Lauda / Königshofen

Heimatgeschichte Gruppe Historisches&Kulturelles ist seit 20 Jahren auf den Spuren des Bauernkriegs 1525 und organisiert öffentliche Geländegänge

Ein eigenes Bild vom Wahrheitsgehalt

Lokale Geschichte auch mit regionaler und überregionaler Bedeutung aufzuarbeiten, bedeutet für die Gruppe Historisches&Kulturelles alljährlich, themenbezogene Führungen anzubieten.

Königshofen. Seit 20 Jahren sind insbesondere die Vereinsvorsitzenden wie Brigitte Simonson und Bernhard Geisler immer dabei, Heimatkundlich- und Geschichtsinteressierte auf die Spuren der Bauernkriegsschlacht vom 2. Juni 1525 zu lenken, damit sich die Menschen ein eigenes Bild von dem Wahrheitsgehalt unzähliger Publikationen machen können, die die entscheidende Wende im mittelalterlichen Aufstand des „gemeinen Mannes“ erzählen.

Hinterfragt werden bei diesen Geländegängen mit mehreren Zwischenhalten die zeitlichen Abläufe jenes für die Stadt an der Tauber so schicksalhaften Tages, die Vorgaben der Topographie von der Mündung der Umpfer in die Tauber bis zum Fuß des Wartturms auf dem Turmberg und nicht zuletzt auch die Logistik, wie innerhalb weniger Stunden 65 Geschütze und rund 300 Wagen über einen engen Hohlweg und die „Galgensteige“ auf die Turmberghochfläche gelangt sein sollen.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Teilnehmer an diesen GHK-Exkursionen einig sind, dass die gängige Literatur deutliche Widersprüche zu den Örtlichkeiten aufweist und diese Unstimmigkeiten über Jahrzehnte hinweg unverändert abgeschrieben und in neue Publikationen übernommen wurden. Brigitte Simonson und Bernhard Geisler bringen es auf den Punkt: „Es geht nicht in erster Linie darum, bekannte Autoren wie Friedrich Zimmermann (war häufig in Bad Mergentheim und ist dort auch gestorben), Wilhelm Blos (Wertheim) oder Dr. Elmar Weiß (Osterburken) dafür zu tadeln, dass sie sich mit den überlieferten Darstellungen der Schlacht nicht kritisch auseinandergesetzt und Unstimmigkeiten widerspruchslos weiterverbreitet haben. Wir wollen den Teilnehmern an unseren Führungen Anregungen mitgeben, sich selbst ein Bild der damaligen Ereignisse zusammenzustellen und das auch an nachfolgende Generationen weiterzugeben.“

Seit 20 Jahren bietet also die GHK Königshofen Führungen auf den Spuren der Bauernkriegsschlacht vom 2. Juni 1525 an. Neben den allgemeinen öffentlichen Terminen gab es in dieser Zeit auch Führungen für Vereine, Schulklassen oder Bildungseinrichtungen – einmal sogar mit einem großen Reisebus für eine Seniorengruppe aus dem Hohenlohischen.

Natürlich halfen die Exkursionen immer wieder auch Schülern und Studenten bei der Erstellung ihrer Haus- oder Diplomarbeit. Der Austausch und die Weitergabe von Wissen und Unterlagen war für die Vereinsführung der GHK schon immer selbstverständlich. Dafür nahmen sich Ehrenmitglied Hans Schieb und der Vorsitzende Emil Michelbach viel Zeit und auch heute noch ist Vereinsehrenmitglied Martin Stein eine wichtige Anlaufstelle für Geschichtsinteressierte aus dem In- und Ausland. isch