Lauda / Königshofen

Vogel- und Naturschutzverein Jahreshauptversammlung

Mehr Unterstützung ist wünschenswert

Archivartikel

Königshofen.Aufschlussreiche Informationen über die Arbeit des Vogel- und Naturschutzvereins gab es in der Hauptversammlung. Zunächst folgte nach der Totenehrung, dem Protokoll der letztjährigen Zusammenkunft durch Gerlinde Schad, der Bericht des Vorsitzenden Theodor Schad, der geprägt war von unzähligen Arbeitseinsätzen.

Alle Biotop-Umgestaltungsmaßnahmen, die mit dem Umweltschutzamt zuvor abgesprochen wurden, sind abgeschlossen. Ziel war es, in den letzten Jahren möglichst viele Schutzgebiete so umzugestalten, dass besonders die großflächigen Biotope maschinell pflegbar wurden. Bei all diesen Flächen wird auch das Mähgut zur Ausmagerung abgefahren. Hier lobte er die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten Matthias Spinner und Theo Michelbach. Die Grundstückspflege der vergangenen Jahre zeigen sich besonders positiv in der Artenvielfalt auf allen Vereinsflächen. Bei der Winterfütterung wurde auch wieder die Futterstelle für die Goldammer im Neuberglein gut angenommen.

Nach dem Feuchtgebiet Horb wurde 2017 auch das Feuchtgebiet Altwasser von Hochwasserschäden befreit und die Kopfweiden am Weg entlang auf Stock gesetzt.

Ganzjährig im Einsatz war man in beiden Feuchtgebieten wegen unzähliger Maßnahmen, die durch Biber entstanden. Um übergroße Schäden zu vermeiden, wurden unzählige Bäume mit Drahtkörben geschützt, im Feuchtgebiet mehrere Notfällungen vorgenommen, um dem Biber Baummaterial zu geben. Dennoch gleicht das Feuchtgebiet einem Schlachtfeld, wo man damit rechnet, dass Entnahmen wie in Bayern auch im Taubertal stattfinden werden müssen.

Von November 2017 bis in den April wurden Verstänkerungsmaßnahmen gegen Wildschweine im Kirchberg, aber hauptsächlich im Biotop Neuberglein, mit den Mitteln Porocol, Hukinol und Buttersäure durchgeführt. Die einzelnen Maßnahmen wurden regelmäßig der Naturschutzbehörde gemeldet.

Dennoch wurde das Biotop Neuberglein an drei Stellen teilweise heftig aufgewühlt. Theodor Schad monierte besonders die Zurückhaltung der Jäger, die in diesem Revier noch nie zur Wildschweinbekämpfung, geeignete revierübergreifende Treibjagden durchführten. Hatte man noch bei einem Ortstermin 2016 mit Behördenvertretern des Landratsamtes zum Schutz des Biotops Neuberglein von möglichen Einzäunungen als letztem Mittel gesprochen, erinnert sich heute keiner mehr daran. Kritisch sieht die Vereinsführung das Verhalten des einen Jagdpächters, der zwar Naturschutzbeauftragter ist, aber, so die Vereinsmeinung, dafür viel zu wenig tue.

Auch von Planungen einer Solaranlage, direkt an die Grenze zum Neuberglein hatte man durch Zufall erfahren. Dadurch würde der Wilddruck auf die 3,5 Hektar große Biotopfläche noch größer, wobei die Bejagung im Umfeld nicht mehr möglich wäre. Gerüchte von einem Bürger aus einer Nachbargemeinde wurde sofort widersprochen, da er behauptete, der Verein wäre für diese Anlage. Naturschutz, so der Vorsitzende, mache bei solchen Vorgängen keine Freude mehr. Insgesamt bemängele die Vereinsführung die Unterstützung der Naturschutzbehörde. Kritik kam auch, dass bei Windanlagen der Naturschutz, aber auch Privateigentum, keinen Stellenwert mehr habe. Wo erhebliche Einschnitte in den Lebensraum Wald nicht bewertet werden oder auszugleichen sind, stellt sich oft die Frage: Hat der Naturschutz noch einen Stellenwert?

Auch hatte der Verein in mehreren Biotopflächen Sachbeschädigungen. Da wird regelmäßig mit einem Quad das Biotop Neuberglein durchfahren, da gestaltet man einen Steinbruch, der Naturdenkmal ist, zum Grillplatz um oder man durchfährt mit einem Traktor ein Naturdenkmal genau dort, wo es die letzten Frauenschuhstandorte gibt. Bei der Trassenführung zur Stromtrasse „Südlink“ ist noch keine Entscheidung bekannt.

Für 2018 sind verschiedene Aktionen geplant. Dazu gehören Infoveranstaltungen zu aktuellen Themen wie Blumenwiesen und Wildbienen, die zurzeit vorbereitet werden. Abschließend würdigte der Vorsitzende die gute Zusammenarbeit innerhalb des Vereins.

Nach dem Bericht des Kassierers Dieter Ilg folgte jener der Kassenprüfer durch Bruno Imhof. Einen breiten Raum nahm anschließend die Aussprache zu den Berichten ein. Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstands wurden bei den Neuwahlen alle Positionen einstimmig bestätigt: Vorsitzender Theodor Schad, zweiter Vorsitzender Friedrich Mies, Kassierer Dieter Ilg, Schriftführer Gerlinde Schad, Beisitzer Eleonore Blesch, Nicolaj Imhof, Karl Stark und Kassenprüfer Bruno Imhof und Stephanie Jablonski.

Mit der Vorstellung der „Blume und dem Vogel des Jahres 2018“ endete die Versammlung. thesch