Lauda / Königshofen

Kunst September-Ausstellung in der Galerie „das auge“ eröffnet

Dr. Ulrich Jost widmet sich in Fotografien dem Thema „Spuren“

Archivartikel

Lauda.Gleich im „Doppelpack“ begrüßt der Aussteller der neuen Präsentation in der Galerie „das auge“ seine Gäste; als Ur Selfie trifft sein forschender Blick den Besucher und als Dokumenta Selfie widmet er seine Aufmerksamkeit alleine der Ausstellung. Dr. Ulrich Jost aus Bad Mergentheim zeigt im September Werke, von denen jedes einzelne ungeteilte Aufmerksamkeit fordert, es zu ergründen – zu entschlüsseln – in all seinen Facetten zu erfassen. Sein Thema sind „Spuren“; sie entstehen überall – bei jeder Begegnung – bei jeder Aktion.

Den eigenen Weg von der Malerei zur Fotografie beschrieb Dr. Jost bei der Eröffnung durch Karl von Baumbach sehr anschaulich – die Ideen zur Verfremdung durch die Verbindungen verschiedener Motive, Variationen durch Computerbearbeitungen und schließlich die Vollendung durch manuelle Ergänzungen, sei es Farbe oder Grafik – es entstehen immer wieder neue und überraschende Arbeiten.

Die Bilder, sagt der Künstler, entstehen im Kopf, und vergleicht die im Computer entstandenen Ergebnisse mit dem Pointilismus, die Pixel mit der Technik von Van Gogh oder Pissarro. Vielfältig sind die Themen der Bilder; die Märchenfigur „Rapunzel“ wurde in einen historischen Turm versetzt, mehrere Holzschnitte von Norbert Gleich, verfremdet und kombiniert, werden zu einem neuen Bild, in dem die Ursprünge nur durch genaues Hinsehen erkannt werden können.

Bahngleise zeigen die Spuren einer längst vergangenen Zeit, als im Bad Mergentheimer Bahnhof noch Panzer und Bundeswehrgeräte ver- und umgeladen wurden. Einen ganz besonderen Blick hat der Künstler mit dem Bild „Paris Montmartre vom Musee d’Orsay“ festgehalten, eine überdimensionale Uhr mit ungewöhnlichem Durchblick. Doch auch durch Computer- und Telefonnetze entstandene unsichtbare Spuren werden im Bild „Wasser, Mensch und Spuren“ oder den beiden Bildern „Spuren der Menschheit“ sichtbar, bedecken und beherrschen ganze Erdteile. Musik und ihre Interpreten, sei es „Annie in der Aula“ oder „Klavierspieler Moritz“, zeigen eine weitere Facette der Kunst.

Zu sehen sind diese Werke an allen Tagen im September zu den gewohnten Öffnungszeiten 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr in der Kunstkreis-Galerie „das auge“. An den Nachmittagen kann man auch den Künstler selbst dort antreffen. irg