Lauda / Königshofen

Zeugnisübergabe Drei junge Männer und eine Frau mit Migrationshintergrund schafften über Fabi den Hauptschulabschluss / Hassan Hamadi bestand mit der Note 1,7

Erfolgreich auf dem Weg zur Ausbildung

Archivartikel

LAUDA.Auf diesen Moment hatten sie sehnlichst gewartet: Am Montag erhielten vier Teilnehmer des Lehrgangs „Mein Weg zur Ausbildung“ ihre Hauptschulabschlusszeugnisse aus den Händen der Vertreter des Firmenausbildungsverbundes Fabi Main-Tauber, in dessen Schulungszentrum in Lauda-Königshofen eine kleine Feier stattfand. Seit September 2017 hatte die Gruppe gebüffelt, Lernstoff wiederholt und allen Schwierigkeiten getrotzt.

Als Bildungsträger führt Fabi die Maßnahme „Mein Weg zur Ausbildung“ in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Main-Tauber durch. Wesentliches Ziel ist es, die Teilnehmer, die allesamt Migrationshintergrund haben, zu einer Berufsausbildung zu führen. Darüber hinaus wurde an der Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen die Hauptschulprüfung für Schulfremde abgelegt. Darauf wurden die Teilnehmer durch das Fabi-Ausbildungsteam intensiv vorbereitet. Es fand Unterricht in den Fächern Deutsch, Mathematik und Gemeinschaftskunde statt. Außerdem mussten die Prüflinge eine Hausarbeit samt Präsentation zu einem Thema ihrer Wahl erstellen.

Höhepunkt waren die schriftlichen Abschlussprüfungen im Mai sowie die mündlichen im Juni. So groß wie die Anspannung im Vorfeld war die Erleichterung nach der erlösenden Nachricht, den Abschluss geschafft zu haben. Das beste Ergebnis erzielte mit einer Durchschnittsnote von 1,7 Hassan Hamadi, der aus dem Libanon stammt und seit September 2016 in Deutschland lebt. Besonders im Fach „Politische und wirtschaftliche Bildung“ überzeugte Anwer Eedo, der vor drei Jahren aus dem Nordirak nach Deutschland geflüchtet war.

Souverän meisterte auch die in Kasachstan geborene Evgenija Lesnik die Prüfung. Ahmad Sharaf aus Syrien gelang im Vergleich zum schriftlichen Teil in den mündlichen Prüfungen eine deutliche Steigerung, was auf eine enorme Willensleistung zurückzuführen ist.

„Wir sind auf alle vier Hauptschulabsolventen sehr stolz“, betont Fabi-Ausbildungsleiterin Sonja-Maria Weber. Sie seien zum Großteil noch nicht lange in Deutschland.

Mit einer Vorbereitungszeit von etwa einem Dreivierteljahr einen Schulabschluss in einer fremden Sprache zu schaffen, sei eine tolle Leistung. Die Gesellschaft könne sich freuen, solch motivierte junge Menschen bei sich zu haben, ergänzt Dozent Frederick Wunderle.

Den Hauptschulabschluss in der Tasche, schlagen die Teilnehmer nach dem Ende der Maßnahme – vorher findet noch ein Betriebspraktikum statt – unterschiedliche Wege ein. Anwer Eedo beginnt eine Ausbildung zum Friseur, Ahmad Sharaf lässt sich zum Verkäufer mit der Option Einzelhandelskaufmann ausbilden. Hassan Hamadi zieht es in die Technik-Branche: Er hat sich für den Ausbildungsberuf des Industrieelektrikers für Geräte und Systeme entschieden.

Evgenija Lesnik wiederum strebt eine Beschäftigung im hauswirtschaftlichen Bereich an. Was alle vier eint, ist das gemeinsam Erreichte. Dies gilt auch für die anderen Teilnehmer, die nicht an der Prüfung teilgenommen haben: insgesamt acht Teilnehmer beginnen eine Ausbildung bzw. Umschulung und weitere sieben haben eine Arbeit aufgenommen.

„Das Team von Fabi wünscht allen Absolventen für die Zukunft alles Gute“, so Geschäftsführer Gunther Ehrhardt. Er würdigte alle Beteiligten, die zu diesem Erfolg der Maßnahme beigetragen hatten.

Dabei betonte er auch die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des JobCenters Main-Tauber, insbesondere mit Christine Rackl, die die Maßnahme „Mein Weg zur Ausbildung“ angestoßen und begleitet hat. fabi