Lauda / Königshofen

Kommunalwahl „Tour der Zukunft“ führt Kandidaten von SPD/Freie Bürger nach Unterbalbach

Lärmschutz steht auf der Agenda

Unterbalbach.Nach dem Treffen der Kandidaten von SPD/Freie Bürger am Sportplatz an der Tauber mit dem Vorstand des SV Anadolu und Ortsvorsteher Andreas Buchmann hatten die Kommunalpolitiker den Wunsch, die Topographie des Gebiets Lehmgrube kennenzulernen, wo die durch einen Starkregen ausgelöste Schlammlawine abgegangen ist und bei den betroffenen Hausbesitzern durch Lehm und Wasser fürchterliche Schäden angerichtet hat.

Andreas Buchmann ist überzeugt, dass das oberhalb der beschädigten Häuser angelegte Graben-Wall-Systems zur Sicherung der Wohnhäuser ein erster wichtiger Schritt sei, aber dass man weiterhin versuchen müsse, durch Kanäle an der Straße Starkregen abzufangen. Bei Unterlassung könnte sich dieses Ereignis wiederholen. Großes Lob zollte der Ortsvorsteher für die Hilfe der Bürger, der Nachbarn und der Feuerwehr, die unter Führung des Stadtkommandanten Segeritz äußerst besonnen und engagiert Hilfe geleistet habe.

Nach Aussagen von Stadtbaumeister Tobias Blessing koste die Anlage des Muldensystem nach dem jetzigen Stand etwa 100 000 Euro. Angesichts dieser völlig unerwarteten lokal begrenzten Umweltkatastrophe, die nach Aussagen von Experten aufgrund des Klimawandels künftig zunehmen werden, „brauchen wir ein präventives Katastrophenmanagement und damit einhergehend die Planung eines Starkregenmanagements an dem die kürzlich eingestellte Sachbearbeiterin für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, F. Wenz, federführend beteiligt werden sollte, ebenso die Feuerwehr und die Kompetenz der Naturschützer sollte genutzt werden“.

Die Erweiterung des Baugebiets Mühlbach-Heissgrat sei für die Stadt Lauda-Königshofen von übergeordnetem Interesse; nach Vorstellungen von Buchmann sei es möglich, noch etwa 30 Bauplätze zu erschließen. Der rührige Ortsvorsteher sieht dabei Edelfingen und Bad Mergentheim als direkter Konkurrent für die Ansiedlung neuer Bürger trotz steigender Bauplatzpreise. Damit folge die Stadt ihrem eigenen Grundsatzbeschluss, die Stadtteile mit ausreichend Bauplätzen zu versorgen aber in der Tauberaue (Marbach, Königshofen,Unterbalbach) besonders attraktive Baugebiete zu erschließen.

Ein weniger erfreuliches Thema bei dem Rundgang war die Nichtbefassung der Verwaltung mit dem im Oktober 2017 verabschiedeten Lärmaktionsplan. Durch die Umorganisation in der Verwaltung ruhe dieser Plan in den Akten, denn H. Bethäuser, der Autor dieses Plans, ist mittlerweile in den Fachbereich I versetzt und befasst sich dort mit Schulen und Kindergärten.

In dem auf fünf Jahre angelegten Lärm-Aktions-Plan wurden für Unterbalbach eine Tempoverringerung auf 70 vor den Ortseingängen und deren Umgestaltung gefordert, eine wirksame Geschwindigkeitsüberwachung sowie den Einbau von Lärmschutzfenster bei Neubauten als passive Lärmschutzmaßnahme. Gegebenenfalls solle auch der Einbau von Flüsterasphalt für eine Verringerung des Lärms sorgen. Die Umsetzung stagniert. SPD/Freie Bürger werden gleich zu Beginn der nächsten Wahlperiode einen Antrag für einen Fünfjahresplan zur Realisierung des Aktionsplans Lärmschutz stellen. spd