Lauda / Königshofen

Baumaßnahme Spatenstich für neue Tagespflegestätte in Unterbalbach

Eine Bereicherung für den gesamten Ort

Mit einem symbolischen Spatenstich wurden die Baumaßnahmen für die geplante Tagespflegestätte in Unterbalbach offiziell gestartet.

Unterbalbach. Durch den Umbau des ehemaligen Maler- und Gipser-Betriebsgebäudes Faul in der St.-Markus-Straße im Ortskern von Unterbalbach wird eine neue Tagespflegestätte entstehen (wir berichteten). „Ich freue mich, dieses Projekt jetzt tatsächlich verwirklichen zu können“, betonte Investor und Bauherr Christian Faul nach dem symbolischen Spatenstich bei einer anschließenden Feier des offiziellen Baustarts im Beisein unter anderem von Ortsvorsteher Andreas Buchmann, Bürgermeisterstellvertreter Herbert Bieber, Architekt Klaus Schreiner, Planer David Pustowit, Wolfgang Neißendorder, Unterbalbacher Bauunternehmer und stellvertretender Ortsvorsteher, sowie Wolfang Albert, Bereichsleiter Unternehmenskunden der Sparkasse Tauberfranken.

Zunächst sei die Idee im Raum gestanden, das Gebäude durch eine Sanierung zu einem Wohnhaus umzubauen, bevor durch den Kontakt zu einem Unterbalbacher Intensivpflegedienst der Plan für die Errichtung einer Tagesstäte entstanden sei, berichtete Faul. Damit werde die Liegenschaft, die seit dem Umzug der Firma im Jahr 2015 in den Käppeleweg nach Königshofen leer stand, erfreulicherweise einer neuen Nutzung zugeführt.

Reiner Wiedermann, der seit vier Jahren am Ort den Pflegedienst „Intensivpflege Taubertal“ mit rund 25 beschäftigten Mitarbeiter betreibt, rechnet seinen Angaben nach mit 15 bis 20 Plätzen in der neuen Tagespflegestätte. Zugleich würdigte er alle Unterstützer, um dieses Vorhaben in Unterbalbach realisieren zu können.

Darüber hinaus wies er darauf hin, dass Pflege und entsprechende Einrichtungen aufgrund der Zunahme an älteren Menschen immer mehr an Bedeutung bekämen.

Neben einem großen Aufenthaltsraum seien im Erdgeschoss auf einer Grundfläche von etwa 220 Quadratmetern unter anderem Ruhe- und Behandlungsräume sowie eine Küche vorgesehen. Das adäquat flächige Obergeschoss beinhalte nach erfolgtem Umbau insbesondere Büro-, Aufenthalts- und Schulungsräume.

Zu dem Projekt einer Tagespflegestätte zähle ebenso eine kleine Grün- und Freifläche mit Sitzeinrichtungen auf dem Areal des nebst der ehemaligen Scheune abgerissenen Wohnhauses. Dort könnten sich Tagespflegegäste bei Bedarf zum Beispiel auch gärtnerisch beschäftigen.

Da es sich um eine Pflegestätte mit Betreuung tagsüber handele, werde die Einrichtung keine stationären Betten aufweisen. Ziel sei es jedoch, dass Senioren aus Unterbalbach oder benachbarten Ortschaften, die entweder noch ein weitgehend selbstständiges Leben führen können oder ansonsten etwa von Angehörigen betreut werden, dadurch beispielsweise einer Isolation und Verinselung im Alter vermeiden könnten.

Vorgesehen sei ein Betrieb montags bis freitags ab 8 Uhr bis circa 16.30 Uhr, bei ausreichendem Bedarf eventuell etwas länger oder auch samstags. Für die Besucher werde ein Fahrdienst eingerichtet. Personell umfasse die zukünftige Einrichtung eine Pflegefachkraft zum Beispiel zum Verabreichen ärztlich verordneter Medikamente sowie voraussichtlich eine Pflegehilfe, eine Betreuungsassistenz und eine Hauswirtschaftskraft.

Herbert Bieber erinnerte ebenfalls daran, dass die Nachfrage nach Pflegeleistungen aufgrund des demografischen Wandels immer größer werde. Auch deshalb habe der Technische Ausschuss im Gemeinderat der Stadt Lauda-Königshofen im Januar den Bauantrag für das Vorhaben einstimmig bewilligt, teilte der Stadtrat und Bürgermeistervertreter mit.

Als „sehr guten Tag für Unterbalbach“ bezeichnete Andreas Buchmann den offiziellen Start der Umbaumaßnahmen und Umnutzungen des Areals, die vor allem mit dem Abriss der alten Scheune und des inzwischen gleichsam leerstehenden Wohnhauses bereits begonnen hatten. Dadurch werde ein Gebäudeleerstand mit neuem Leben gefüllt. Die neue Tagespflegestätte stelle eine Bereicherung für den gesamten Ort sowie eine Ergänzung der lokalen Infrastruktur dar. Durch die zentrale Lage direkt neben der Kirche würden die betreuten Senioren mitten im Ortskern sein. Da die neue Einrichtung zudem zwischen Kindergarten und Schule liege, seien womöglich Symbiosen und gemeinsame Aktionen mit Kindern denkbar.

Laut Schreiner sei die Fertigstellung für Frühjahr 2020 geplant. Das kalkulierte Investitionsvolumen belaufe sich auf rund 600 000 Euro. Nach Auskunft des Architekten sei eine technische Besonderheit bei den Planungsarbeiten ein sogenanntes „Building Information Modelling (BIM)“, bei dem von Beginn an mit einem 3-D-Modell und mit Virtual-Reality-Brille gearbeitet werde, um fortan die Planung räumlich erlebbar zu machen.