Lauda / Königshofen

Konzert Big Band des Martin-Schleyer-Gymnasiums überzeugte unter neuer Leitung ihr Publikum

Eine Reise durch die Erinnerungen

Archivartikel

Ausgezeichnete Stimmung herrschte beim Ausflug der Big Band des Martin-Schleyer-Gymnasiums in die Welt der Big Band Musik.

Lauda-Königshofen. Zum 34. Jahreskonzert der Big Band des Martin-Schleyer-Gymnasiums, in Kooperation mit der Musikschule Lauda, lockte der seit diesem Schuljahr neue Bandleader Dirk Hofmann zu seinem Premieren-Big-Band-Konzert viele jazzbegeisterte Zuhörer in die Aula des Gymnasiums. Gemäß dem Motto des Konzerts, „A Fantastic Journey Through Big Band Music“ fand sich auf der Setliste ein Reiseprogramm für die Bigbandliteratur: bekannte Klassiker, aber auch moderne Stücke, Titel von Funk über Pop, Fusion und Blues bis hin zu Heavy Metal.

Die Reise begann fulminant mit „Soul Finger“ (Rec. Blues Brothers, arr. P. Murtha) und seinen gekonnt dargebotenen Trompetentrillern, bevor zwei der folgenden Titel schöne Frauen in den Blick nahmen: „Lady Marmelade“ (B. Crewe, K. Nolan, arr. R. Holmes), ein Disco-Funk-Song, und „The Girl From Ipanema“ (A. C. Jobim, arr. V. Lopez), ein zum Tanzen einladender Bossa Nova.

Mit „Fantasy“ (Earth, Wind and Fire, arr. P. Murtha), einem der Lieblingslieder von „Mitsch“, das „viele verschiedene Gefühle wie Wut, Freude und Trauer auszudrücken“ vermag, nahmen Sarah und Johanna Krappel im Namen der Bigband die Zuhörer mit „auf eine musikalische Reise durch (die) fröhlichen und traurigen Erinnerungen“ an ihren ehemaligen „Mitspieler“ Michael, der im vergangenen Jahr viel zu früh durch einen Unfall ums Leben gekommen war. Weiter ging die Reise mit „A Night in Tunisia“ (D. Gillespie, arr. M. Sweeney), einem fetzigen Stilmix aus Bebop und kubanischem Pop, und dem Stück „Soul Man“ (I. Hayes, D. Porter, arr. P. Murtha). Letzteres wurde von den jungen Musikern authentisch als „Blues Brothers“ vorgetragen, mit Anzug, Hut und teils vollverspiegelter Sonnenbrille.

Spätestens jetzt, dank eines homogenen und zugleich farbigen Bigbandsounds, waren die Zuhörer in den „Drive“ gekommen. Anschließend wurde eine Pause eingelegt, gefüllt mit einer Foto-Power-Point (Laura Ebert). Gezeigt wurden Fotos von der vor kurzem unternommenen Reise der Bigband nach Paris, begleitet von fünf Schülern des vierstündigen Französischkurses von F. Heidrich als Dolmetschern. Ermöglicht worden war die Reise durch die Partnergemeinden Lauda und Boissy (C. Heidrich, M. Bésîgot).

Weltkulturaufführung

Nach der Pause kam es zur „Welturaufführung“ des MSG-Blues’, der von Max Bopp, einem Mitglied der Bigband, komponiert worden war. Die außergewöhnlich hohe Zahl an Solisten bei diesem Stück war sicherlich nur Zufall. Jedenfalls trug diese „Weltpremiere“, zusammen mit dem nachfolgenden sehr bekannten Funk-Stück „I Feel Good“ (J. Brown, arr. J. Nowak), wesentlich zur ausgezeichneten Stimmung des Abends bei.

Weitere, im Konzertverlauf bisher noch nicht abgedeckte Genres der Big Band Musik folgten: der Swing „Sing, Sing, Sing“, das Fusionjazzstück „Birdland“, der Heavy-Metal-Titel „Crazy Train“, der Crossover-Jazz „Children Of Sanchez“ - eine großartige Filmmusik - und der Latin Rock „Smooth“. Zum Ende der Reise ging es nochmals richtig „rockig“ zur Sache mit „Frankenstein“. Kein Wunder, dass sich die Zuhörer/Reiseteilnehmer eine Zugabe erklatschten bzw. am liebsten die Reise gleich wieder von vorne begonnen hätten.

Dirk Hofmann war es überzeugend gelungen, aus einer jährlich, durch natürlichen Schwund (Abitur) wechselnden Gruppe junger Musiker ein erfolgreiches Team zu formen, das seinen „Reisekoffer“ gut gepackt hatte. Dies dürfte ganz wesentlich an seiner sympathischen Art des Umgangs mit den Jugendlichen liegen, an seiner Bescheidenheit, stellte er doch stets die Musiker und deren Können in den Mittelpunkt: „Ich habe noch nie eine Band erlebt, die so mit Teamgeist unterwegs ist, es macht Spaß mit diesen Kids“.

Auch der Schulleiter Dr. Gernert bezog sich in seiner Dankesrede auf die hier und heute hörbare gute Gemeinschaft am MSG, die auch „Ehemalige“ ganz selbstverständlich miteinschließe (beispielsweise an der Technik Patrick Schick, im Orchester einige Abiturienten des vergangenen Jahres) und junge Nachwuchsmusiker immer wieder neu ins Team integriere.

Das Motto des MSG-Jubiläums im kommenden Schuljahr, „50 Jahre Gemeinschaft, Kultur und Wissenschaft“, passe gut zu diesem Abend, sei doch die Big Band des MSG ein tolles Team und seit 34 Jahren ein Kulturträger erster Klasse. msg/adh