Lauda / Königshofen

Kleinkunstbühne Komiker Johannes Flöck begeisterte im Weinhof Ruthardt sein Publikum

Die positiven Seiten des Älterwerdens vermittelt

Archivartikel

Guter Wein, strahlende Gesichter und ein Komiker, mit dem sogar das Älterwerden Spaß macht.

Lauda. Das Weinhaus Ruthardt startete am Freitagabend in die 19. Saison der Kleinkunstbühne im ausverkauften Weinhof. Den Auftakt machte Johannes Flöck mit seinem neuen Programm „Verlängerte Haltbarkeit“.

Treffsichere Pointen

Mit treffsicheren Pointen zeigte der Neu-Fünfziger dem Laudaer Publikum die positiven und witzigen Seiten des Älterwerdens auf.

Dabei präsentierte sich Flöck vor allem selbstironisch und unterstrich mit seinen Gags seinen wichtigsten Ratschlag: „Man darf sich selbst nicht zu ernst nehmen und muss über seine eigenen Fehler lachen können.“

Wichtig sei zunächst einmal die Erkenntnis, dass Alter immer relativ sei: „Für meine Eltern bin ich noch jung, für meine 14-jährige Nichte bin ich schon halbtot.“ Das wichtigste am Altern sei es jedoch, nie den Optimismus zu verlieren. Der sei der wahre Seelentröster. „Genau wie Alkohol im Massen, äh Maßen.“

Einen weiteren Schwerpunkt in seinem Programm nahmen die kleinen und großen Wehwehchen des Alters ein. „Neulich habe ich bei offenem Fenster geschlafen und einen Zug bekommen. Da habe ich erkannt, jetzt werde ich schon von Luft verletzt. Von Luft!“ Und auch mit seiner abnehmende setzte er sich pointiert auseinander: „Mein Kopf macht manchmal Vorschläge, die kann mein Körper nicht mehr erfüllen.“

Großen Raum widmete er auch dem Thema Ernährung und den fortwährenden Diskussionen mit seiner Freundin.

Als Metzgersjunge sei das besonders schwierig. Schließlich sei er nicht mit dem Schnuller, sondern mit Schweinsöhrchen im Mund aufgewachsen. Seine Freundin dagegen, habe ihm neulich empfohlen mehr Obst zu essen. „Obst? Kannte ich auch nicht.“

Anschließend bekamen dann noch so genannte Frutarier ihr Fett weg. Er erklärte, Frutarier seien Leute, die nur das essen, was von Bäumen fällt, um im gleichen Atemzug zu warnen: „Lassen Sie nie ihr Kind auf einen Baum klettern, wenn ein kurzsichtiger Frutarier in der Nähe ist.“

Bei Vegetariern schlug er in dieselbe Kerbe. Die hätten wahrscheinlich die Rauchmelderpflicht durchgesetzt: „Wenn ich heimlich Fleisch esse, geht dat Ding los“, witzelte der Rheinländer.

Immer wieder stellte Flöck auch seine Schlagfertigkeit unter Beweis. Als er aus dem Weinhaus Ruthardt im Redefluss versehentlich das Weinhaus Reinhardt machte und ihn die Zuschauer korrigierten, verteidigte er sich mit Blick auf sein Alter und die zunehmende Vergesslichkeit: „Ich bin ja froh, dass ich mir den Text merken kann.“

Fast enthusiastisch

Beinahe enthusiastisch nahmen die Zuschauer auch Flöcks Gesangseinlagen auf. Passend zum Auftrittsort begeisterte er zum einen mit seinem Wein-Rap, in dem er sich als Reblaus darstellte, und zum anderen legte er gegen Ende der Show noch eine viel umjubelte Musical-Einlage als Flöckchen-Fleischer hin. Für beides erntete Flöck vom Publikum frenetischen Applaus.

Damit hatte das Laudaer Weinhaus-Team um Chef-Organisator Jochen Ruthardt die Bestätigung, dass sie trotz der Beschwerden von Anwohnern und der daraus resultierenden Sperrzeitverkürzungen durch die Stadt Lauda-Königshofen einmal mehr ein gelungenes Kunstprogramm auf die Beine gestellt hatten.

Ende Juli und Ende August geht die 19. Kleinkunstbühne im Weinhof Ruthardt in Lauda weiter. Am Freitag, 27. Juli, tritt Thilo Seibel auf, am Samstag, 28. Juli, ist Horst Fyrguth auf der Kleinkunstbühne zu sehen. Am Freitag, 24. August sind zunächst Benjamin Eisenberg und Matthias Reuter im Doppelpack zu Gast und am Samstag, 25. August kommt schließlich Lutz Rosenberg von Lipinski. Kartenvorbestellungen sind schon jetzt unter Telefon 09343/1401 möglich.