Lauda / Königshofen

Zentessen Eine Abordnung aus Kupprichhausen stand diesmal im Mittelpunkt

Phönix begründete 1984 eine Tradition

Königshofen.Diesmal setzte man bewusst auf die Verbindung zu einer einstigen Zentgemeinde: Nachdem bei der stets wechselnden Zielgruppe zuletzt unter anderem die Schützen des ältesten Vereines der Messestadt, die Hobby-Imker, Mühlenbetreiber, Bäckermeister, Landwirte oder die Verantwortlichen der kommunalen Namensvettern die ausgewählten Gäste bildeten, um die sich (fast) alles beim traditionellen Zentessen drehte, stand in diesem Jahr eine Abordnung aus Kupprichhausen im Mittelpunkt - gewürdigt im Vorfeld der Königshöfer Messe erneut mit Repräsentanten aus Gaukönigshofen und Bad Königshofen plus vielen anderen.

Nach der überaus gut besuchten Eröffnung der 2017er-Ausstellung des Heimat- und Kulturvereines Phönix 1980 in der oberen Rathaus-Etage "Die Königshöfer Zent - eine frühfränkische Gerichtsstruktur; die Zentgemeinde Kupprichhausen stellt sich vor" - siehe dazu den eigenen Bericht - machten sich die zuvor aufmerksamen Zuhörer auf die kurze Wegstrecke zu dieser seit inzwischen 1984 offerierten Veranstaltung. Das Gesellenhaus platzte dabei zwar nicht wie zum 2015er-Jubiläum fast aus den Nähten, vereinte jedoch am Donnerstagabend immerhin eine mehr als 150-köpfige Teilnehmerzahl.

Im Anschluss an die passende Einstimmung vor dem Gebäude durch das Blechbläser-Quintett "Just Brass" erreichten ganz andere Klänge die Ohren der Besucher - und zwar die von klappernden Hufen. Nach kurzen durchdringenden Jagdhorn-Signalen verlas im Anschluss der längst bewährte Zentreiter Alois Kuhn (Grünsfeld) in Begleitung von Elena Baumeister, an den Zügeln hierbei Ehefrau Renate mit Enkelin Antonia, hoch zu Ross die traditionelle Einladung zur Messe, gerichtet an die insgesamt 25 Zentgemeinden.

Dem kurzen Willkommensgruß an das bunt gemischte Publikum durch den Mitorganisator Werner Keppner, der sich über den regen Zuspruch freute, folgte daraufhin die begrüßende Einleitung durch den neuen Beisitzer Dominik Martin. Wie das Vorstandsmitglied des Phönix dabei im Inneren des der Kirche gehörenden Domizils festhielt, habe man mit diesem Treffen ab 1984 und somit der inzwischen 34. Auflage sichtlich eine Tradition begründet.

Stets auf bestimmte Schwerpunkte bedacht, lege man Wert auf die persönlichen Begegnungen, so der Moderator, der beispielhaft die schon lange vorhandene und regelmäßig gepflegte "feste und intensive Bindung" zwischen den Kommunen Gaukönigshofen, Bad Königshofen, Strasbourg/Koenigshoffen und natürlich dem hiesigen Königshofen/Baden hervorhob. Mit Blick auf die anwesenden Bürgermeister strich Martin besonders die reibungslose Zusammenarbeit der einzelnen Gremien heraus, ehe ein Lob den eifrigen Mitgliedern der örtlichen Kolpingfamilie sowie des Vogel- und Naturschutzvereines für die Bewirtung galt.

Nach kurzen Grußworten des baden-württembergischen Ministers der Justiz und für Europa, Guido Wolf, und Stadtoberhaupt Thomas Maertens, die neben der Verbundenheit die "schöne Tradition" des Zentessens und die Ausstrahlung der Messe in das richtige Licht rückten, oblag es daraufhin dem stellvertretenden Vorsitzenden Dieter Ilg, einen kleinen geschichtlichen Überblick zu vermitteln, nachdem das Ehrenmitglied Werner Keppner 1984 den Stein ins Rollen gebracht hatte.

Nach dieser damaligen Anregung aus Anlass der 30-jährigen Tätigkeit des früheren Ehrenmitgliedes, Pater Heinzpeter Schönig, sei man im Phönix nämlich übereingekommen, in Erinnerung an den einstigen Taubergau und seine 25 zugehörigen Ortschaften von Oesfeld bis Kupprichhausen sowie von Heckfeld bis Edelfingen, dem zentralen Verwaltungs- und Gerichtsbezirk Königshöfer Zent, alljährlich eine solche Veranstaltung auszurichten. In der seit 1276 Jahren ersten urkundlich bezeugten Raumschaft von Wertheim bis Bad Mergentheim erkenne man hier heute noch das uralte Einzugsgebiet der Messe, so die Aussage.

In derselben Urkunde von 741/42 fänden sich weitere 24 Königshöfe; drei der zentralen Güter daraus sei es gelungen, mit wechselnden Zusätzen ihren Namen durch die Jahrhunderte der Geschichte zu erhalten, und zwar Königshofen auf der Gäue (heute Gaukönigshofen), Königshofen im Grabfeldgau (Bad Königshofen) und eben Tauberkönigshofen (Lauda-Königshofen).

In diesen Reihen habe man sich auf die Bedeutung der gemeinsamen Entstehungszeit der Merowinger sowie der Karolinger-Könige und -kaiser besonnen, weshalb von Anfang an offizielle Vertreter aus diesem Umfeld zu den Ehrengästen zählten, vervollständigt durch weitere Gruppierungen aus dem lokalen und regionalen Bereich.

In diesem Jahr habe man mit der Zentgemeinde Kupprichhausen ein neues Kapitel über deren Zugehörigkeit aufgeschlagen, merkte Stellvertreter Ilg noch an.

Im Anschluss würdigte man von verschiedenen Seiten aus den rührigen Heimat- und Kulturverein Phönix als "Träger der Messekultur" , um hierauf abschließend vor den gewollt vielfältigen diversen Gesprächen mit etlichen Hinweisen und Terminen die Vorfreude auf das große tauberfränkische Volksfest zu schüren. bix