Lauda / Königshofen

Gemeinsames Konzert Die Musikanten aus Oberlauda und Messelhausen legten einen gelungenen Auftritt auf die Bühne, der beim Publikum sehr gut ankam

Ernst Moschs „Garten Polka“ darf nicht fehlen

Zwei eigenständige Musikkapellen traten in Oberlauda zusammen mit einem gemeinsamen Ziel auf: miteinander musizieren.

Oberlauda. Zum wiederholten Mal hatten die Musikanten aus Oberlauda und Messelhausen zu einem gemeinsamen Konzert aufgerufen. Der Oberlaudaer Vorsitzende Berthold Renk lobte in seinen Grußworten vor allem die vorbildliche Zusammenarbeit, die sich inzwischen schon über einige Jahre erstrecke. Fast schon legendär seien in diesem Zusammenhang schon die Konzerte zur Dorfweihnacht. Renk freute sich besonders über die Anwesenheit der örtlichen Vereinsvorsitzenden, Stadtrat Werner Kilb und Pfarrer Ralph Walterspacher.

Der Dirigent übernahm

Nach der musikalischen Begrüßung mit „Highland Cathedral“ von Michael Korb, unter anderen auch bekannt durch die Mundart-Coverversion der „Black-Föös“, übernahm Dirigent Stephan Deppisch noch die Regie am Rednerpult, er führte durch das weitere Programm des Abends. Mit Informationen und Anekdoten zu Komponisten und Kompositionen, teilweise auch mit musikgeschichtlichen Hintergründen, stimmte er mit Worten auf die jeweils folgenden Programmpunkte ein.

Mit bekannten Liedern lässt sich sicherlich leicht gute Stimmung machen. Wenn aber diese Lieder auch noch fehlerfrei gespielt werden, bekommen sie zusätzlich eine eigene Qualität – und diese präsentierten die Musiker bei jedem einzelnen der nachfolgenden Musikbeiträge. Da gehörte natürlich auch der „Bolero“ von Maurice Ravel in einer Bearbeitung von Jay Bacook dazu. Selten war eine sich immer wieder wiederholende Melodie so erfolgreich, selbst zum Erstaunen des Komponisten. „Tabaluga“ von Peter Maffay hat seine eigene musikalische Erfolgsgeschichte und ein Teil davon, „Nessaja“, hat Kurt Gäble für Blasorchester bearbeitet – für die Kapellen aus Oberlauda und Messelhausen unüberhörbar ein Sahnestückchen.

Wunderbares Medley

Gabriele Susanne Kerner ist „Nena“ und diese behauptet sich seit 1983 auf dem deutschen Musikmarkt. Peter Kleine Schaars hat ein wunderbares Medley aus ihren bekanntesten Liedern arrangiert und von „99 Luftballons“ durften schließlich alle Zuhörer irgendwann, irgendwo, irgendwie auf einem Leuchtturm träumen, eine Klasse für sich.

Da durfte natürlich „Sailing“ von Rod Stewart nicht fehlen. Diese tatsächlich Generationen übergreifende romantische Ballade war von André Waignein für Blaskapellen bearbeitet worden und Maximilian Mohr glänzte dabei mit einem Trompetensolo.

„The Rose“ stammt von Amanda McBroom und wurde in der Filmversion mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Jörg Bollin hat es für seine Kapelle arrangiert und in Oberlauda wurde es durch die Solisten Maximilian Mohr und Stephan Deppisch noch einmal veredelt. Bezeichnend dafür auch, dass sich die beiden während des Spielens fast wie zwanglos im Saal bewegten.

Solostimmen kann man auch an verschiedene Instrumentengruppen verteilen. Roland Kernen hat dies in seiner Bearbeitung von „Matrimony“ für Blasorchester praktiziert und in Oberlauda wurde es erfolgreich umgesetzt; es ging also sprichwörtlich beschwingt in die Pause. Das Werk selbst stammt aus der Feder von Gilbert O´Sullivan.

Der zweite Teil des Abends fuhr dann mehr auf der nach Meinung einiger für Blaskapellen reservierten volkstümlichen Schiene, allerdings mit einer Präzision und einem Können, das an alles, nur nicht an eine Bierzeltmusik erinnerte. Der Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“ von Rudi Fischer machte den Anfang, gefolgt von „Steeephans Polka“ von Alexander Pflüger, der dieses Stück seinem tödlich verunglückten Flügelhornisten Stephan Beranek gewidmet hatte.

Ernst Mosch gespielt

Ernst Mosch durfte natürlich auch nicht fehlen und spätestens ab hier, seiner „Garten Polka“, glänzten die Augen der eingefleischten Volks- und Blasmusikfans. Frantisek Kmoch ist einer der ganz großen tschechischen Blasmusikkomponisten. Sein „Andulka Marsch“ in der Bearbeitung von Frank Pleyer und die nachfolgende „Slavonická Polka“ passten inhaltlich wunderbar in das Gesamtprogramm dieses Abends.

Zwei Klassiker beendeten den offiziellen Teil, die waren nicht nur zum Mitklatschen, sondern auch zum Mitsingen. „Die Kapelle hat gewonnen“, oder auch bekannt unter dem Titel „Heute ist unser Hochzeitstag“, und „Auf der Vogelwiese“ gehören nun einmal in das Repertoire einer Musikkapelle und durften selbstverständlich nicht fehlen.

Fehlen durften auch nicht die abschließenden Dankesworte von Thorsten Kuhn aus Messelhausen. Sie galten den Besuchern und den Mitwirkenden und hier besonders Stephan Deppisch, dem er ein kleines Präsent überreichte.

Natürlich waren auch noch ein paar Zugaben fällig. Der „Laridah Marsch“ und „Wir Musikanten“ verkündeten zwar das offizielle Ende des Konzerts, nach Hause musste aber noch niemand gehen.