Lauda / Königshofen

Tag des offenen Denkmals Der Verein „Dubra“ stellte momentanen Stand der Arbeiten an der Siedlung in der ehemalige Lehmgrube in Lauda vor

Einen Einblick in die Welt der Kelten

Archivartikel

Das Keltendorf „Dubra“ in Lauda zählte am Sonntag zu den Objekten, die im Main-Tauber-Kreis am bundesweit „Tag des offenen Denkmals“ besichtigt werden konnten.

Lauda. „Entdecken, was uns verbindet“ lautete das Motto des „25. Tags des offenen Denkmals“, bei dem in ganz Deutschland mehr als 7500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten ihre Türen öffneten, darunter auch wieder im Main-Tauber-Kreis. Dieses Motto galt auch beim Verein „Dubra - Keltendorf Lauda“ in Kooperation mit dem Heimat- und Kulturverein (HKV) Lauda, wo Besucher den Stand und Objekte der dort schrittweise entstehenden Nachbildung einer Keltensiedlung in Augenschein nehmen konnten.

In der ehemaligen Ziegelei und „Lehmgrube“, nahe des Radwegs in Richtung Königshofen am Ortsrand von Lauda, arbeiten Ehrenamtliche des über 60 Mitglieder zählenden Vereins „Dubra“ seit rund acht Jahren daran, nach historischen Vorlagen ein Kelten-Gehöft zu erbauen. Zugleich ist der Verein Betreiber des dortigen experimental-archäologischen Parks „Dubra“.

Initiiert worden sei das Projekt vor rund zehn Jahren nach einem großen Keltenfest an dieser Stelle. Ziel sei es, das Thema Kelten im Taubertal und im Bereich der Stadt Lauda-Königshofen den Bürgern näher zu bringen, berichtete Schatzmeister Matthias Weber, Grabungstechniker beim Landesamt für Denkmalpflege und Mitinitiator des „Dubra“-Projekts.

Nach Gründung des „Dubra Keltendorfs Lauda, Verein zur Betreibung des experimental-archäologischen Parks Dubra“ – so die offizielle Bezeichnung des Vereins – habe im Frühjahr 2009 der Startschuss erfolgen können, nachdem die Stadt Lauda-Königshofen als Eigner auf Basis eines Gemeinderatsbeschlusses ein 500 Quadratmeter großes Areal innerhalb der ehemaligen Lehmgrube sowohl unentgeltlich als auch zeitlich unbefristet überlassen habe. Zugleich habe der Verein die Auflage erhalten, als Nutzer das Areal zum einen zu pflegen sowie als zweites mit der Rekonstruktion und Nachbau keltischer Gebäude weiterzuentwickeln.

Vorlage dafür seien Ausgrabungen von Siedlungsrelikten aus der Keltenzeit gewesen. So habe man die Anordnung der Gebäudepfosten an Originalanordnungen orientiert, die anhand von Bodenverfärbungen an den jeweiligen Standorten erkennbar gewesen seien. Bislang sind drei Gebäude in ihrer Grundkonstruktion errichtet worden.

Dabei handlt es sich um ein Wohnhaus, ein Grabenhaus zur Textilverarbeitung und ein Speichergebäude. Als nächste Arbeitsschritte seien deren komplette Eindeckung mit einem Holzschindeldach und vollständiges Verputzen mit Lehm bis Ende 2019 geplant. Anschließend beabsichtige der Verein den Beginn des Innenausbaus wie etwa mit einer Herdstelle und einer separaten Kammer als Schlafstelle. Zudem soll auf der bereits errichteten Wallanlage nach dem Vorbild der keltischen Viereckschanze Zug um Zug eine Rekonstruktion der keltischen Pfostenschlitzmauer vom Oppidum Burgstall bei Finsterlohr erfolgen.

Mit diesem derzeit schrittweise entstehenden ersten Gehöft plane der Verein Dubra mittel- bis langfristig die Erbauung von insgesamt zwei bis drei Keltengehöften mit jeweils vier bis fünf unterschiedlichen Gebäuden, teilte Weber mit. Dazu zählten neben Wohnhäusern die ebenfalls originalgetreue Nachbildung beispielsweise von Vorratsspeichern, Grabenhäusern sowie Stall- und Handwerksgebäuden. Ein weiteres Fernziel sei es womöglich, Touristen nahe des Radwegs in dem Keltendorf „Dubra“ und dem gleichnamigen experimental-archäologischen Park eine Übernachtungsstelle zu bieten.

Mehr Informationen und Details konnten die zahlreichen Besucher über die Urgeschichte Laudas in der Keltenepoche ebenfalls im Rahmen des Denkmal-Aktionstags des Vereins „Dubra“ und des HKV unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ erfahren. Zum einen präsentierte und erläuterte der stellvertretende „Dubra“-Vorsitzende Bernd Gaul in einem Gewand im Keltenstil sogenannte „Fibelformen“. Anhand solcher archäologischen „Leitfossile“ können beispielsweise Gräber- und Besiedlungsfunde chronologisch zugeordnet werden wie hier etwa ab 1200 v. Chr. bis hin zur Zeit Christi Geburt.

Zum zweiten erklärte Matthias Weber in Vorträgen die Besiedlung und Handelsströme in der Keltenzeit sowie Ausgrabungen und Funde wie etwa bei Marbach und Königshofen. Laut seinen Ausführungen unterschieden sich die Gebäude der drei keltischen Zeitepochen nur wenig im Äußeren, sondern mehr hinsichtlich des Interieurs und der Ausstattung

Zudem bot Hubert Segeritz vom HKV zwei Führungen nebst Vorträgen zum Thema „Erdgeschichte“ am Beispiel des roten Buntsandsteinaufschlusses auf dem „Dubra“-Areal in Lauda, bei dem die etwa 240 Millionen Jahre alten Schichten des unteren Buntsandsteins zu sehen sind (ein ausführlicherer Bericht folgt).