Lauda / Königshofen

Höhepunkt der Straßenfastnacht in Lauda Gaudiwurm zieht sich durch die Altstadt / Ortsgendarm Werner Stefan parodiert das Stadtgeschehen

Närrisches Treiben mit viel Witz und Humor

Archivartikel

Das Narrentreiben am Sonntag war wieder einmal der Höhepunkt der Laudaer Straßenfastnacht. Ortsgendarm Werner Stefan glossierte dabei gekonnt das lokale Geschehen.

Lauda. Den Höhepunkt der Laudaer Straßenfastnacht stellt mit Abstand das alljährliche Narrentreiben durch die Laudaer Innenstadt dar; mitsamt närrischem Kaiserwetter und Hundertscharen an Aktiven und Zuschauern. So schlängelte sich der närrische Gaudiwurm am Nachmittag des Fastnachtssonntags schließlich durch die Gassen und Straßen der Altstadt hindurch, mit allem karnevalistischen Prunk und Krawall, den die Fastnachthochburgen aus Lauda und Oberlauda zu bieten hatten.

Am Ende versammelten sich schließlich die Zunfträte um den Zunftoberen Schreinermeister Timo Ludwig, die Faschebouzen, Strumpfkappenfänger und Schlothegschen genauso auf dem Marktplatz wie die Roozen, Zigeuner und Bajazze aus Oberlauda, um zu den rhythmischen Klängen der Musikkapelle aus Grünsfeld dem bunten Narrenbild die Krönung zu geben; während vom Balkon des Rathauses Werner Stephan, seines Amtes seit nunmehr 31 Jahren Ortsgendarm beziehungsweise „Ortsgänsdarm zu Strumpfkappenhausen“, neben der „Fohne“ so manch humoreskes Geschehen des vergangenen Jahres proklamierte.

So habe der Bauhof zwar einige Bäume im Stadtgebiet gefällt, ohne allerdings den einen störenden Baum vor dem Rathaus zu beachten. Kurzerhand habe er sich also entschlossen, dem leidvollen Anblick nun ein Ende zu bereiten und den Baum an Ort und Stelle zu fällen.

Allerdings konnte er vom Präsidenten Stefan Schulz mit der Anmerkung umgestimmt werden, dass das Fällen von Bäumen im März doch verboten sei. Nichtsdestotrotz hebe er sich das Vorhaben für das nächste Jahr auf, wenn der Fastnachtssonntag wieder im Februar liegt.

Auch die neue, weihnachtliche Beleuchtung des Laudaer Rathauses sprach Werner Stephan an; die zwar durchaus gelungen sei, wodurch nun allerdings die Leuchten im Inneren fehlen würden. Im Hinblick auf die neuen Lokalitäten in Lauda machte der Ortsgendarm auf die neue „Szenenkneipe“ Josef aufmerksam, die zusammen mit dem angrenzenden Friseursalon die christliche Parallele zu Maria und Josef perfekt mache.

Ein besonderes Augenmerk wurde weiterhin auf die umliegenden Gemeinden gelegt. So seien die Gerlachsheimer durch die geplante Aufbereitungsanlage „überaus sauer“ auf den Bürgermeister, wobei es im Endeffekt gar nicht schaden würde, wenn die Ortsdurchfahrt einer Renovierung und Verbreiterung unterlaufe. Im gleichen Zuge ging er auf die Arbeitszeit des Bürgermeisters ein, die mit den veröffentlichten täglichen 60 bis 70 Arbeitsstunden zwar zeitnah von der Zeitung berichtigt worden sei; allerdings habe sich diese mit den 70 Wochenstunden des Bürgermeisters abermals verdruckt, da wohl eine Null zu viel angefügt wurde.

Werner Stephans Proklamationen endeten schließlich mit dem „Öxit“, dem nicht ganz ernst gemeinten Oberlauder Austritt aus dem Stadtverband Lauda-Königshofen. So sei dieser Schachzug generell nicht ratsam, da es dann laut Stephan für die Oberlaudaer umso schwieriger würde, ein Prinzenpaar aus Lauda in die eigenen Reihen zu bestellen.

Mit der Anmerkung zu der neuen Gaststätte in Lauda, die mit Schnitzeln ironischerweise internationale Gerichte anbiete, endete Stephans Kundgebung mit dem Appell zum bunten Treiben durch die „neue, ungeheuere Kneipenvielfalt“ der Laudaer Innenstadt; natürlich erst, nachdem die Musikkapelle Grünsfeld sowie die inzwischen eingetroffene Guggenmusik Black (K)Nights aus Schweigern noch einige Stimmungskracher aus ihrem Repertoire zum Besten gaben.

So verweilten noch viele Hästräger und Besucher bis in die Abendstunden auf dem Marktplatz, bevor man schließlich zu späterer Stunde im Narrenlager, der Vereinsgaststätte des Fußballvereins sowie den Laudaer Kneipen den närrischen Fastnachtssonntag bei Tanz und Musik ausklingen ließ.