Lauda / Königshofen

Jahreshauptversammlung Schulden sind im Keller, die erste Mannschaft dagegen an der Tabellenspitze / Positive Bilanz gezogen

FV Lauda ist komplett schuldenfrei

Archivartikel

Ein klarer Aufwärtstrend ist erkennbar: Während es beim FV Lauda mit den Schulden ganz nach unten ging, strebt die erste Mannschaft nach oben.

Lauda. Allen negativen Gerüchten zum Trotz: Es sei an der Zeit, an dieser Stelle den teilweise weit verbreiteten Behauptungen entgegenzutreten, hieß es seitens der Verantwortlichen des Fußballvereines (FV) 1913 Lauda, als man nun bei der gut zweistündigen Hauptversammlung neben zahlreichen weiteren Punkten vor allem die finanzielle Seite ausführlich beleuchtete. Der Club habe „kein Darlehen mehr laufen“, erledige pünktlich die fälligen Zahlungen und sei überhaupt „schuldenfrei“, so die Aussagen vor „vollem Haus“ der Sportgaststätte, in der man die sonst nicht gerade einfachen Neuwahlen diesmal problemlos über die Bühne brachte (siehe dazu die Info-Box).

Erfreulich vor allem, wie aus den umfassenden Berichten hervorging, der unverkennbare und entsprechend beklatschte Aufschwung innerhalb der Jugendabteilung sowie eine positive Markierung ebenso die insgesamt 24 Ehrungen (ebenfalls im Extra-Kasten).

Seit der Versammlung im April 2017 habe der Vorstand in neun Sitzungen die Weichen gestellt, erinnerte Präsident Gerhard Schmetzer nach dem Totengedenken zu Erna Zipperer und Werner Mohr sowie dem Protokoll durch Schriftführer Werner Köhler an den zurückliegenden intensiven Zeitraum, um damit auf das Geschehen auf dem möglichst grünen Rasen überzuleiten.

Eine Spanne, nach dem vorherigen vierten Tabellenplatz gekennzeichnet durch den Abstieg aus der Verbandsliga Baden sowie dem Neuanfang in der Landesliga Odenwald, umriss es der Clubchef, der anmerkte, dass es bedingt durch personelle Ausfälle nicht gelungen sei, die höhere Klasse zu halten.

Es sei ein Fehler gewesen, dass man die Mannschaft im Winter nicht durch Neuzugänge verstärkt habe, bestätigte jetzt der Präsident, der noch einmal letztlich entscheidende Ergebnisse auflistete, um dann auf die gebührende Verabschiedung der langjährigen Spieler Julian Bach, Stephan Braun und Chris Moschüring sowie des Trainers Jürgen Wöppel hinzuweisen. Die nicht leichte Aufgabe, ein konkurrenzfähiges Team zusammenzustellen, habe daraufhin Thorsten Stranak bewältigt, dies einhergehend mit der Verpflichtung des neuen Cheftrainers und Akteurs Marcel Baumann, dabei von Dominik Gerberich, Michael Wendel und Marc Moschüring als Co- beziehungsweise Torwartcoach unterstützt.

Die insgesamt 14 Neuen im Kader habe man dann beim Terrassenfest Ende Juli präsentiert, wusste der die samstäglichen Spieltermine bevorzugende Schmetzer, der nach einem erfolgreichen Start in die Landesliga-Saison 2017/18 kurz die Herbstmeisterschaft mit vier Punkten Vorsprung streifte, allerdings die bisher einzigen beiden Niederlagen ausgerechnet in den Lokalderbys gegen den SV Königshofen und beim VfR Gerlachsheim beklagte.

Aufstieg als Ziel

Das habe in den eigenen Reihen viel Ansehen gekostet, bedauerte der führende FVler, der nach den absolvierten Hallenturnieren überleitete zur Rückrunde, in der es bislang sehr ordentlich laufe. Bei noch jeweils drei ausstehenden Auswärts- und Heimpartien rangiere man derzeit nach 28 Begegnungen mit einem Torverhältnis von 88:28 und 68 Punkten bei einem Abstand von sechs Zählern klar auf dem ersten Tabellenplatz und behalte somit das vorgegebene Ziel unbeirrt im Auge - den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Verbandsliga Baden.

