Lauda / Königshofen

Katholische Kirche „Ohne Glauben geht es für mich nicht“ / Für den Marbacher wird der 13. Mai ein ganz besonderer Tag

Philipp Ostertag steht vor der Weihe zum Priester

Archivartikel

Marbach/Freiburg.„Als junger Erwachsener habe ich eine zeitlang versucht, ohne Glauben zurechtzukommen: Ohne Gebete, ohne Kreuz, ohne Rituale - und habe nach vier Wochen festgestellt, dass es ohne nicht geht“, berichtet Philipp Ostertag aus der Filialpfarrei St. Josef in Marbach. Jetzt hat er sein Leben ganz auf Gott ausgerichtet: Zusammen mit sieben weiteren jungen Männern wird er am Sonntag, 13. Mai, um 14.30 Uhr im Freiburger Münster von Erzbischof Stephan Burger zum Priester geweiht. Der Gottesdienst wird live im Internet unter www.ebfr.de sowie im youtube-Kanal der Erzdiözese unter www.youtube.com/erzbistumfreiburg übertragen.

Nach seiner Mittleren Reife begann Philipp Ostertag zuerst eine Kochlehre. Bereits währenddessen fühlte er sich mehr zur Kirche als zur Küche hingezogen: „Ich hatte die Kapuziner im Ort kennengelernt und war dort oft in der Messe. Wenn dann am Sonntag die Kirchenglocken zur Messe geläutet haben und ich stattdessen am Herd stand, wurde mir bewusst, dass ich lieber dort wäre als hier.“ Seine Kochlehre hat er zwar nicht abgeschlossen, doch die Leidenschaft fürs Kochen behalten.

Stattdessen ließ er sich zum Orthopädie-Schuhtechniker ausbilden und arbeitete mehrere Jahre in diesem Beruf. „Der hat mir zwar Spaß gemacht, aber ich konnte mir nicht vorstellen, das bis zu meiner Rente zu tun“, sagt Ostertag, der deshalb von 2003 bis 2007 sein Abitur im Spätberufenenseminar St. Pirmin in Sasbach nachholte und anschließend in Würzburg Theologie studierte.

2014 trat er ins Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg ein. Ein Praxissemester und sein Diakonatsjahr in der Seelsorgeeinheit Pforzheim-West vermittelten ihm erste Einblicke in die Seelsorge vor Ort.

Heute kocht der 36-Jährige zum Ausgleich nicht nur, sondern pflegt auch Obstbäume und hat zwei Bienenvölker, die ihm viel über sich selbst verraten: „Bienen reagieren auf die Empfindungen des Imkers sehr stark: Wenn der Imker unruhig ist, werden auch die Bienen hektisch. Da merke ich, dass etwas in mir nicht ganz stimmt.“

Sein Lebenslauf drückt sich auch im Primizspruch von Philipp Ostertag aus: „Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat? Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn.“ (Ps 116,12-13)

Zu Beginn der Weiheliturgie werden die Kandidaten vorgestellt. Der Regens des Priesterseminars richtet im Namen der Kirche die Bitte an den Erzbischof, ihnen die Weihe zu spenden.

Nach dem Wortgottesdienst bekunden die Kandidaten vor der Gemeinde ihre Bereitschaft zur Übernahme dieses geistlichen Amtes und versprechen dem Bischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Anschließend leitet die Allerheiligenlitanei, das Gebet der Gemeinde, zur eigentlichen Weihe über: Der Erzbischof und nach ihm die weiteren bei der Weihe anwesenden Priester legen den Kandidaten in Stille die Hände auf.

Nach dem anschließenden Weihegebet des Bischofs folgen die sogenannten ausdeutenden Riten: das Bekleiden mit dem Messgewand, die Salbung der Hände mit Chrisam, das Überreichen von Kelch und Hostienschale für die Feier der Eucharistie sowie der Friedensgruß.

Danach werden die neugeweihten Priester im Übrigen zusammen mit dem Erzbischof die Eucharistie feiern. pef