Lauda / Königshofen

Naturschutz Vogel- und Naturschutzverein Königshofen führt Arbeitseinsätze und Baggerarbeiten in Biotopflächen durch

Grundstückspflege ein wichtiges Anliegen

Königshofen.Schon seit Vereinsgründung war es immer ein Anliegen des Vogel- und Naturschutzvereins Königshofen, wertvolle Biotopflächen zu pflegen. So waren es in den Anfangsjahren um 1975 die Naturschutzgebiete Mehlberg, Kaltenberg und das Naturschutzgebiet Hohenberg in Sachsenflur. Nach dem Kauf wertvoller Biotopflächen auf der Gemarkung Königshofen und Marbach, konzentrierte man sich ausschließlich auf die Pflege dieser Grundstücke, die zumeist auch seit 1992 ausgewiesene Naturdenkmale sind. In Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde beim Landratsamt wurden Pflegepläne erstellt und entsprechend der dort vorkommenden Flora und Fauna die Grundstückspflege durchgeführt.

Schon recht früh lag der Schwerpunkt bei der Pflege auf die jeweilige Flora und Fauna verbunden mit dem entsprechenden Pflegezeitpunkt. Besonders dort wo der Deutsche Enzian oder der gefranzte Enzian vorkommt, also „Spätblüher“ wird nicht vor Mitte Oktober gepflegt. Auch bei den vielen Biotop- flächen mit Kreuzenzian auf der gesamten Gemarkung von Königshofen und vieler anderer Arten wird beim Mähzeitpunkt die Reifezeit der Samen berücksichtigt. Bei den über zehn Hektar Pflegeflächen wurde schon recht früh damit begonnen, Umgestaltungen in Absprache mit der Naturschutzbehörde vorzunehmen, damit langfristig möglichst viele Biotopflächen maschinell gepflegt werden konnten.

Diese letzten Umgestaltungsmaßnahmen wurden 2018 durch verschiedene Baggermaßnahmen, alle in Absprache mit der Fachbehörde, abgeschlossen. Steinriegel wurden umgesetzt, Erdhügel eingeebnet oder sonstige große Vertiefungen aufgefüllt, um alles maschinell pflegen zu können. Die Baggermaßnahme im Biotop Wallschloe zeigt auch die Neuanlage einer kleinen Trockenmauer.

Recht aufwendig sind seit 15 Jahren die Arbeitseinsätze, um die Schäden durch Wildschweine zu beseitigen. Besonders im Bereich Blösberg/Marbach, im Kirchberg, Kaltenberg und im Großbiotop Neuberglein kann ohne Beseitigung der Aufwühlungen keine Maschinenpflege erfolgen. Nachdem im vergangenen Jahr im Neuberglein noch im April die Wildschweine aktiv waren, konnte dort nur deshalb eine Maschinenpflege durchgeführt werden, nachdem diese Flächen mit einer Motorsense ausgemäht wurden. Dass dabei der Dreck und der Staub sowie die Steine um die Ohren fliegen, davon kann der Vorsitzende im Bild berichten.

Die über zehn Hektar Biotopflächen können jetzt, entweder mit Kreiselmäher oder einem Balkenmäher gepflegt werden. Nur bei einigen kommt noch in Teilbereichen die Motorsense zum Einsatz. Bei allen Flächen mit Kreiselmäher wird die Pflege von einem Landwirt in Abstimmung mit dem Verein gepflegt, besonders aber was den Mähzeitpunkt betrifft. Das gesamte Mähgut wird geschwadet und von den artenreichen Biotopflächen zur Ausmagerung entfernt.

In keinem der wertvollen Biotopflächen kommt ein Mulchgerät zum Einsatz um das Überleben von Insekten, Schmetterlingen und deren Rauben zu sichern. Weitere Pflegemaßnahmen, wie das auf Stocksetzen von Heckenstreifen, wo sich allein im Großbiotop Neuberglein über 800 laufende Meter befinden, werden in Absprache mit der Naturschutzbehörde durchgeführt. Dabei werden im Wechsel 100 Meter jeweils auf Stock gesetzt. Diese Pflege ist besonders für den Rotrückenwürger sehr wichtig. ts