Lauda / Königshofen

Runder Geburtstag Reimund Braun wird am heutigen Mittwoch 70 / Dampflokfreunde ernannten ihn aufgrund seiner herausragenden Verdienste zum Ehrenvorsitzenden

Ein Zugpferd und ein Macher auf vielen Gebieten

Archivartikel

Beckstein.„Ich wollte schon immer raus in die Natur und technische Dinge und Abläufe interessierten mich stets mehr als meine Hausaufgaben“ gibt Reimund Braun heute freimütig mit einem Schmunzeln zu. Die Praxis liegt ihm auch heute noch näher als die Theorie, Werkzeuge und Maschinen sind ihm vertrauter als der PC. Doch am heutigen Mittwoch lässt auch er, der sonst so umtriebig auf vielen Gebieten ehrenamtlich tätig ist, die Arbeit einmal liegen. Reimund Braun wird 70.

In Beckstein geboren, wuchs der Jubilar zusammen mit seinen beiden Geschwistern hier auch auf. Nach der Volksschule verschlug es ihn dann nach Lauda, wo er eine Lehre als Elektriker absolvierte. Doch 1970 wechselte er zur Bahn, machte dort eine Ausbildung zum Lokführer. Als Heizer erlebte er die ersten vier Jahre sogar noch aktiv auf Dampfloks mit und fuhr dann später, bis zu seiner Pensionierung, Diesel- und E-Loks. „Wir waren damals noch sowohl im Nah-, als auch Fern- und Güterverkehr unterwegs“, erinnert sich Reimund Braun. „Als die Dampfloks weg waren, machte ich ein Kreuzzeichen, denn die Arbeit auf der Lok war hart, gerade als Heizer.“

Es dauerte deshalb auch bis 1983, bis er als Helfer zur Interessengemeinschaft der Dampflokfreunde in Lauda stieß, die sich 1978 die Aufstellung und den Erhalt des Dampflokdenkmals auf die Fahnen geschrieben hatte. „Es war eine schöne Zeit, in denen viele Freundschaften gebildet wurden,“ so Reimund Braun.

Aufgrund seines großen Engagements und seines umfassenden Netzwerkes wählten ihn die Mitglieder dann auch 2003 zum Vorsitzenden der Interessengemeinschaft. Noch im gleichen Jahr begann unter seiner Initiative und Leitung die erste größere Maßnahme an der alten Dampflok: Reimund Braun entwarf und konstruierte nicht nur das heutige Dach über dem Denkmal, sondern er organisierte und baute es zusammen mit ein paar Helfern auch noch selbst auf. Eine nachhaltige Investition für die Zukunft, denn nun steht die Lok im Trockenen, der Rostbefall ist dadurch stark gebremst.

Seitdem hat Reimund Braun zahlreiche Verschönerungen und Renovierungen an und um die Lok organisiert, sie an das Starkstromnetz angeschlossen, die Umrandung neugestaltet sowie einen Wasseranschluss initiiert. Von 2013 bis 2017 folgte schließlich eine Generalsanierung mit nur wenigen Helfern unter seiner Leitung, inklusive einem Neuanstrich sowie einer Wiederinbetriebnahme der Pfeife nach 40 Jahren. Braun allein leistete dabei über 2000 ehrenamtliche Stunden. Seitdem gilt die Gesamtanlage als schönstes Dampflokdenkmal Deutschlands im Freien.

Als er nach 15 Jahren Anfang 2018 den Vorsitz in jüngere Hände abgab, ernannte ihn die Interessengemeinschaft aufgrund seiner riesigen Verdienste um die Erhaltung der Dampflok zu ihrem Ehrenvorsitzenden.

Doch auch darüber hinaus war Reimund Braun zeitlebens ehrenamtlich aktiv. So trat er mit zwölf Jahren bereits in die Musikkapelle Beckstein ein, wo er 28 Jahre lang aktiv Waldhorn spielte. Mit 16 Jahren schnürte er erstmals beim FV Oberlauda die Kickschuhe und hob 1972 als Gründungsmitglied den SV Winzer Beckstein mit aus der Taufe.

Dort begleitete er auch über Jahre hinweg das Amt des Kassierers, baute den Sportplatz mit und installierte mit weiteren Helfern die Flutlichtanlage. Fünf Jahre vertrat er die Interessen der Bürger zudem im Ortschaftsrat von Beckstein und seit sechs Jahren engagiert er sich noch als Obmann beim katholischen Männerwerk.

Zahlreiche technische Arbeiten in seinem Heimatort, wie etwa am Friedhof oder an der Kirche, tragen seine Handschrift.

Das „Gröttle“, wie eine kleine Gebetsgrotte zwischen Beckstein und Königshofen im Volksmund genannt wird, rettete er vor dem Verfall und sanierte es bereits 1996 als auch 2012. Zudem machte er es an dem Steilhang durch Treppen für die Besucher zugänglicher.

Den Jubilar kennen darüber hinaus aber auch viele Bürger aus der Region, da er bereits seit 45 Jahren Christbäume in einer eigenen Plantage zieht und so jedes Jahr für Weihnachtsstimmung in vielen Wohnzimmern, bei Firmen und Kirchen sowie auf öffentlichen Plätzen sorgt. Seine vielen Obstbäume pflegt der Jubilar ebenso akribisch. Die Früchte verarbeitet er in den Wintermonaten schließlich auch in seiner eigenen Obstbrennerei.

Verheiratet ist Reimund Braun seit 1970 mit Margit, geborene Neixler, aus Schweigern. Aus der Ehe gingen seine zwei Kinder Karin und Michael, er ist mittlerweile Geschäftsführer der Winzer Beckstein eG, hervor. In der Zwischenzeit ist der Jubilar auch mehrfacher Opa. Seine Urlaube verbringt Reimund Braun am liebsten beim Skifahren, vor allem im Berchtesgadener Land.

Die Fränkischen Nachrichten schließen sich neben seiner Familie und zahlreichen Freunden und Bekannten den Glückwünschen zum heutigen 70. Geburtstag an. thos