Lauda / Königshofen

Internationales Begegnungsfest Buntes Programm und großes Angebot von Speisen aus aller Welt / Statement zu den aktuellen fremdenfeindlichen Ereignissen

Multi-Kulti-Familie trifft sich am 3. Oktober in Lauda

Archivartikel

Lauda.Das Multi-Kulti-Fest in Lauda wird auch im 24. Jahr seines Bestehens wieder eine „runde Sache.“ Der 3. Oktober versammelt wieder in der Stadthalle die multikulturelle Familie der Region zu einem bunten und friedlichen Fest, das für die Besucher gutes Essen aus aller Welt und ein unterhaltsames Programm zu bieten hat.

Ziel an diesem Tag war es von Anfang an, Menschen, egal woher sie kommen, wie sie aussehen oder sprechen, zusammenzuführen, damit sie sich kennenlernen, kommunizieren und achten. Das große Angebot internationaler Speisen kommt von den Philippinen, aus Thailand, Tunesien, Ägypten, Palästina, Marokko, Syrien, dem Libanon, Vietnam und China. An dem vielfältigen Programm, das etwa um 13 Uhr beginnt, beteiligen sich die Bauchtanzgruppe des Vereins Artikuss, eine Philippinische Tanzgruppe, die internationale Krabbelgruppe des Mehrgenerationenhauses, die Tanzgruppe der Schule im Taubertal, die Strumpfkäppli der Narrengesellschaft Lauda, die Zumba-Gruppe Lauda-Königshofen, die Goggola-Band aus Heckfeld, die Musikgruppe ARU mit Musikern aus Argentinien, Peru, Equador, Peru und Bolivien, sowie die Rhythmische Sportgymnastik des ETSV.

Das Multi-Kulti-Fest beginnt am Mittwoch, 3. Oktober, um 11 Uhr in der Stadthalle in Lauda (Becksteiner Straße) und endet gegen 17.30 Uhr. Veranstalter sind „Frauen bauen Brücken“ und der Verein „Hilfe für Kinder in Not“, Lauda, der den Erlös des Festes seinen aktuellen Hilfsprojekten in Tansania, Elfenbeinküste, auf den Philippinen und in Syrien zukommen lässt.

Multi- Kulti ist möglich

Anlässlich der aktuellen Vorkommnisse der letzten Zeit wollen die Organisatoren im Vorfeld des Festes in Lauda in einem persönlichen Statement darauf hinweisen, dass Multi- Kulti möglich ist und damit auch wachrütteln. Allen Unkenrufen zum Trotz.

„In Lauda wird es seit 24 Jahren gelebt. Menschen vieler Nationen, Sprachen, Hautfarben und Religionen in dieser Stadt und der Region haben das Wagnis unternommen, sich aufeinander einzulassen: mit Neugier aufeinander, Respekt voreinander und in freundschaftlicher Verbundenheit friedlich miteinander. Das Multi- Kulti -Fest jedes Jahr am 3. Oktober ist Höhepunkt dieses multikulturellen Zusammenlebens und setzt ein Zeichen auch für die vielen Besucher, dass und wie dieses Miteinander gelingen kann.

Das ganze Jahr hindurch, denn viele Begegnungen und Freundschaften sind inzwischen entstanden. Diese Gemeinschaft und ihre integrierende Kraft zu festigen, ist heute mehr denn je notwendig. Denn die Schwelle zum ’Nie-wieder’ und ’Wehret-den-Anfängen’ ist längt überschritten.

Verführer und Verführte ziehen wieder gemeinsam durch die Straßen, verbreiten Hass und Angst gegenüber allem, was ihnen fremd ist. Und grauenvolle Bilder, die die Welt schon einmal von Deutschland gesehen hat, kehren zurück.

Wenn wir auch nicht viel aus der Geschichte gelernt haben, so müssen wir uns dennoch jetzt besinnen, egal ob unsere kulturellen Wurzeln, humanitäre Gründe, der christliche Glauben oder unser Gewissen uns leiten: aufstehen und nicht schweigen, Verantwortung füreinander übernehmen, auch für die, die uns fremd erscheinen, wachsam bleiben und kritisch und mutig streiten, einstehen für unsere Demokratie, für unser Grundgesetz, für die Menschenrechte, die allen Menschen zusichern, dass sie ’frei und an Würde und Rechten gleich geboren’ sind.

Das ist nicht immer einfach und erfordert Zivilcourage. Aber es ist Zeit, dass wir so handeln.“