Lauda / Königshofen

Weihe zum Diakon Der 25-jährige Tobias Herzog aus Lauda wurde am Sonntag in Karlsruhe von Erzbischof Stephan Burger geweiht

„Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?“

Archivartikel

Erzbischof Stephan Burger hat am Sonntagnachmittag in Karlsruhe drei junge Männer zu Diakonen geweiht, darunter auch Tobias Herzog aus Lauda.

Karlsruhe/Lauda. In einem feierlichen Gottesdienst hat Erzbischof Stephan Burger am Sonntag in Karlsruhe drei junge Männer zu Diakonen geweiht. Ins Zentrum seiner Predigt stellte er die alles entscheidende Frage aus dem Lukas-Evangelium „Ihr aber, für wen haltet Ihr mich?“.

Für Erzbischof Burger ist nicht wichtig, was „man“ über Christus denkt, sondern was jeder einzelne ganz konkret glaubt. Dadurch gehe die Frage tiefer und reiche weiter, sie treffe mitten ins Herz und verlange ein Bekenntnis, so Burger weiter: „Jetzt geht es nicht mehr um die Meinungen anderer, sondern um das eigene Zeugnis, nicht mehr um Wiederholungen, sondern um mich selbst.“

„Diakone geben gelebte Antwort“

Die Kandidaten, so der Erzbischof, antworteten mit ihrer Weihe zum Diakon ganz persönlich auf diese Frage Jesu: „Sie geben mit Ihrem weiteren Lebensweg als Diakon und später als Priester nicht nur eine gesprochene Antwort, sondern eine gelebte; nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern ein Lebenszeugnis. Auch und gerade durch Ihre Bereitschaft zur Ehelosigkeit machen Sie deutlich: Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, steht im Zentrum meines Lebens – uneingeschränkt, radikal!“

Erzbischof Burger gab seiner Überzeugung Ausdruck, dass der gelebte Zölibat „ein Stachel im Fleisch unserer Gesellschaft bleibt, weil er nochmals zeigt, dass es darum geht, seine ganze Existenz auf diesen einen Jesus Christus auszurichten – unabhängig davon, ob es eine Öffnung im Blick auf den Zölibat geben wird oder nicht: Die geplante Amazonas-Synode im Herbst wird sich mit diesem Thema auseinandersetzen.“

Damit sprach Erzbischof Burger auch aktuelle Bewegungen und Diskussionen in der katholischen Kirche an: „Wir stehen ja mitten in einem großen Wandel. Viele rufen in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kirche nach Reform, nach Neugestaltung. Die Aktion Maria 2.0, die uns überall beschäftigt, ist ein Indikator dafür, ungeachtet dessen, ob sich diese Forderungen und Wünsche so erfüllen lassen oder nicht.“

Und trotz all der Umbrüche, Fragen und Forderungen, entschieden sich die Weihekandidaten für diese Botschaft Jesu und für diese Kirche. Es sei der Wille Jesu, dass seine Botschaft verkündet wird, ob gelegen oder ungelegen, so Burger: „Und dafür braucht es das persönliche Zeugnis, das individuelle Bekenntnis zu Jesus Christus. Zu ihm, dem menschgewordenen Sohn Gottes, der uns die Liebe und Barmherzigkeit offenbart hat.“

Nach den Worten des Freiburger Erzbischofs warten die Menschen auf Glaubenszeugen, die mit ihrem Leben zeigen, dass sie ganz „in Jesus Christus“ sind: „Daran wird sich auch nichts ändern, ob wir von unserer derzeitigen pastoralen Situation ausgehen oder von einer Pasto-ral 2030 in erweiterten Strukturen. Und dazu braucht es die eigene Vergewisserung, mit Jesus Christus in lebendiger Beziehung zu sein, zu bedenken und zu bekennen, dass er der Messias und Erlöser ist.“

Zu Diakonen geweiht wurden: Francesco Durante (32) aus Nußloch (Dekanat Wiesloch), Tobias Herzog (25) aus Lauda und Thomas Rudolf (40) aus Wiesloch.

Auf dem Weg zur Priesterweihe

Die Weihe zum Diakon ist für diese jungen Männer eine Station auf dem Weg zur Priesterweihe – sie gilt als vorläufiger Höhepunkt auf dem Berufungs- und Ausbildungsweg der Priesterseminaristen. Seit September 2017 arbeiten sie in einem einjährigen Pastoralpraktikum in einer Seelsorgeeinheit der Erzdiözese Freiburg und bereiten sich intensiv auf ihre Diakonenweihe vor. Das Wort „Diakon“ stammt vom griechischen Verb „diakonein“. Es be-deutet „dienen“ und „fürsorglich helfen“.

Während einer Diakonenweihe gibt es eine Reihe besonderer Rituale – zum Beispiel das intensive Gebet im Liegen vor Gott, das ein Ausdruck des tiefen Gottvertrauens der ange-henden Diakone ist.

Dann folgt das freiwillige Versprechen, ein Mann des Gebetes zu sein, den Armen zu helfen, in Ehelosigkeit zu leben und dem Bischof die Treue zu halten.

Anschließend legt jeder Kandidat seine Hände in die des Bischofs – ein Ausdruck des gegenseitigen Vertrauens. Der Bischof hält segnend die Hände über den Kopf des zukünftigen Diakons und spricht das Weihegebet. Im Anschluss daran werden die Diakone mit ihrer neuen „Dienstkleidung“ versehen. Jeder Diakon erhält zudem eine Bibel, denn die Verkündigung des Evangeliums ist eine ihrer zentralen Aufgaben. Am Ende der Weihe umarmt der Bischof die neugeweihten Diakone als Zeichen der Wertschätzung pef