Lauda / Königshofen

SPD/Freie Bürger „Tour der Zukunft“ durch den Stadtteil Königshofen / Turmbergschule unter die Lupe genommen

Einige Brennpunkte in der Messestadt ausgemacht

Archivartikel

Königshofen.Auf ihren Rundgängen durch die Stadtteile wollen die Gemeinderatskandidaten von SPD/Freien Bürgern in Gesprächen mit Bürgern ausloten, wie man bestehende Brennpunkte beseitigen, aber auch mögliche Entwicklungschancen künftig besser nutzen kann.

Die „Tour der Zukunft“ in Königshofen begann an der Turmbergschule. Anknüpfend an die Forderung im Wahlprogramm ging es darum festzustellen, ob Attraktivität und Vielfalt de Schulstandorte gesichert ist, die digitale Ausstattung für alle Schularten den heutigen Anforderungen entspricht und eine angemessene Modernisierung der Schulgebäude eingeleitet ist.

Hier erfuhren die Besucher von Rektorin Ott, dass die Schule stabil ein- bis zweizügig und auch künftig in ihrem Bestand gesichert sei. Hervorstechende Mängel weise der Pausenhof mit seinem defekten Zaun auf. Trotz Einrüstung des Schulgebäudes sei sichtbar, dass es für eine Betonsanierung höchste Zeit sei.

Angesichts der Tatsache, dass nach den jüngsten Gemeinderatsbeschlüssen der Kindergarten möglicherweise an der Nordseite des Schulgrundstücks angesiedelt werden könnte, sei denkbar durch die funktionsfähige Küche sowohl Grundschule als auch Kindergarten mit Essen zu versorgen. Insofern werde die Ansiedlung des Kindergartens seitens der Schulleitung positiv gesehen. Auch die gemeinsame Nutzung der Schulturnhalle und die Nähe zur Schule eröffneten neue pädagogische Möglichkeiten und Synergieeffekte.

Nicht so positiv sehe man nach Aussagen von Nicole Herrschlein den Neubau des Kindergartens bei den Erzieherinnen. Jörg Aeckerle erklärt nochmals, was dazu geführt habe, den ursprünglichen Sanierungsbeschluss des derzeitigen Kindergartens aufzugeben und auf dem Schulgelände neu zu bauen. „Wir haben das Problem, keine Landeszuschüsse für die Sanierung zu bekommen und die katholische Kirche will keine weiteren Gruppen einrichten. Die Kooperationsbereitschaft der Kirche ist teilweise mangelhaft, das Personal ist gespalten zwischen Erhalt des alten Gebäudes und den Chancen durch einen Neubau.“ Es gelte, die Brandschutzmaßnahmen schnell umzusetzen, damit unter anderem der Turnraum wieder benutzt werden könne. Unappetitliche Toiletten und Trennwände müssten dringend ausgetauscht werden.

Ein Höhepunkt des Rundgangs war die Besichtigung des Naturdenkmals Neuberglein, geführt von Theo Schad. Das Gelände wird seit vielen Jahren vom Vogel- und Naturschutzverein Königshofen aufwendig instandgehalten. Die Mandatsträger und Kandidaten bekamen angesichts der zu bearbeitenden Fläche eine Vorstellung davon, was der Verein zu leisten hat. Theo Schad bedauerte, dass seit der Kündigung von H. Würzberger die Zusammenarbeit mit der Stadt stagniere, obwohl angesichts des Rückgangs der Artenvielfalt verstärkte Maßnahmen zum Erhalt der Arten- und Lebensraumvielfalt dringend notwendig seien.

Die immer wieder sichtbare massive Verwüstung durch Wildschweine werde nach Auffassung von Schad noch weiter zunehmen, wenn die geplante Freiland-Photovoltaikanlage in direktem Anschluss an das Naturdenkmal realisiert werde.

SPD/Freie Bürger regen an, ein Umweltforum zu begründen, bei dem eine kürzlich eingestellte Sachbearbeiterin für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung künftig die in der Stadt geballte Kompetenz der Umweltaktivisten zu gemeinsamen Projekten zusammenführen könnte.

Im Sanierungsgebiet Hexenstock soll die Eisenbahnstraße saniert werden – mit Verkehrsberuhigung und Fahrradspur. Die Fraktion erwartet, dass die Maßnahmen ausführlich mit den Anliegern besprochen und deren Anregungen und Bedenken ernst genommen werden. Chancen auf eine Wiederbelebung des Bahnhofsgebäudes und Gaststätte „Kiebitz“ sollten untersucht werden, auch könnte ein „Kulturbahnhof“ entstehen. Realistisch scheine auch die Schaffung von Kleingewerbeflächen im hinteren Bereich der Bahnhofsstraße.

Da „Salzmanngebäude“ und ehemaliges Lagerhaus zu Wohngebäuden ausgebaut werden, sollten die Nebenstraßen ebenfalls saniert werden. Eine zeitnahe Infoveranstaltung für Anwohner bezüglich Zuschussmöglichkeiten im Sanierungsgebiet sei unerlässlich.

Die Forderung der Fraktion an DB, Land, Kreis und Stadt: Versprochene Maßnahmen wie Sanierung der Bahnsteige und barrierefreier Zugang sollten zeitnah umgesetzt werden, da das äußere Erscheinungsbild des Bahnhofsareals bei vielen Entsetzen ausgelöst hat.

Nicht nur für Radtouristen, sondern auch für Bürger sollte im „Erlebnisraum Tauberaue“ eine ansprechende und naturnahe Nutzung ermöglicht werden.

Weitere Brennpunkte in Königshofen aus Sicht der Fraktion: Unbefriedigende Verkehrssituation im Bereich des Sondermüllzentrums (erschwerte Zufahrt zum Turmberg durch geparkte Lkw); überfällige Renovierung der Tauber-Franken-Halle darf nicht weiter verschoben werden; Genehmigung für das geplante Seniorenzentrum beim Aldi wird bis zum Sommer erwartet.

Die Fraktion fordert Tempo 70 ab Einfahrt MUM, Tempo 50 ab Obi, um die Sicherheit für Querverkehr und Fußgänger zu erhöhen. Der vom Gemeinderat beschlossene Lärmaktionsplan mit jeweiligen Geschwindigkeitsbeschränkungen müsse muss von der Verwaltung zeitnah umgesetzt werden.

Im Baugebiet am Turmberg sind nur noch wenige freie Bauplätze für junge Familien verfügbar. Die Planung für die Entwicklung geeigneter Bauplätze müsse jetzt angegangen werden. spd/fb