Lauda / Königshofen

VdK Königshofen/Beckstein Vortrag von Bernhard Geisler blickte in die Historie des Bauwerks

Interessantes über den Wartturm erfahren

Königshofen/Beckstein.Beim Monatstreff des VdK Königshofen/Beckstein referierte Bernhard Geisler, Vorsitzende des Vereins Gruppe Historisches und Kulturelles Königshofen, über den Königshöfer Wartturm. Erbaut wurde die Warte um 1500 und hatte zur damaligen Zeit verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Warttürme wurden an Handelsstraßen errichtet, um durch Fahnen- und Lichtsignale vor den feindlichen Truppen zu warnen. „Die Eingangstüre eines Turmes befand sich üblicherweise in mehreren Metern Höhe und sei in diesem Fall nur über eine Leiter zugänglich“, wie Geisler erläuterte.

Wachsende Bedeutung

Ein Sonderfall stelle die Geleitwarte dar, die bevorzugt an Handelswegen errichtet wurden, um den Schutz reisender Händler bis zum Rande eines Herrschaftsgebietes sicher zu stellen. Im frühen Mittelalter nutze der Handel die alten Verbindungen oft fernab von Ortschaften, die auf Höhen verliefen.

Die Bedeutung der Orte an den Flussübergängen sei durch den Handel in den Jahrhunderten stark angewachsen, die Bevölkerung habe zugenommen und die Wege zwischen den Ortschaften hätten sich entscheidend verbessert.

Rechtssicherheit für Reisende

Die hohe Besiedelungsdichte im Vergleich zu den Höhenstraßen dürfte für die Händler zu Messezeiten wegen der vielen „Raubüberfälle“ eine größere Sicherheit geboten haben, bevor sie endgültig durch das Geleit genötigt wurden, nur diese Straßen zu benutzen. „Das Geleitrecht sei ein Mittel gewesen, um Rechtssicherheit für Reisende herzustellen. Das Geleit selbst wurde vom Inhaber des Geleitrechts gegen Zahlung eines Geleitgeldes gewährt“, erklärte Geisler. Es sei damit eine beliebte und begehrte Einnahmequelle der Territorialherren gewesen. Sie setzten hier ihr militärisches Können ein und erhielten bares Geld, in einer Wirtschaft, in der Tausch und Naturalien üblich gewesen seien.

„Die Gruppe Historische und Kulturelles hat sich um die Jahrtausendwende den Königshöfer Wartturm als Aufgabe angenommen, ohne genau zu wissen, was da alles auf uns zukommt“, meinte der Vorsitzende. Die Warte sollte wieder als Aussichtsturm für Königshofen hergerichtet werden.

In vielen Stunden und in Handarbeit haben die Vereinsmitglieder den Bauschutt aus dem Turm entfernt und entsorgt. Das Wasser, das in das Bauwerk eindringt, hat sich als ein großes Problem herausgestellt. Hier muss immer wieder mit Mörtel nachgebessert werden. Mit der Planung einer Treppe wurde das Landesdenkmalamt kontaktiert. Es mussten erst verschiedene Varianten geprüft werden, bis die heutige am Turm angebrachte Stahltreppe genehmigt wurde. Außerdem musste der in sechs Meter Höhe gelegen Eingang erhalten werden. Deshalb ist ein Teilstück der Treppe außen angebracht.

Durch Eigenleistung und Spenden an den Verein wurde dieses Kleinod den Bürgern wieder zugänglich gemacht. Es ist auch ein Wahrzeichen von Königshofen, das die Jahre 1525 und 1945 nicht in Vergessenheit lassen werden. ilg