Lauda / Königshofen

Heimat- und Kulturverein Bei einem bisher schleppend verlaufenen Projekt geht es nun voran

Fließt im Kiliansbrunnen bald Wasser?

Archivartikel

Der Heimat- und Kulturverein Lauda hat in seiner Hauptversammlung auf das vergangene Jahr zurückgeblickt.

Lauda. „Wir haben vor, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um junge Menschen für unsere Sache zu begeistern“: Eine sicherlich nicht leichte Mammutaufgabe, der man sich jedoch mit Blick in die Zukunft stellen müsse, formulierte es Werner Hellinger. Der mit Ausnahme des aus der vorderen Reihe ausscheidenden Johann Prinz wie alle seine Kollegen aus dem Führungsgremium ebenfalls einstimmig für die nächsten drei Jahre wiedergewählte Vorsitzende kündigte weitere Aktivitäten an, während etliche Berichte den zurückliegenden Zeitraum beleuchteten. Auszüge aus dem Film „Mythos Fischzug“ vermittelten darüber hinaus viel Nostalgie mit Sicht auf die glorreiche Vergangenheit der einstigen „Eisenbahnerstadt“.

In zwei Teile gegliedert

Nach dem Totengedenken gehörte das Wort zunächst Schriftführer Rolf Lehmann, der seine Tätigkeitsübersicht in zwei Teile gegliedert vortrug. Wie der Chronist dabei zur Öffentlichkeitsarbeit 2018 ausführte, habe sich direkt nach der Ausstellung mit Dampfmaschinen und Heißluftmotoren die große Jubiläumsfeier zu „150 Jahre Tauberbahn“ verbunden mit der 100-jährigen Gemeinnützigen Baugenossenschaft angeschlossen, ehe Fahrten nach Dettelbach und zu den Festspielen in Röttingen folgten.

Als Beitrag zum Kinderferienprogramm ging’s später passend mit dem Nachwuchs zur Dampflok und ins Heimatmuseum, bevor der Tag des offenen Denkmals mit einer Einführung in die Erdgeschichte über den gut frequentierten Fränkischen Abend zu Fürstbischof Julius Echter schließlich in die Veranstaltung zum Volkstrauertag mündete, listete Rolf Lehmann auf, der sich danach den „Hausaufgaben“ zuwandte.

Um Kreuz gekümmert

Auf diesem Sektor habe man sich nicht nur mehrfach um das Kreuz an der Marbacher Hohle gekümmert, sondern auch Einsatz dahingehend gezeigt, dass als günstigster Standort für den Boissy-Platz nur der Bereich am Dampflok-Denkmal in Frage komme, so der Schriftführer, der dies mit der Schnittstelle von der Alt- zur Neustadt begründete. Was die Sanierung des Kiliansbrunnens in der Pfarrstraße anbelange, verlaufe das Projekt zwar immer noch schleppend, nach etlichen Gesprächen erkenne man jedoch Licht am Ende des Tunnels. Wie das Vorstandsmitglied dazu bei späterer Ergänzung bekräftigte, fördere das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg durch einen weiteren Zuschuss die Instandsetzung, während die Kommune den Betrieb übernehme.

Immerhin halte man ja hier einen zugesagten Betrag in der Hinterhand, der keinesfalls verfallen dürfe, hieß es mit der hoffnungsfrohen Aussicht auf eine Vollendung des Vorhabens noch in diesem Jahr, ehe nach dem kleinen Abstecher zur 500-Euro-Spende für das Buchler-Haus in Gerlachsheim die künftige Beschriftung beziehungsweise Beschilderung historischer Gebäude in Alt-Lauda noch ein Thema bildete. Beabsichtigt sei dabei eine zeitgemäße Gestaltung, lautete der abschließende Zusatz zum komplett wie geplant erledigten Jahresprogramm mit zwölf Sitzungen des Vorstandes, bevor der Kassierer Hubert Segeritz mit einer Zahlenbilanz aufwartete, die doch einige Reserven auf Guthabenseite aufwies.

Man benötige allerdings auch diverse und nicht zu knappe Rücklagen für das vereinseigene Stapfe-Heiner-Haus, merkte hierzu Segeritz an, dem Kassenprüfer Michael Funke auch namens seines Kollegen Bernd Pätzold eine einwandfreie Führung der Finanzgeschäfte bescheinigte.

Die danach beantragte Entlastung des Gesamtvorstandes stieß durchweg auf einmütige Zustimmung seitens der Mitglieder, die auch bei den folgenden Wahlen die vom stellvertretenden Bürgermeister Siegfried Neumann vorgeschlagenen Personen jeweils einhellig auf ihre Posten beriefen.

Die nächsten drei Jahre amtieren somit beim HKV Lauda Vorsitzender Werner Hellinger, Stellvertreter Karl von Baumbach, Schriftführer Rolf Lehmann, Schatzmeister Hubert Segeritz, Pressereferentin Irmgard Jung, die sechs Beisitzer Wilfried Bickel, Christine Jouaux, Roland Klingert, Helmut Schattmann, Roland Veith und Ehrenvorsitzender Günter Besserer sowie die Kassenprüfer Michael Funke und Bernd Pätzold, eine mit viel Beifall bedachte Zusammensetzung an der Spitze. Nach dem Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die stete Unterstützung würdigte der Vorsitzende vor allem seinen unermüdlich engagierten Stellvertreter, ehe Hellinger ein besonders dickes Lob für den nicht mehr kandidierenden Johann Prinz bereithielt.

Kassierer verabschiedet

Im Anschluss an die Tätigkeit als Kassierer von 2000 bis 2013 habe sich Prinz noch als Beisitzer zur Verfügung gestellt, ganz zu schweigen hierbei von der durch das bekannt rührige Mitglied zuletzt mit äußerster Akribie bewältigten Aufgabe, das umfangreiche Archiv des Vereins im Domizil zu katalogisieren und übersichtlich aufzubereiten, hob der Vorsitzende hervor, der zur Überreichung eines Präsentes die Freude über eine weitere Mithilfe auf diesem Gebiet ausdrückte. In seiner daraufhin folgenden Vorschau auf die in diesem Jahr geplanten Aktivitäten nannte Werner Hellinger zuerst die Ausflüge in das Freilandmuseum nach Wackershofen und am 25. Juli zu den Festspielen auf die Burg Brattenstein in Röttingen, überleitend zu den erneuten Beteiligungen am Kinderferienprogramm und am Tag des offenen Denkmals.

Darüber hinaus biete man im Oktober wiederum einen interessanten Fränkischen Abend zur Geschichte des Deutschen Ordens, gefolgt von der Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag, fügte der Vorsitzende an, der sich danach noch gezielt mit der vorgesehenen Beschilderung und der erheblich an Umfang gewonnenen Webseite www.hkv-lauda.com beschäftigte. Nicht fehlen dürften bei diesem Ausblick zudem die erneuten Herausgaben eines Kalenders mit historischen Bildern von Alt-Lauda und der Nummer 18 der Vereinszeitschrift „Die Brücke“, hieß es zum Schluss der Aufzählung, bevor der rund einstündige Film über den legendären Fischzug SG 5321, mit zwei Dampfloks und einer Last bis zu 1100 Tonnen von Würzburg bis Heilbronn unterwegs, bei Originalton plus einzigartigen Aufnahmen und Erzählungen von Eisenbahnern die HKV-Versammlung abrundete.

Mit Blick auf die nach elf Neuzugängen derzeit 257 Mitglieder des HKV Lauda erfolgte der Appell zur Werbung, um auch künftig die Ziele umzusetzen.