mitspracherecht des Investors verhandelt? Welches Gremium hat darüber beraten und entschieden? Entsprechen die Interessen des Investors dem Willen der Bürger der Stadt Lauda-Königshofen?

Über 2000 Kunden haben sich für den Erhalt der FF Taubertaler Fleisch und Wurst GmbH ausgesprochen, dies wurde in einer Unterschriftenaktion bekundet. Warum wird das nirgendwo erwähnt? Sind die Mitglieder des Gemeinderates Ihren Bürgern oder der Fraktion Ihrer Partei verpflichtet?

Auf der untersten Ebene der Demokratie sollte doch nicht genau so gehandelt werden wie in der großen Politik. Es ist auch eine Frage des Anstandes, die zuvor gestellten Fragen beantwortet zu bekommen.