Lauda / Königshofen

Kleinkunstbühne des Weinhofs Ruthardt Horst Fyrguth & Freunde präsentierten „Comedy und Philosophie“

Feuerwerk an Gags, Sprüchen und Schoten

Archivartikel

Lauda.Hoch unterhaltsame kabarettistische „Comedy mit Philosophie“ präsentierten am Samstag Horst Fyrguth & Freunde bei der 19. Freiluftsaison der Kleinkunstbühne des Weinhofs Ruthardt in Lauda.

Der aus dem Raum Düsseldorf stammende Horst Fyrguth bezeichnet sich selbst als „ältesten Nachwuchs-Comedian Deutschlands“. Unter anderem hatte er TV- und Radio-Auftritte bei „Quatsch Comedy Club“, „Nightwash“, „TV-Total“ sowie „ZDF Comedy Champ“ und ist seit 2007 regelmäßig im SWR3 in Radiospots zu hören. Zudem wurde er zum Beispiel mit dem dritten Preis des „Stuttgarter Besen in Holz“ ausgezeichnet. Der Kabarettist und Comedian war bereits 2015 gemeinsam mit Frank Fischer und Martin Sierp sowie vor zwei Jahren solistisch bei der Open-Air-Kleinkunstserie des Weinhofs Ruthardt zu Gast.

Witzige Wortspiele

„Unser Sohn redet nicht mehr mit uns, sondern meldet sich lediglich per Whatsapp, wenn er auf der Toilette sitzt und das Papier alle ist“, berichtete Fyrguth. Im Gegenzug hätten seine Frau und er, als sie über ein Wochenende verreist gewesen seien, ihrem Sohn 50 Euro hinterlassen nebst einer schriftlichen Notiz mit dem Hinweis, „wenn du dein Zimmer aufräumst, dann findest du sie“. Er selber sei kein Freund von technischer und digitaler, sondern der direkten Kommunikation.

Witzige Wortspiele und zuweilen derber Humor sowie immer wieder spontane Interaktionen mit dem Publikum zählen zu Fyrguths Markenzeichen. „Hier vorne herrscht eine Stimmung wie bei einer Veganerparty, zu der man zwei Kilogramm Hackfleisch mitgebracht hat“, meinte er zu Beginn seines Programms „Prinzip Horst“. Auch im weiteren Verlauf nahm er kein Blatt vor den Mund. Wie etwa beim Philosophieren über die witzigsten Aspekte der menschlichen Bequemlichkeit, nach dem Motto: „Lieber chillen statt killen, lieber Übergewicht als Überstunden“. Wissenschaftler seien sich einig: ohne Faulheit wäre das Rad nie erfunden worden. Und schließlich könne man immer noch das Freischwimmer-Abzeichen in Bayern machen und es dann in Bremen als Abitur anerkennen lassen.

Selbstironisch griff er auch sein etwas fülligeres Erscheinungsbild auf. Und warum solle man eine Diät machen, bei der man in zwei Wochen immer nur 14 Tage verliere?

„Odysseus ist ein Grillteller“

Horsts Fyrguths Freunde an diesem Abend waren Volker Diefes und Götz Frittrang. Der „Niederrheiner“ Diefes gab Einblicke in sein Solo-Programm „Ein Bauch ist schon mal ein Ansatz“. Unter anderem ließ auch er sich über so manche absurden Eigenschaften der jungen Generation aus. „Für viele heißen die Eisheiligen Schöller und Mövenpick. Und Odysseus ist ein Grillteller beim Griechen“, meinte er hinsichtlich der Generationskonflikte mit seinem Neffen.

Götz Frittrang, geboren am Bodensee und derzeit wohnhaft in Bamberg, berichtete gleichsam vom ewigen Konflikt zwischen Jung und Alt, zudem beispielsweise über die neue Volkskrankheit „Phantomvibrieren“, Kindererziehung mittels Angst und Einschüchterung, Nacktbilder, Schlesien, Wurstsalat, Napoleons Rückmarsch von Moskau sowie über den Beitrag der Seitenbacher-Werbung zum „Schwabenhass“ – vor allem in nördlicheren Gefilden. „Wir Comedians können Euch dauernd sehen, daher müsst Ihr ständig lächeln, auch wenn Ihr vielleicht manche Witze nicht kapiert habt“, gab Fyrguth zu Bedenken. Im Laufe des Abends ergab es sich jedoch geradezu selbstredend, dass die begeisterten Zuschauer serienweise ins Lachen gerieten, denn sowohl er als auch Diefes und Frittrang zündeten ein regelrechtes Feuerwerk an Gags, Sprüchen und Schoten sowie einer schier unvergleichlichen Mischung aus Comedy, Kabarett und StandUps nebst philosophischen Flach- und Tiefgängen.

Besondere Atmosphäre

Resultierend gelang Jochen Ruthardt, Organisator und Veranstalter der Klein-Kunst-Bühne sowie Inhaber des Weinhauses erneut ein kultureller Höhepunkt im kulturellen Veranstaltungskalender der „Kabarett-Stadt“ Lauda-Königshofen und in der ganz besonderen Atmosphäre der Open-Air-Veranstaltungen. Darüber hinaus konnten auch an diesem Abend die sehr zahlreichen Besucher dem Künstler wieder per Votum eine Bewertung zwischen einem und fünf Sternen geben. Nach Ende der Saison bekommt der sowohl vom Publikum als auch von einer Fach-Jury am besten bewertete Akteur den Kabarett- und Comedy-Preis „Korken-Zieher“ des Weinhofs Ruthardt verliehen, den bei der Premiere im vergangenen Jahr Philipp Weber erhalten hatte.