Lauda / Königshofen

Ausstellungen Heimat- und Kulturverein bietet jedes Jahr interessante Veranstaltungen mit lokalen und regionalen Bezügen

„Phönix“ bereichert die Messe bereits seit 1980

Königshofen.„Hans Anton Sack – Kalendermann und Mundartdichter aus dem Taubergrund“ lautet der Titel der Ausstellung des Heimat- und Kulturverein Phönix zur Königshöfer Messe.

Der 1889 in Königshofen geborene Hans Anton Sack ist ein vielen unbekannter hiesiger Ehrenbürger. Er war Landesökonomierat und Zentrumsabgeordneter sowie unter anderem Bewahrer traditioneller Werte und politisch aktiver Katholik. Ab 1921 war er Herausgeber des von ihm initiierten Fränkischen Heimatkalenders mit Illustrationen renommierter fränkischer Künstler wie etwa dem Grafiker Otto Rückert. Zudem beschäftigte sich Sack literarisch mit dem lyrischen Gedankengut und den Ausdrucksformen des Taubertäler Dialekts.

Die Ausstellung im Rathaus in Königshofen wird am heutigen Donnerstag um 17.30 Uhr eröffnet. Sie kann an allen Messebetriebstagen (Ruhetage Montag und Mittwoch) von 14 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.

Der Heimat- und Kulturverein (HKV) Phönix bereichert seit seiner Gründung 1980 mit lokalen und regionalen Bezügen das Geschehen rund um die Königshöfer Messe. „Hans Anton Sack – Kalendermann und Mundartdichter aus dem Taubergrund“ ist die 34. Ausstellung des Heimat- und Kulturvereins Phönix 1980 Königshofen. Bereits in seinem Gründungsjahr wirkte Phönix an der Zusammenfassung, die unter Schriftleitung des heutigen Ehrenmitglieds Werner Keppner stand, über die Geschichte der Wiederverleihung des Marktrechts an Königshofen mit.

Im selben Jahr fand auf Idee und Konzeption des HKV Phönix sowie Keppners ein großer historischer Umzug unter Mitwirkung aller Königshöfer Vereine mit insgesamt über 95 Gruppen und mehr als 1200 Teilnehmern statt.

Ebenfalls für die Königshöfer Messe des Jahres 1980 initiierte der Verein erstmals einen Festgottesdienst in der Tauber-Franken-Halle für die Schausteller, Marktkaufleute und Aussteller, der seither jedes Jahr am ersten Messesonntag gefeiert wird. Auf diese Weise begründete sich eine Tradition, die ebenfalls bis heute anhält. Darüber hinaus organisiert Phönix seit Ende der 80er Jahre gleichsam für die Schausteller, Marktkaufleute und Aussteller der Königshöfer Messe am messefreien Montag eine Informationsfahrt in die Umgebung.

1982 präsentierte der damals noch sehr junge Verein seine erste Ausstellung im Rathaus in Königshofen. Unter dem Motto „Kunst und Druck aus Königshofen“ wurden Werke aus dem 16. Jahrhundert von Nikolaus Höniger und aus dem 20. Jahrhundert von Elmar Hauck präsentiert.

Pfarrer Wolfgang Stahnke regte daraufhin an, das neue evangelische Gemeindezentrum in Königshofen nach Höniger zu benennen. Wenige Jahre später, anlässlich der offiziellen Namensgebung „Nikolaus-Höniger-Haus“, hielt Keppner im Beisein von Landesbischof Engelhard die Festrede.

Seit 1984 finden zu sehr vielfältigen Themen jährliche Ausstellungen, die von Keppner in Zusammenarbeit mit der heutigen Phönix-Vorsitzenden Agnes Haas organisiert werden, im Rathaus statt nebst Zentessen im Gesellenhaus im Anschluss an die Vernissage am Vorabend der Messeeröffnung. Die jeweiligen Inhalte der Ausstellungen ermöglichen Besuchern immer wieder Einblicke in die geschichtlichen Zusammenhänge des Messestandortes.

Themen waren unter anderem „1250 Jahre Königshofen“ (1991), „Eisenbahn“ (1996), „Grünkern“ (1998), „Königshöfer Schützen“ (2003), „Königshöfer Feuerwehr“ (2004), „25 Jahre HKV Phönix / Erinnerungen an den Umzug von 1980“ (2005), „Brot und Mühlen in der Region“ (2010), „Marienverehrung im Taubertal und in Franken“ (2012), „Hexenverfolgung in unserer Region“ (2013), „Der Erste Weltkrieg 1914 bis 1918 - die große Katastrophe“ (2014), „600 Jahre Königshöfer Messe“ (2015), „Pfarrer, Geistliche und Ordensleute in und aus Königshofen“ (2016) sowie „Die Königshöfer Zent - eine frühfränkische Gerichtsstruktur“ (2017).

Von Anfang an waren bei den Ausstellungseröffnungen zahlreiche und besondere Ehrengäste zu Besuch wie etwa Bürgermeister und Abordnungen aus Bad Königshofen, Gaukönigshofen und Koenigshoffen /Straßburg. Von 1980 bis 2003 kamen auf Keppners Vermittlung regelmäßige Besuche von Pater Heinzpeter Schöning, dem Begründer der deutschen und europäischen Circus- und Schausteller-Seelsorge sowie späterem Ehrenmitglied des HKV Phönix, zustande. Sein Nachfolger, Pfarrer Martin Fuchs, mittlerweile ebenfalls Phönix-Ehrenmitglied, betreut bis heute die Schaustellerfamilien auf dem Messeplatz und führt die Tradition der Messegottesdienste weiter.

Zur 600-Jahr-Feier der Königshöfer Messe vor drei Jahren hatte der HKV zur Ausstellungseröffnung und zum anschließenden Zentessen den damaligen Baden-Württembergischen Innenminister Reinhold Gall zu Gast. Besonderer Ehrengäste waren 2016 der ehemalige Generalvikar der Erzdiözese Freiburg, Dr. Fridolin Keck aus Freudenberg, sowie 2017 der ehemalige Landtagspräsident und jetzige Minister der Justiz und für Europa des Landes Baden-Württemberg, Guido Wolf.

Heutige Ehrengästin bei der Eröffnung der Ausstellung des Heimat- und Kulturvereins Phönix zur Königshöfer Messe ist die Baden-Württembergische Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, Dr. Susanne Eisenmann.