Während man mit dem Trainerteam bereits verlängert habe, befänden sich die Gespräche mit den Spielern und eventuellen Neuzugängen momentan zumeist in der abschließenden Phase, bekräftigte Gerhard Schmetzer, der nach einem Abstecher zu seinem 23. Jahr in der Verantwortung für das FV-Echo und die ohne Beanstandung gebliebene Betriebsprüfung festhielt, dass man die defizitäre Gaststätte vorerst in Eigenregie betreibe.

Seinen Dank an die ausgeschiedene Marlies Geisler münzte er um in ein Lob für die jetzigen ehrenamtlichen Helfer, ehe er den bisherigen Stadionsprecher und Conférencier Heinz-Jürgen Kluger nach 20-jähriger Tätigkeit aus dessen Posten verabschiedete.

Eine besondere Würdigung erging daraufhin an Karl Bach, der dem Verein einen neuen Rasenmäher spendierte, überleitend zum Einsatz von Franz Bernhard und Helmut Fading zur Verbesserung der Infrastruktur, bevor sich der Präsident „sehr zufrieden“ hinsichtlich der Fußballjugend mit einem engagierten Team unter der Leitung von Jochen Schulz äußerte.

Mit den C1-Junioren in der Verbandsliga als Aushängeschild betrachte er als ausdrücklich erwähnenswert den Umstand, dass sich die Jugendabteilung selbst finanziere, fügte Schmetzer noch an, der nach der Aufzählung der im wichtigen Sponsoring aktiven Karl Bach, Franz Bernhard, Kurt Oehmann und Thorsten Stranak außerdem die Grill-AG um Günter Gutmann und Berthold Zipf sowie die Platzkassierer um Jochen Geisler und Helmut Fading hervorhob.

Nach der Aufforderung, unbedingt Schiedsrichter für den FV zu gewinnen, um die regelmäßigen Strafzahlungen künftig zu verringern, gehörte das Wort dann dem Sportlichen Leiter Thorsten Stranak, der den eingeleiteten Schnitt plus Umbruch bei der ersten Mannschaft schilderte, die mit 83 Prozent eine sehr gute Trainingsbeteiligung aufweise. Nach der Zuversicht, bei stetiger Tabellenführung am Ende auch den Aufstieg zu schaffen, galt ein kurzer Seitenblick noch den derzeit laufenden Verhandlungen, ehe Jugendleiter Jochen Schulz erfreut bekanntgab, dass man endlich auch wieder über eine F-Jugend verfüge.

Eingehend auf die insgesamt 95 Nachwuchsspieler von den Bambini bis zu den A-Junioren unterstrich Schulz die reibungslose Zusammenarbeit sowohl mit dem VfR Gerlachsheim als auch mit dem FC Grünsfeld und würdigte ebenso den Einsatz des ein Freiwilliges Soziales Jahr leistenden Leon Herzog, bevor er allerdings ein Problem nicht verhehlte - das der fehlenden Sportplätze. Er sei deshalb froh, dass die Kommune auch die Nutzung des Städtischen Stadions am Schwimmbad einräume, so der Leiter, der die Gönner in das Blickfeld rückte, um dann das Augenmerk auf den angestrebten sportlichen Erfolg rund um sein gutes Team zu lenken.

Unterstützt von Helmut Fading sei es gelungen, mit erheblichem Aufwand wieder feste Strukturen zu installieren, verdeutlichte zu seinem Bereich der kommissarische Hauptkassierer Franz Bernhard, der etliche Problemfelder ansprach, darunter die vereinseigene Gaststätte, bei der es jedoch seit Anfang des Jahres auf ehrenamtlicher Basis ganz gut laufe. Der Chef der Finanzen, der bei durchweg abgelösten Darlehen die stets pünktlichen Zahlungen betonte, machte auf notwendige Investitionen aufmerksam, von der Terrasse über die Spielfelder nebst Tribünen bis zu den Duschen und zur Heizung, ehe er noch den dringend fälligen Generationswechsel bei den Köpfen an der Spitze anmahnte.

Natürlich „keine Beanstandungen“ bei einem solchen Experten erkannte daher Kassenprüfer Hermann Kaißling auch übereinstimmend mit seinem Kollegen Robert Schömig, bevor er mit Verweis auf den schuldenfreien Verein die Entlastung des Vorstandes beantragte, ein Ansinnen, das die Mitglieder einmütig billigten. Zum Abschluss der Hauptversammlung zählte dann Karl Bach noch einige entscheidende Protagonisten namentlich auf - dank ihnen habe „der FV Lauda schwere Jahre überstanden“.