Lauda / Königshofen

Geplante Bodenverbesserungsanlage Der Widerstand der Bürger in Gerlachsheim formiert sich / Petition an den Landtag von Baden-Württemberg geschickt

Die Normenkontrollklage ist jetzt bei Gericht eingereicht

Gerlachsheim.Zu einem ersten spontan einberufenen Bürgertreff bezüglich der geplanten Bodenverbessungsanlage der Firma Konrad Bau im Buchlerhaus waren fast 60 Gerlachsheimer Bürger gekommen, um genauere Informationen zu erhalten. Denn inzwischen war durchgesickert, dass das Unternehmen nicht – wie immer betont – 50 000 Tonnen, sondern 155 000 Tonnen Abfälle pro Jahr in ihrer geplanten und vom Landratsamt am 22. Juni genehmigten Anlage in Gerlachsheim verarbeiten will. Als sich dann noch herausstellte, dass der gesamte Gemeinderat von Lauda-Königshofen darüber nicht informiert war, da war die Empörung weiter Kreise nicht mehr aufzuhalten.

Fakten vorgestellt

Die Initiatoren des Bürgertreffs stellten die Fakten des Genehmigungsschreibens vor. Eine Umweltingenieurin informierte vor allem über die für die Verarbeitung geplanten Materialien wie Kraftwerksabfälle, Gießereiabfälle, Filterstäube, Schlämme, Strahlmittelabfälle, Bitumengemische, Gleisschotter und vieles mehr. Dabei ging es auch um die Gefahren für die Gesundheit der Bevölkerung durch eventuell giftigen Staub und für das Wasser. Die Anlage würde nämlich im Wasserschutzgebiet errichtet werden. Und die Kläranlage, in die die anfallenden Abwässer geleitet werden sollen, sei nicht dafür ausgelegt, zum Beispiel um darin enthaltene Schwermetalle auszufiltern. Diese würden also in die Tauber fließen.

Erörtert wurden auch die gravierenden Folgen des enorm steigenden Schwerlastverkehrs durch die enge Ortsdurchfahrt. Zur Zahl der zusätzlich fahrenden Lkw liefere das Genehmigungsschreiben sehr Widersprüchliches. Und auf keinen Fall würden für den Hin- und Her-Transport der täglich erlaubten 2000 Tonnen die 42 vom Betreiber angenommenen Fahrbewegungen ausreichen.

Mit einem Vielfachen sei zu rechnen, was weder die an der Zufahrtsstraße wohnenden Menschen, noch die Gebäude in Gerlachsheim aushalten könnten.

Hoffen auf positiven Ausgang

Alle bei der Versammlung anwesenden Bürger sprachen sich dafür aus, gegen die dritte Änderung des Bebauungsplans „Pfützenäcker“ eine Normenkontrollklage anzustreben. Bei positivem Ausgang des Verfahrens wäre die Umsetzung der Anlage tatsächlich in Frage gestellt. Die Kosten des Verfahrens sollten aber den Klägern, die stellvertretend für alle den Klageweg beschreiten wollen, nicht aufgebürdet werden. Viele der anwesenden Personen sicherten deshalb spontan ihren finanziellen Beitrag zu.

Inzwischen hat der Anwalt der fünf Personen, die sich zur Klage bereiterklärt haben, die Normenkontrollklage eingereicht.

Alle, die beim ersten Bürgertreff einen Betrag gezeichnet haben, sollten diesen nun auf das inzwischen eingerichtete Sonderkonto bei der Sparkasse Tauberfranken, IBAN: DE86 6735 2565 0001 5629 66, unter der Angabe von Name und Adresse einzahlen. Weitere Gelder werden gebraucht. Was am Ende übrig ist, wird anteilmäßig an die Einzahler zurückgegeben.

Widerspruchsverfahren laufen

Neben dieser Klage gegen den Bebauungsplan laufen auch verschiedene Widerspruchsverfahren gegen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis.

Außerdem habt eine Gruppe von Gerlachsheimer Bürgern auch eine Petition beim Landtag eingereicht, deren Eingang bereits bestätigt wurde.

Damit alle auf den neuesten Stand gebracht werden können und das weitere Vorgehen überlegt und koordiniert werden kann, wird es einen zweiten Bürgertreff geben. Er findet am Sonntag, 12. August, um 19 Uhr im Josefshaus in der Würzburger Straße in Gerlachsheim statt. jose