Lauda / Königshofen

Zentessen Rund 180 Teilnehmer kamen diesmal zur traditionellen Veranstaltung des Heimat- und Kulturvereins Phönix vor der Königshöfer Messe

Persönliche Begegnungen im Vordergrund

Mehr als gut ausgelastet zeigte sich auch diesmal wieder das Gesellenhaus: Auf einen festen Stamm baut nämlich bereits seit Jahren das traditionelle Zentessen.

Königshofen. In diesem Jahr boten sich natürlich die Familienangehörigen rund um den „Kopf“ der Rathaus-Ausstellung an: Nachdem bei der stets wechselnden Zielgruppe zuletzt unter anderem die Schützen des ältesten Vereines der Messestadt, die Imker, Mühlenbetreiber, Bäckermeister, Landwirte oder die Verantwortlichen der kommunalen Namensvettern die ausgewählten Gäste bildeten, um die sich (fast) alles beim traditionellen Zentessen drehte, standen in der neuesten Auflage die Nachkommen des gewürdigten Ehrenbürgers im Mittelpunkt - eigens willkommen geheißen im Vorfeld der Königshöfer Messe erneut mit etlichen Repräsentanten aus Gaukönigshofen und Bad Königshofen plus vielen anderen.

Nach der überaus gut besuchten Eröffnung der 2018er-Präsentation des rührigen Heimat- und Kulturvereines Phönix 1980 auf der oberen Etage des früheren Verwaltungssitzes „Hans Anton Sack - Landesökonomierat, Zentrumsabgeordneter und Königshöfer Ehrenbürger (1889 bis 1966)“, wir berichten noch, machten sich die zuvor aufmerksamen Zuhörer bei leichtem Nieselregen auf die kurze Wegstrecke zu dieser seit inzwischen 1984 offerierten Veranstaltung.

Das Gesellenhaus platzte dabei wie schon zum 2015er-Jubiläum beinahe aus den Nähten, vereinte sich doch am Donnerstagabend im Saal eine rund 180-köpfige Teilnehmerzahl.

Im Anschluss an die aufgrund der Witterung diesmal recht kurz gehaltene Einstimmung vor dem Gebäude durch das Blechbläser-Quintett „Just Brass“, intonierend hierbei der Leiter Thomas Nitschke (Trompete, Königshofen), Hubert Zwerger (Trompete), Uwe Rennhofer (Posaune, beide Königheim), Hans Peter Scheifele (Horn) und Norbert Waltert (Tuba, beide Gissigheim), erreichten ganz andere Klänge die Ohren der Besucher – und zwar die von klappernden Hufen. Nach etlichen durchdringenden Jagdhorn-Signalen verlas hierauf der längst bewährte Zentreiter Alois Kuhn (Grünsfeld) in Begleitung von Christina Stephan, an den Zügeln dabei Elena Baumeister, hoch zu Ross den traditionellen Aufruf zur Messe, gerichtet an die insgesamt 25 Zentgemeinden.

Dem knappen Willkommensgruß im Freien an das bunt durchgemischte Publikum durch den stellvertretenden Vorsitzenden Dieter Ilg, der sich über den regen Zuspruch freute, folgte daraufhin seinerseits unterm Dach eine grundsätzliche Übersicht. Wie der zweite Mann des Phönix hier im Inneren des der Kirche gehörenden Domizils festhielt, habe man mit diesem Treffen ab 1984 und somit der mittlerweile 34. Auflage sichtlich eine Tradition begründet.

Schwerpunkte gesetzt

Stets auf bestimmte Schwerpunkte bedacht, lege man Wert auf die persönlichen Begegnungen, so der Moderator, der beispielhaft die schon lange vorhandene und regelmäßig gepflegte „feste und intensive Bindung“ zwischen den Kommunen Gaukönigshofen, Bad Königshofen, Strasbourg/Koenigshoffen und natürlich dem hiesigen Königshofen/Baden hervorhob. Mit Blick auf die anwesenden Bürgermeister strich das Vorstandsmitglied besonders die reibungslose Zusammenarbeit der einzelnen Gremien heraus, ehe Ilg zu dem inzwischen bereits 34. Stelldichein per übersichtlichem Abriss einen kleinen geschichtlichen Überblick vermittelte mit dem klaren Verweis darauf, dass das Ehrenmitglied Werner Keppner 1984 den Stein ins Rollen gebracht hatte.

Nach dieser damaligen Anregung aus Anlass der 30-jährigen Tätigkeit des früheren Ehrenmitgliedes, Pater Heinzpeter Schönig, sei man im Phönix nämlich übereingekommen, in Erinnerung an den einstigen Taubergau und seine 25 zugehörigen Ortschaften von Oesfeld bis Kupprichhausen sowie von Heckfeld bis Edelfingen, dem zentralen Verwaltungs- und Gerichtsbezirk Königshöfer Zent, alljährlich eine solche Veranstaltung auszurichten. In der seit 1277 Jahren ersten urkundlich bezeugten Raumschaft von Wertheim bis Bad Mergentheim erkenne man hier heute noch das uralte Einzugsgebiet der Messe, so die Aussage.

Ehrengäste

In derselben Urkunde von 741/42 fänden sich weitere 24 Königshöfe; drei der zentralen Güter daraus sei es gelungen, mit wechselnden Zusätzen ihren Namen durch die Jahrhunderte der Geschichte zu erhalten, und zwar Königshofen auf der Gäue (heute Gaukönigshofen), Königshofen im Grabfeldgau (Bad Königshofen) und eben Tauberkönigshofen (Lauda-Königshofen).

In diesen Reihen habe man sich auf die Bedeutung der gemeinsamen Entstehungszeit der Merowinger sowie der Karolinger-Könige und -Kaiser besonnen, weshalb von Anfang an offizielle Vertreter aus diesem Umfeld zu den Ehrengästen zählten, vervollständigt durch weitere Gruppierungen aus dem lokalen und regionalen Bereich. In diesem Jahr habe man mit der Erinnerung an den Ehrenbürger Hans Anton Sack ein neues Kapitel aufgeschlagen, merkte Stellvertreter Dieter Ilg noch an, der daher die Tochter Doris Braemer mit ihrem Mann Rolf sowie den Kindern Frank und Frauke aus Vallendar beziehungsweise Düsseldorf-Oberkassel in diesem Kreis ausdrücklich willkommen hieß.

Vor den anschließend gewollt vielfältigen diversen Gesprächen mit oftmaligen neuen Impulsen plus Vorfreude auf das seit gestern laufende große tauberfränkische Volksfest lobte Stadtoberhaupt Thomas Maertens noch die „schöne Tradition“ des Zentessens, dessen gemischte Besetzung immer wieder andere und reizvolle Konstellationen eröffne, verbunden mit einer Würdigung des Heimat- und Kulturvereines Phönix 1980, den er als „Träger der Messekultur“ bezeichnete.