Lauda / Königshofen

Volkstrauertag Heimat- und Kulturverein, die Reservistenkameradschaft sowie der VdK Lauda setzten ein mahnendes Zeichen

Die Gedenkfeier bewusst lebendig halten

Archivartikel

Anlässlich des Volkstrauertags gedachten verschiedene Organisationen auf dem Alten Friedhof in Lauda den Opfern von Kriegen und Gewalt.

Lauda. Volkstrauertag – das Bewusstsein über seine Bedeutung scheint geschwunden. Und doch birgt das Vergessen neue Gefahr. Hasstiraden, im Netz weltweit verbreitet, säen täglich und stündlich Unfrieden, werden zu Taten. Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit sind Wurzeln neuen Leides.

Der Heimat- und Kulturverein Lauda (HKV) hat es sich zusammen mit der Reservistenkameradschaft Lauda und dem VdK Lauda zur Aufgabe gemacht, die Gedenkfeier zum Volkstrauertag, umrahmt von der Musikkapelle Oberlauda mit ihrem Vorsitzenden und Dirigenten Maximilian Mohr und vom katholisch-evangelischen Kirchenchor unter Christian Abelein, auf dem Alten Friedhof lebendig zu halten.

„Nur wer sich erinnert, kann aus der Vergangenheit lernen, um eine bessere Zukunft zu gestalten“, stellte Werner Hellinger, Vorsitzender des HKV, in seiner Begrüßung fest; er nannte den Volkstrauertag einen Gedenktag, mit dem viele Menschen heutzutage nichts mehr anfangen können, weil sie seinen Sinngehalt nicht kennen – und es sind nicht nur junge Menschen, die sich fragen: „Um was oder wen und vor allem warum sollen wir denn da noch trauern?

Kaum eine Nachrichtensendung im Deutschen Fernsehen ist ohne Bilder von Krieg und Zerstörung. Die daraus resultierenden Flüchtlingsströme zeugen vom Leid der Menschen, der Krieg vertreibt sie aus ihren Heimatländern und den dort agierenden Terrorgruppen.

Damit es bei „Nie mehr Krieg“ bleibt und um den Frieden zu bewahren, „müssen wir uns der Erinnerung daran stellen, was Krieg bedeutet. Sehen wir ihn – den Volkstrauertag – als ein wichtiges Erbe an. Benutzen wir ihn zum Atemholen, zum Nachdenken über Krieg und Gewalt, über uns und unsere Mitmenschen in Europa und in der Welt...“

In seiner Gedenkrede erinnerte Bürgermeister Maertens über die Opfer von Gewalt und Krieg hinaus an die Opfer einer unheilvollen Weltanschauung, der sie sich widersetzten, und die Millionen von Menschen, die man aufgrund einer Behinderung als lebensunwert bezeichnete. „Der Volkstrauertag setzt ein mahnendes Zeichen und appelliert an Versöhnung, Verständigung und Verantwortung“, mahnte Thomas Maertens.

Einsatz für Frieden

Nicht nur ein frommer Brauch, mahnte Diakon Schnurr, solle diese Gedenkfeier sein, vielmehr sieht er die Aufgabe der Menschen im steten Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Dankbar erinnerte er, persönliche Erlebnisse einbeziehend, an nunmehr 74 Jahre in Frieden und Freiheit und dabei auch an 30 Jahre nach dem Mauerfall. Mit Fürbitten und Segen beendete Willi Schnurr seine Worte.

In seinen Schlussworten würdigte Martin Kollmar, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft, die Teilnehmer, nicht ohne einen besonderen Dank an die Akteure und die erstmals mit einer Abordnung teilnehmende Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Lauda. Traditionell beendete das von der Musikkapelle begleitete gemeinsame Singen der Nationalhymne die Feier. irg

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