Lauda / Königshofen

Heimat- und Kulturverein Roland Veith begeisterte mit seinem Vortrag „Mundart unserer Heimat“ bei der Jahreshauptversammlung

Hausaufgaben und eine heitere Note

Archivartikel

Heitere Note beim HKV: Neben den umfassenden Tätigkeitsberichten dominierte viel Mundart bei der gut besuchten Hauptversammlung.

Lauda. Eigentum beruhigt, aber es kostet auch: Dieser Tatsache muss sich unter anderem ebenso der Heimat- und Kulturverein (HKV) Lauda stellen, der ja bekanntlich seit einiger Zeit über ein schmuckes Vereinsheim, das sogenannte Stapfe-Heiner-Haus in der Oberen Torgasse, verfügt.

Dort fielen allerdings demnächst recht aufwendige Ausbesserungsarbeiten an den Fassaden an, weshalb man sich froh über ein angespartes kleines Guthaben freue, hieß es beim Blick auf die Finanzen.

Der Kassenbericht bildete einen Teil der Hauptversammlung, bei der man kürzlich im Saal des Gasthofes „Goldener Stern“ vor rund 70 Mitgliedern umfassend Bilanz zog und gleichzeitig in den mehr als zwei Stunden die kommenden Vorhaben näher erläuterte.

Reges Interesse

Den guten Besuch werte er als ein Zeichen des regen Interesses, befand der Vorsitzende Werner Hellinger, der in seiner Begrüßung die Vertreter von gleich sieben Nachbarschaftsvereinen plus die Partner der „Freunde Mainfränkischer Kunst und Geschichte“ aus Würzburg auflistete, ehe er anmerkte, dass Neuwahlen bei der dreijährigen Amtsperiode erst wieder 2019 anstünden.

Nach einem kurzen Abstecher zu den elf Neuzugängen, womit der Heimat- und Kulturverein derzeit exakt 259 Mitglieder zähle, und dem gemeinsamen Totengedenken gehörte das Wort dann dem Schriftführer Rolf Lehmann, der seinen Tätigkeitsbericht zum vergangenen Zeitraum in zwei Bereiche untergliedert hatte.

Gelungene Kalender-Premiere

Im ersten Teil, den in die Öffentlichkeit wirkenden Aktivitäten, erinnerte Lehmann beispielsweise an die drei Bildungsfahrten, den üblichen Beiträgen zum Kinderferienprogramm und zum „Tag des offenen Denkmals“, den Hans-Hubert Spönlein gewidmeten „Fränkischen Abend“, das vereinte Auftreten zum Volkstrauertag und nicht zuletzt die vollauf gelungene erstmalige Herausgabe eines Kalenders.

Im zweiten Abschnitt nahm er die Fein- und Kleinarbeit in den monatlichen Sitzungen des Vorstandes genauer unter die Lupe – ein intensiv zu beackernder Komplex, den der Ex-Lehrer als ureigenste „Hausaufgaben“ bezeichnete.

Ausgehend vom Anprangern diverser Verschandelungen lenkte hier der Schriftführer das Augenmerk hin zum Aufstellen der Ölbergfiguren im Alten Friedhof, zum künftigen Versetzen des Kreuzes an der Marbacher Hohle und zur Auflage der 16. Nummer der Schriftenreihe „Die Brücke“, bevor er sich länger mit dem Vorgang rund um die Mariensäule vor dem ehemaligen Rathaus befasste.

Der HKV habe sich entschieden gegen einen Antrag aus dem Gemeinderat ausgesprochen, den bisherigen Marien- in einen Boissy-Platz umzubenennen und stattdessen hierfür das Areal rund um das Dampflokdenkmal vorgeschlagen, um die französische Partnerstadt Boissy-Saint-Léger entsprechend namentlich einzubinden, hieß es.

Kiliansbrunnen wird wiederbelebt

Dafür sehe man Fortschritte in Hinsicht auf eine baldige „Wiederbelebung“ des der Kirchengemeinde gehörenden Kiliansbrunnens in der Pfarrstraße nach dem Erhalt einer großzügigen Spende, erwähnte noch abschließend Rolf Lehmann, der damit überleitete zum Schatzmeister Hubert Segeritz, der ein umfangreiches Zahlenwerk vorlegte, das die wichtigsten Posten beinhaltete.

Kein Wunder somit, dass Kassenprüfer Bernd Pätzold auch in Absprache mit seinem Kollegen Michael Funke keine Beanstandungen erkannte, verbunden mit dem Vorschlag auf Entlastung des Vorstandes – ein Ansinnen, das im Saal auf einhellige Billigung stieß.

Mit Interesse verfolgten daraufhin die Mitglieder die Ausführungen des Vorsitzenden, der zuerst erfreut festhielt, dass es gelungen sei, das im Vorfeld ausgearbeitete Jahresprogramm komplett durchzuführen. Er wünsche sich diesen Rückhalt auch in Zukunft, betonte Werner Hellinger, der noch mit Ergänzungen zu den zuvor aufgereihten Themen aufwartete.

Natürlich stünden wieder etliche Einsätze an, so beispielsweise schon bald die Reinigung der Ölberggruppe, wusste Hellinger, der dann näher auf den aufgelegten Flyer einging. Über die zwei Ausflüge in die Altstadt nach Dettelbach am Main und zur Burg Brattenstein nach Röttingen mit den dortigen Festspielen wandte sich der HKV-Vorsitzende dann der erneuten Teilnahme am Kinderferienprogramm und dem „Tag des Denkmals“ mit einem Eintauchen in die Erd- und Frühgeschichte Laudas rund um das Keltendorf Dubra zu.

Fränkischer Abend im Oktober

Einen besonderen Höhepunkt biete jedoch sicherlich der „Fränkische Abend“ im Oktober in der Pfarrscheune, bei dem sich der Historiker und Buchautor Dr. Robert Meier mit dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter (1545 bis 1617) beschäftige, der ja auch in der hiesigen Kommune seine Spuren hinterlassen habe, und dies nicht nur bei der Hexenverfolgung, so der Zusatz.

Helfer gewürdigt

Nach einem Ausblick zum Konzert des Knabenchores aus St. Petersburg in der Heilig-Kreuz-Kirche in Gerlachsheim und der Zuversicht hinsichtlich des Kiliansbrunnens führte ein abschließender Abstecher von Werner Hellinger noch zur Pflege des Ortsfamilienbuches aus Oberlauda, ehe eine breite Würdigung allen ehrenamtlichen Helfern für ihre stete Unterstützung galt.

Nach zuvor viel notwendiger Ernsthaftigkeit brachte daraufhin zum Ausklang der Versammlung das Vorstandsmitglied im HKV, Autor und profunder Kenner der lokalen Geschichte, Roland Veith, eine heitere Note in das Geschehen, als er zur Thematik „Mundart unserer Heimat“ das sichtlich belustigte Publikum bestens unterhielt.

Besonderheiten bei Dialekten

Der pensionierte Pädagoge aus der Kreisstadt, der zahlreiche Besonderheiten bei den einzelnen Dialekten aufzeigte und auch kurz zum Boxberger Wilhelm Kraft und zum Hohenloher Schlitzohr Manfred Wankmüller abschweifte, zitierte jedoch vor allem Gedichte des Tauberbischofsheimers Josef Dürr und des Laudaer Heimatdichters Carl Reichert, wozu er den Spruch eines bekannten und umstrittenen amerikanischen Präsidenten abwandelte: „Laude first.“