Lauda / Königshofen

Verbandsversammlung Bericht von DRK-Kreisgeschäftsführerin Manuela Grau

In „spannenden Zeiten“ aktiv

Archivartikel

Königshofen.„Die Arbeit des Kreisverbandes findet in spannenden Zeiten statt.“, berichtete Manuela Grau. Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes Tauberbischofsheim, auf dessen Jahresversammlung in Königshofen. „Wir müssen die Balance finden zwischen Kontinuität und Herausforderung“. Dabei gehe der Blick auch über den Altkreis Tauberbischofsheim hinaus. „Wir stellen uns die Frage, welche globalen Themen sich auf unsere Arbeit auswirken und zu welchen Zukunftsthemen wir einen Beitrag leisten können.“

Im Zuge der laufenden Projektarbeit habe der Förderantrag für den Neubau der Rettungswache Wertheim über den DRK-Landesverband beim Regierungspräsidium Stuttgart Ende Juni 2018 eingereicht werden können. Zudem sei der Förderantrag für den geplanten Bau eines Pflegezentrums, bestehend aus Kurzzeit- und Tagespflege, in Wertheim Ende Oktober beim Kommunalen Verband für Jugend und Soziales gestellt worden.

Nach der Sommerpause wurden in der Stadthalle Tauberbischofsheim die Fördermitglieder feierlich geehrt. 1200 geladene und zu ehrende Mitglieder seien durch 600 anwesende Förderer repräsentiert worden. Nach wie vor von einer sehr schwierigen Personalsituation geprägt gewesen sei auch 2018 die Abteilung Rettungsdienst. Zum einen fehle es an frisch ausgebildeten Rettungsassistenten durch den Wegfall des Berufsbildes und der entsprechenden Ausbildung, zum anderen neuen Notfallsanitätern durch die dreijährige Dauer der Ausbildung.

„Dank dem hohen Engagement unserer hauptamtlicher Mitarbeiter mussten wir bisher noch kein Rettungsmittel abmelden“, berichtete Grau. Da beim Blick in die Zukunft frühestens in den nächsten zwei bis drei Jahren mit einer Verbesserung der Personalsituation zu rechnen sei, habe die Ausbildung eigener Notfallsanitäter eine besondere Dringlichkeit, um dieses Delta auffangen zu können.

431 Lehrgänge durchgeführt

Im Dienstleistungsbereich „Ausbildung, Ehrenamt und Verbandsentwicklung“ wurden 2018 insgesamt 431 Lehrgänge durchgeführt. Wie auch in den Jahren zuvor habe eine Steigerung der Lehrgangszahlen im Bereich der Breitenausbildung erreicht werden können. Das aus 25 Vollzeitkräften (davon drei Auszubildende) bestehende Pflegeteam der DRK-Sozialstation unterstützte 2018 rund 280 Kunden in pflegerischen, behandlungspflegerischen, hauswirtschaftlichen und betreuenden Tätigkeiten durch etwa 54 000 Hausbesuche.

In den Abteilungen Jugendmigrationsdienst, Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) und Suchdienst wurden unter anderem 234 (2017: 226) junge Menschen aus 29 Ländern beraten und größtenteils auch intensiver begleitet. Der MBE hat insgesamt 748 (plus 23,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr) Klienten, von denen 309 2018 die Beratungsstelle aufsuchten, wobei 1247 Beratungen (plus 22.5 Prozent) durchgeführt wurden. Der Suchdienst verzeichnete 504 Anfragen (Vorjahr 639).

Die Menschen, die diesen Dienst bei der DRK-Kreisverbandstelle Tauberbischofsheim in Anspruch nahmen, kamen überwiegend aus Syrien, Somalia, Iran, Irak, Afghanistan und den Nachfolgerepubliken der ehemaligen UdSSR.

Der DRK-Suchdienst setzt seit 1945 alles daran, infolge bewaffneter Konflikten oder Katastrophen vermisste Angehörige zu suchen, Schicksale zu klären und Familien wieder zu vereinen.

Seit September 2014 bietet der DRK- Kreisverband Tauberbischofsheim Suchdienst-Beratung mit einem Stellenumfang von 20 Prozent an. pdw