Lauda / Königshofen

Freiwillige Feuerwehr warnt Wald- und Grasbrandgefahrenindex derzeit auf Höchststufe / Es sollte alles unterlassen werden, was die Gefahr eines Feuers steigert

Einsatzkräfte für den Ernstfall gut vorbereitet

Extremes Waldbrand- und Flächenbrandrisiko herrscht derzeit auch im Taubertal mit seinen Höhenzügen und Wäldern. Eine Herausforderung für die Feuerwehren.

Lauda-Königshofen. Schon eine kleine Unachtsamkeit kann zur Katastrophe führen. Ein kleiner Funke genügt, die ausgedörrten Äcker und Felder können einem Entstehungsfeuer fast nichts mehr entgegensetzen.

Keine Zigaretten wegwerfen

Eigentlich verbietet schon der gesunde Menschenverstand, dass man derzeit keine Zigarettenstummel in Wald und Flur wegwerfen sollte.

Genauso, wie nur an ausdrücklich zugelassenen Stellen gegrillt werden darf. An ein romantisches Lagerfeuer sollte man nicht mal denken.

Häufig ist es jedoch nicht die menschliche Gedankenlosigkeit, die zu den gefürchteten Schadensfeuern in Wald und Flur führt.

Oft sind es auch Maschinendefekte an Mähdreschern oder anderen landwirtschaftlichen Geräten, die zu einem Funkenflug führen und dann die trockene Vegetation entfachen. Ein achtlos weggeworfenes Metallteil, das in ein Mähwerk gerät, oder die Glasscherben von der letzten Freiluftfete können bei der derzeitigen Dürre fatale Folgen haben. Auch das gedankenlos auf einem abgeernteten Stoppelacker abgestellte Auto mit dem heißen Katalysator kann ein Feuer auslösen.

Bisher wurden die Vegetationsbrände in Lauda-Königshofen durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr schon in der Entstehungsphase gelöscht. „Wir sind sehr sensibilisiert, wenn wir zu einem Flächenbrand alarmiert werden“, betont Marko Dittmann, stellvertretender Stadtkommandant. Wie schnell sich ein Flächenfeuer ausbreiten könne, habe sich erst in den letzten Tagen in Königheim gezeigt, wo durch das massive Eingreifen der Feuerwehren Königheim und Tauberbischofsheim die Ausbreitung begrenzt worden sei.

„Eine Feuerwalze wie in Griechenland mit vielen Toten ist in unserer Region nur schwer vorstellbar“, erklärt Kommandant Christoph Volk, „wir haben hier eine andere Topografie und Bebauung sowie eine andere Organisation der Feuerwehr.“

In Lauda-Königshofen stehen innerhalb kurzer Zeit sechs wasserführende Feuerwehrfahrzeuge zur Verfügung – das kleinste mit einem Wassertank mit 600 Litern Fassungsvermögen bis zum großen Tanklöschfahrzeug mit 2400 Litern. Außerdem könne man auf Landwirte mit Vakuumfässern mit bis zu 10 000 Litern sowie das Vakuumfass der städtischen Kläranlage zurückgreifen.

„Wir üben regelmäßig den Wassertransport über lange Wegstrecken mit Schlauchleitungen über mehrere Kilometer hinweg“, ergänzt Klaus Jockel, Abteilungskommandant in Lauda. „Wir haben auch schon den Einsatz von Betonmischern beim Wassertransport zu einem mobilen Zwischenspeicher ausprobiert“. Auch Pendelverkehr mit wasserführenden Löschfahrzeugen werde regelmäßig geübt.

Flächenbrände kennen keine Gemarkungsgrenzen, die gegenseitige Unterstützung ist eine Selbstverständlichkeit. Jederzeit könnten auch Wehren der Nachbarkommunen alarmiert werden. Wie Kreisbrandmeister Alfred Wirsching betont, funktioniere bei allen Schadenslagen auch hier die interkommunale Zusammenarbeit ganz hervorragend.

Hohe körperliche Belastung

Ein großes Problem stelle aber die körperliche Belastung der eingesetzten Feuerwehrkräfte dar. Auch bei großer Hitze ist das Tragen der dicken Schutzkleidung notwendig, teilweise auch zusätzlich noch Atemschutzmasken. Wenn dann noch Schläuche, Motorsägen, Äxte, Waldbrandpatschen durch Wald und Flur geschleppt werden müssen, dann drohe schon nach kurzer Zeit die körperliche Erschöpfung. Um die gesundheitlichen Gefahren zu minimieren, müsse alles getan werden, die körperlichen Belastungen zu begrenzen, betonen die verantwortlichen Führungskräfte der Feuerwehr. So müsse schon in der Anfangsphase eines Flächen- oder Waldbrandes an ausreichende Kräfte zur Ablösung gedacht werden. Hier zeige sich das überlegene Konzept der Freiwilligen Feuerwehr mit den Abteilungswehren in allen Stadtteilen.

Nur so könne bei größeren Schadensereignissen ausreichend Personal in angemessener Zeit bereitgestellt werden.