Lauda / Königshofen

Verkehrswacht Main-Tauber-Kreis Erste gemeinsame Hauptversammlung mit Wahlen und Ehrungen / Landrat übernimmt Schirmherrschaft / Hermann Kaißling geehrt

Günther Kuhn zum Vorsitzenden gewählt

Archivartikel

Die Verkehrswacht Main-Tauber-Kreis leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Verkehrssicherheit im Kreis. Dies wurde in der Jahreshauptversammlung deutlich.

Main-Tauber-Kreis. Nach der Fusion der Verkehrswachtvereine von Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim fand nun die erste gemeinsame Jahreshauptversammlung in Dittigheim statt. Die Veranstaltung hatte historischen Charakter, da die Ursprungsvereine schon auf eine über 60-jährige Geschichte zurückblicken können.

Grußworte

Nach der Totenehrung folgten die Grußworte des ersten Landesbeamten Dr. Ulrich Derpa. Er überbrachte die Grüße des Landrates Frank, der gern als Schirmherr über die erfolgreich fusionierte kreisweite Verkehrswacht bereit stehe. Der Verein sei ein wichtiger und geschätzter Partner im gemeinsamen Bemühen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. „Ich überbringe Ihnen Dank für den seit über 60 Jahren geleisteten Beitrag zur Verkehrssicherheit im Landkreis“, lobte Dr. Derpa. Im Folgenden sprach er über die Geschwindigkeitsmessungen der zentralen Bußgeldstelle. „Sowohl stationär als auch mobil haben wir Messanlagen in Gebrauch“, erklärt der Landesbeamte.

„Mit den kreiseigenen mobilen Anlagen wurden 274 Messungen durchgeführt. Die beiden Messgeräte waren hierbei 551 Stunden im Einsatz. Es konnten 63 046 Fahrzeuge erfasst und davon überschritten 4581 die zulässige Höchstgeschwindigkeit“, so Dr. Derpa. Aus der Unfallauswertung berichtete er weiter, dass es 25 Unfallhäufungsstellen im Landkreis gebe und davon sechs mit Motorradbeteiligung. Die Hauptunfallursache sei weiterhin überhöhte Geschwindigkeit sowie Ablenkung am Steuer.

Auch der Generalsekretär der Landesverkehrswacht, Paul Woywod, freute sich über die erfolgreiche Fusion der beiden Vereine, da sie sich ergänzten. Aktuell sei ein Schwerpunkt der Landesverkehrswacht, Programme für Senioren und Motorradfahrer anzubieten, um mehr Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Gute Zusammenarbeit mit Polizei

Danach ergriff Kriminalhauptkommissar Bernhard Haag das Wort. Er stellte die Zahlen der Verkehrsunfälle im Landkreis aus dem Jahr 2017 vor: Es ereigneten sich über 3700 Verkehrsunfälle, davon 431 mit Personenschaden. In den Unfällen seien 62 Radfahrer beteiligt gewesen. Die Gesamtzahl der Unfälle sei nahezu konstant, wobei die Unfälle mit Motorradbeteiligung gestiegen seien. Traurig seien die Zahlen der Schwerstverletzten mit 133 und die der Toten mit 10.

Weiterhin berichtete Haag über die Präventionsmaßnahmen der Polizei in Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht. Über 800 Grundschüler seien mit den gelben Mützen zum Schulstart ausgestattet worden. Vielerlei Aktionen wie Schulbustraining, die Radhelmkampagne und Verkehrserziehung wurden an den regionalen Schulen angeboten. Er lobte abschließend die gute Zusammenarbeit der Verkehrswacht mit der Polizei.

Zum ersten Mal war Bürgermeister Wolfgang Vockel zur Versammlung des Vereins gekommen. Es gebe viele organisatorische Berührungspunkte zwischen der Verkehrswacht und der Stadt. „Wenn ich mich vor den örtlichen Schulen umsehe, stelle ich fest, dass es noch viel zu tun gibt in der Verkehrserziehung für Jung und Alt“, sagte Vockel. Ein wichtiger Beitrag für die Bevölkerung sei auch das Fahrsicherheits-training, das der Verein anbiete. Dies finde auf einer Fläche auf dem Laurentiusberg statt. „Die große Fläche wird solange wie möglich für Sie zur Verfügung stehen“, versprach Vockel. Jedoch müsse langfristig eine andere Lösung gefunden werden. Dabei würde der Bürgermeister die Verkehrswacht unterstützen.

Geschäfts- und Kassenberichte

Die Geschäftsberichte und Kassenberichte von Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim wurden während der Versammlung ein letztes Mal getrennt vorgetragen.

Der Geschäftsführer Peter Bernhardt ging in seinem Bericht über die Verkehrswacht Tauberbischofsheim auf die Nachwuchssorgen des Vereins ein. Zwar gebe es immer wieder Neuzugänge, jedoch reichten diese nicht, um eine Trendwende in der Altersstruktur herbeizuführen. Er stellte außerdem fest, dass der Verein seinem Auftrag der Verkehrserziehung und der Förderung der Verkehrssicherheit voll und ganz nachgegangen sei.

Gemeinsam mit der örtlichen Polizei und den vereinseigenen Moderatoren Erich Reinhardt, Uwe Vetter und Dietmar Weber habe man viele erfolgreiche Aktionen durchgeführt und Sicherheitsfahrtrainings für Kraftfahrer und Motorradfahrer angeboten. In Sachen Seh- und Reaktionstest seien Johannes Herrschlein und Karl Volk sehr aktiv. Das Senioren- und Pedelecprogramm seien ebenfalls wichtige Schwerpunkte in der Vereinsarbeit.

Wolfgang Hart und dessen Team betreuten im vergangenen Jahr an die 1000 Kunden auf dem Verkehrsübungsplatz in Königshofen, und Karl-Heinz Paulus sei der unverzichtbare Mann für die Messanlagen der Verkehrswacht.

Der Vorsitzende entsandte zum Abschluss seines Berichts einen Dank für das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder. Ohne die Unterstützung seitens Gemeinden, Landkreis, den staatliche Dienststellen, von Betrieben und der Bevölkerung sei die wichtige Arbeit jedoch nicht möglich.

Der Geschäftsbericht aus Bad Mergentheim wurde durch den Sohn des Geschäftsführers, Karsten Windt vorgestellt. Sein Vater konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen. Er hob die enorme Herausforderung der Fusion der beiden Vereine heraus und erinnerte sich im Besonderen an das 50. Jubiläum der Jugendverkehrsschule in der Kurstadt.

Die Kassenberichte spiegelten die hohe Zahl der Vereinsaktivitäten dar. Eine ordnungsgemäße Kassenführung wurde in beiden Fällen durch die Kassenprüfer festgestellt. Dr. Derpa beantragte somit die Entlastung des gesamten Vorstands, die einstimmig erteilt wurde.

Ehrungen

Der Vorsitzende ernannte Gustav Windt und Hermann Kaißling zu Ehrenmitgliedern. Windt hatte fast 30 Jahre lang als Vorsitzender in der Verkehrswacht Bad Mergentheim sein Engagement gezeigt. Sein größter Verdienst war der Aufbau der damals landesweit einzigen Jugendverkehrsschule in Bad Mergentheim. Die Ehrung nahm stellvertretend sein Sohn entgegen.

Großen Dank sprach der Vorsitzende dem ehemaligen Schatzmeister Hermann Kaißling aus. Er habe 55 Jahre lang die Kasse tadellos geführt: „Hermann Kaißling war für uns eine Institution und die Kasse war stets in sicheren Händen.“ Dafür habe er die Ehrenmitgliedschaft verdient.