Lauda / Königshofen

Galerie "das auge" Alex Gaab stellt in der Eisenbahnerstadt seine Werke aus

Provokationen durchaus beabsichtigt

Lauda.Mit Füßen getreten werden in der aktuellen Ausstellung von Alex Gaab Grundgesetz und Bürgerrechte. Man glaubt es nicht? Dann sollte man sich mal genau im Vorraum der Galerie "das auge" umschauen - und natürlich auch unter die rote Matte! Ja, provokativ gibt sich der Aussteller gelegentlich durchaus. Auch eine Überraschung gibt es bei der Eröffnung: Saxofonist Vladi Strecker, ein Freund der Familie, unterhält Gaabs Fan-Gemeinde mit jazzigen Tönen.

Als einen ganz besonderen Monat für den Kunstkreis bezeichnet Vorsitzender Norbert Gleich den Oktober, wurde doch vor genau 40 Jahren dieser Verein gegründet. Weit mehr als 500 Ausstellungen hat er seither absolviert - eine wahrlich stolze Bilanz, wie Gleich anmerkt.

Nicht vergessen werden sollte hierbei auch die Konzertreihe "Jazz in der Aula"; hier sind im gleichen Zeitraum bis heute etwa 200 Konzerte zu verzeichnen. Bei dieser Gelegenheit macht der Vorsitzende auch gleich auf den Höhepunkt des Jahres, die "Barrelhouse Jazz Gala" am Sonntag, 15. Oktober, aufmerksam. Alex Gaab, Jahrgang 1972, studierte Produktgestaltung an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd. Seit 1998 arbeitet er freiberuflich, 2006 gründete er seine eigene Werbeagentur und firmiert mit seinem Partner Piers Schulz als PS:AG. Firmensitz ist das frühere Wachgebäude der Tauberfranken-Kaserne, jetzt i-park. Bereits seit 2003 unterrichtet Gaab als Fachdozent an der Schule für Gestaltung in Heilbronn.

"Auge(n) auf!" - Aufforderung, Information: geöffnet und gleichzeitig Titel der Ausstellung - signalisiert Alex Gaab bereits vor dem Eingang zur Galerie. Unter dem Titel "Ready Mates" hat er die Galerie "das auge" in ein nicht auf den ersten Blick erkennbares Rätselkabinett verwandelt, in dem hin und wieder ein Ausrufezeichen versteckt ist. Seine Wort- und Satzfragmente fordern genaues Hinsehen, um Hintergründe zu entschlüsseln.

Abgrundtief böse: Der "Humanbereinigte Warenfluss" oder die zementierte "Meinung" (diese mit einem kleinen, auf einem Zettelchen angepinnten Hoffnungsschimmer) Der Himmel, in Stücke geschnitten, bietet "A Piece of Haeven" - und dann suggeriert noch ein recht skurriler Stuhl durch Gestaltung und Titel "Waiting for the Dentist" seine ihm zugedachte Funktion. Leicht ist es nicht, alle Hinweise zu entschlüsseln, aber es lohnt sich - und schließlich gibt es auch noch den "Schlüssel zum Glück". Zu sehen ist die Ausstellung an allen Sonntagen im Oktober von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Den Künstler kann man am 15. Oktober zwischen 14 und 16 Uhr in der Galerie antreffen. irg